Griese: „Wegweisendes Bildungsprojekt für eine nachhaltige Entwicklung“

Umweltstaatssekretär weiht neugestalteten Schulgarten der Bertha von Suttner IGS ein / Land fördert Projekt in Kaiserlautern mit rund 10.000 Euro.

„Klima- und Naturschutz fangen vor Ort an. Deswegen sind Schulgärten so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz und die Klimaanpassung, als Grundlage für eine gesunde Ernährung und als Bildungs- und Lernort“ betonte Umweltstaatssekretär Thomas Griese heute an der Bertha von Suttner IGS in Kaiserlautern anlässlich der Einweihung des erneuerten Schulgartens und des umgestalteten Grünen Klassenzimmers. Auf dem bereits in den 70er Jahren angelegten Areal wurden in den vergangenen zwei Jahren mit Unterstützung vieler Helfer unter anderem ein naturnaher Lernort für den naturwissenschaftlichen Unterricht geschaffen, eine Lernwiese, Hoch-, Früh- und Natursandsteinhochbeete angelegt, eine wind- und wettertaugliche Tafel für den Unterricht unter freiem Himmel errichtet und ein Bauwagen zum außerschulischen Lernort umgestaltet. 

Gefördert wurde das Projekt seitens des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums mit insgesamt 10.280 Euro.

In seiner Ansprache unterstrich der Staatssekretär, dass der Klimawandel kein abstraktes Phänomen sei, sondern den Alltag der Menschen längst eingeholt habe. „Trockene Sommer, Dürre, milde Winter, Stürme und Starkregenphasen führen uns ständig vor Augen, dass das Klima sich verändert. Gärten stellen hier ein wichtiges Regulativ dar. Bäume, Gehölze oder auch geschlossene Vegetationsdecken kühlen Luft und Boden durch Beschattung und Verdunstung, speichern das Regenwasser und schaffen so ein erträgliches Mikroklima auch für den Menschen. Gärten sind die Grünen Lungen in der Stadt!“, so Griese.

Auch hinsichtlich der Artenvielfalt spielten Gärten eine besondere Rolle. „Hier vor der eigenen Haustüre kann jeder Einzelne - ob alt oder jung - etwas tun, um seine direkte Umgebung vielfältiger, naturnäher oder auch bienenfreundlicher zu gestalten. Denn Biodiversität spielt sich nicht nur im fernen Regenwald ab.“ In diesem Zusammenhang verwies er auf Zahlen, die die Bedeutung naturnaher Gärten als Lebensraum und Biodiversitätszentren im Kleinen eindrucksvoll belegten. „Hier wurden bislang 2500 Tierarten nachgewiesen, darunter allein 650 Schmetterlings- und 100 Vogelarten. Schätzungen gehen davon aus, dass knapp ein Viertel aller in Deutschland beheimateten Tierarten in Gärten vorkommen. Bei rund 17 Millionen Gärten in Deutschland mit einer Durchschnittsgröße von 400 Quadratmetern ergibt sich eine Gesamtfläche, die etwa der Gesamtfläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland entspricht“, hob Griese hervor.

Schulgärten wichtiger Baustein der Aktion Grün

Mit der 2017 gestarteten Aktion Grün wolle das Land seine Bemühungen zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie konkret machen. „Kern der Aktion Grün ist es, Lebensräume zu erhalten und zu verbinden und dem Artensterben entgegenzuwirken. Sie schafft eine identitätsstiftende Dachmarke für den Naturschutz, sie bildet ein breites Aktionsbündnis zur biologischen Vielfalt und bündelt Maßnahmen zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie.

Die Anlage von Schulgärten sei dabei ein besonderes Anliegen des Umweltministeriums, sagte der Staatssekretär. „Sie sind Orte, an denen wertvolles Wissen vermittelt und zentrale Zugänge geschaffen werden können – nicht nur im Klassenraum, sondern viel wirkungsvoller im „Live-Labor“ Garten. Mit der Förderung und der Beratung bei der Anlage von Schulgärten, mit Informationsmaterialien und Fortbildungen wollen wir einen Beitrag leisten, um bei Kindern und Jugendlichen wieder eine oft verloren gegangene Verbindung zur Natur, zu Boden, Wasser, Klima und zu Nahrungsmitteln aufzubauen und damit auch ein Bewusstsein für die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen insgesamt und für eine gesunde, nachhaltige Ernährung zu schaffen. Denn nur was wir kennen, werden wir auch schützen. Deshalb ist das Wissen über die grundlegende Bedeutung der biologischen Artenvielfalt und darauf bezogene Umweltbildung so wichtig“, so Griese.