Höfken: „GAP muss Ausbau des ökologischen Landbaus auf mindestens 20 Prozent der Anbaufläche sicherstellen“

Umweltministerin stellt Öko-Aktionsplan für Rheinland-Pfalz in Brüssel vor und fordert eine bessere Ausstattung der zweiten Säule für eine umweltfreundliche Landwirtschaft.

„Weniger chemische Rückstände und Auswaschungen von Nitrat, höhere Tierschutzstandards, mehr Biodiversität und Klimaschutz: Die nachhaltigen Anbaumethoden des ökologischen Landbaus haben Vorteile für unsere Natur und unsere Umwelt. Der Öko-Landbau schont unsere Gewässer und unser Wasser, die Humusschicht und damit die Fruchtbarkeit der Böden sowie die heimische Artenvielfalt etwa bei Wildkräutern, Insekten, Vögeln und Wildtieren“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Veranstaltung „Ökologischer Landbau – die nachhaltige Zukunft der GAP“ des Umweltministeriums und der Heinrich-Böll-Stiftung in Brüssel. Der Ausbau des ökologischen Landbaus auf mindestens 20 Prozent der Anbaufläche in Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa sei daher dringend notwendig: Sowohl um umweltfreundliche Methoden in der Landwirtschaft auszubauen als auch um die steigende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Bio-Lebensmitteln mit regionalen Produkten zu bedienen und damit klimaschädliche Transportwege zu vermeiden, betonte Höfken und forderte: „Daher muss die ‚Gemeinsame Agrarpolitik‘ die Finanzierung für die Ausbauziele des Öko-Landbaus in der neuen Förderperiode sicherstellen.“

Für die Verhandlungen unterstrich Höfken außerdem die Bedeutung europaweit einheitlicher Umwelt-Anforderungen an die Landwirtschaft und lehnte die von der Kommission vorgeschlagene überproportionale Kürzung in Höhe von 15 Prozent der Mittel für die zweite Säule ab. Zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen wie Tierwohl, Dünge-Einschränkung und Wasserschutz sowie Klima- und Insektenschutz brauche die bäuerliche Landwirtschaft für diese wichtigen gesellschaftlichen Leistungen mehr Unterstützung als nur die Förderung für die Flächenbewirtschaftung, die gleich wieder von den Pachtzahlungen verzehrt werde, so Höfken weiter. Die Maßnahmen der heutigen zweiten Säule werden in Rheinland-Pfalz gut nachgefragt: Aktuell laufen rund 8.000 Verträge auf rund 210.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Damit werden etwa 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Rheinland-Pfalz nach Agrarumweltmaßnahmen und nach den Vorgaben der ökologischen Landwirtschaft bewirtschaftet.

Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Rheinland-Pfalz ist seit 2010 von rund fünf Prozent mit etwa 38.000 Hektar auf heute gut 10 Prozent mit 74.064 Hektar gestiegen. Das entspricht einer Flächenzunahme von 95 Prozent in acht Jahren. „Mit unserem Öko-Aktionsplan ‚Auf dem Weg zu mehr Bio in Rheinland-Pfalz‘ haben wir die Weichen für eine Steigerung des Öko-Landbaus auf mindestens 20 Prozent gestellt. Zur Zielerreichung haben wir rund 40 Maßnahmen festgelegt: von der besseren Beratung und Ausbildung über die Stärkung der Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen bis zur Zunahme von regionalem Bio-Essen in Kita und Schule. Wir sind hier jedoch auf Unterstützung von Bund und EU angewiesen. Der Ausbau der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Rheinland-Pfalz muss ausreichend honoriert werden. Gerade kleine und mittlere bäuerliche Betriebe können davon profitieren, dafür ist auch eine höhere Förderung der ersten Hektare wichtig“, erklärte die Ministerin abschließend. 

Weitere Informationen zum Öko-Aktionsplan sind im Booklet „20 Prozent Bio für Rheinland-Pfalz“ abrufbar unter:
mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Publikationen/20_Prozent_BIO_fuer_Rheinland-Pfalz.pdf