Höfken: „Klimaschutz im Rhein-Hunsrück-Kreis bietet Antworten auf Klima-Notstand“

Anlässlich des Besuchs des Präsidenten der Energy Watch Group, Hans-Josef Fell, besichtigte Umweltministerin Ulrike Höfken gemeinsam mit dem Energiewende-Pionier mehrere Vorzeigeprojekte im Rhein-Hunsrück-Kreis

„Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie den Herausforderungen des Klimanotstandes begegnet, und die Energiewende und der Klimaschutz zum Wohle aller erfolgreich gestaltet werden kann. Auf die Erneuerbaren Energien bauend, hat sich die ehemals strukturschwache Region zum starken Wirtschaftsraum entwickelt, der auch internationale Beachtung findet. Als Energiewende-Vorreiter kann der Null-Emissions-Landkreis als Vorbild und Ideengeber für Städte und Gemeinden dienen, die - wie jetzt in Trier, Landau und Speyer geschehen - den Klimanotstand ausgerufen haben, betonte Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken heute in Kirchberg. Dort besichtigte sie mit Hans-Josef, Fell, dem Präsidenten der Energy Watch Group, mehrere Vorzeigeprojekte im Landkreis, der 2018 zur Energiekommune des Jahrzehnts gekürt wurde.
 
Besuchsstationen waren u.a. das als Energiegewinnhaus errichtete Verwaltungsgebäude der Rhein-Hunsrück-Entsorgung (RHE), der Außerschulische Lernort der RHE mit Angeboten zum erlebnisorientierten Lernen in den Bereichen Umweltbildung und Abfallwirtschaft sowie die Photovoltaikanlagen am Standort. Für die geplante Bioabfallvergärungsanlage, die jährlich rund 2.481 Tonnen CO2 einsparen wird, hatte das Land der RHE im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

Klimaschutz Top-Herausforderung

„Der Verlust von zwei bis drei Millionen Bäumen allein in diesem und dem vergangenen Jahr, der Rückgang der Grundwasserneubildung um zwölf Prozent in den letzten 15 Jahren oder der Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur um bereits 1,6 Grad Celsius machen deutlich, dass der Klimaschutz auch in Rheinland-Pfalz zur Existenzfrage und zur Top-Herausforderung unserer Zeit geworden ist“, machte die Umweltministerin in Kirchberg deutlich. Gleichzeitig hob sie hervor, dass Rheinland-Pfalz den Klimaschutz schon frühzeitig ernstgenommen habe und die Energiewende seit vielen Jahren im Land vorantreibe. „Seit Mitte 2014 haben wir als eines der ersten Bundesländer ein Landesklimaschutzgesetz. Unser Hauptziel darin ist die weitgehende Klimaneutralität bis 2050. Eine Maßnahme ist das Klimaschutzkonzept, das aktuell fortgeschrieben wird. Insgesamt kommt Rheinland-Pfalz beim Klimaschutz voran: Die Treibhausgasemissionen sind zwischen 1990 bis 2015 um rund 37 Prozent reduziert worden“, so Höfken.

Den Blick auf die Bundespolitik gerichtet, wies die Ministerin weiter darauf hin, dass das Land die Klimaziele allerdings nicht alleine erreichen könne: „Rheinland-Pfalz ist hier insbesondere auf den Bund angewiesen. Auf Bundesebene brauchen wir klare Vorgaben für den Ausbau Erneuerbarer Energien, ein Bundesklimaschutzgesetz, die CO2-Bepreisung und den Kohleausstieg. Zusätzlich müssen die vom Bund aufgebauten Hemmnisse für Energiewende und Klimaschutz dringend beseitig werden: Rheinland-Pfalz hat dazu in der 92. Umweltministerkonferenz im Mai einen umfassenden Antrag eingebracht, der einstimmig beschlossen wurde.“

Für eine erfolgreiche Energiewende reiche es nicht mehr, auf kommunaler Ebene Flächen bereitzustellen und Investoren für Erneuerbare Energie Anlagen zu finden. „Das hat man hier im Rhein-Hunsrück-Kreis schon vor Jahren erkannt. Wer Energiewende- und Klimaschutz-Projekte erfolgreich umsetzen will, muss die Bürgerinnen und Bürger und alle maßgeblichen Player mit ins Boot holen und beteiligen sowie die finanzielle Last auf mehreren Schultern verteilen. Dann profitieren alle von der Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien und das strahlt - so wie hier - positiv aus auf die gesamte Region und weit darüber hinaus“, so Höfken abschließend.