Neue Wolfsnachweise im Kreis Neuwied

Genetische Untersuchung ergibt: Sehr wahrscheinlich leben zwei Fähen in Rheinland-Pfalz / weiterer Wolfsnachweis bei Sankt Katharinen

In Rheinland-Pfalz leben mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Fähen: Bislang ist man davon ausgegangen, dass es sich nur um ein Tier am Stegskopf handelt. Die Untersuchung einer aktuellen Kotprobe hat jedoch ergeben: Eine zweite Wölfin ist in der Nähe von Bad Hönningen beheimatet. Dort lebte sie anderthalb Jahre unbemerkt. Die Kotprobe ergab: Es handelt sich um dasselbe Tier, das bereits im Mai 2018 nachgewiesen wurde, nachdem es ein Dammwild in einem Gehege bei Leutesdorf gerissen hatte. 
Bislang ging man nur von einer Wölfin aus, die dauerhaft in Rheinland-Pfalz, am Stegskopf im Westerwald, ansässig ist. Von einem der beiden in Rheinland-Pfalz lebenden Tieren ging bisher ein Nutztierriss aus. Wildtiere, insbesondere Rehe, Schwarz- und Rotwild sind die Hauptnahrung von Wölfen. Wölfe gelten als wichtige Tiere zur Regulierung des großen Wildbestands.

Schafsriss bei Sankt Katharinen
Ein wohl in Nordrhein-Westfalen lebendes Tier hat Ende Oktober zwei Schafe im Kreis Neuwied bei Sankt Katharinen gerissen. Die DNA stimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Wölfin überein, die erstmalig im Oberbergischen Kreis nachgewiesen werden konnte. Eine sichere Individualisierung ist jedoch aufgrund der vorliegenden DNA nicht möglich. Nach dem „Ausflug“ nach Rheinland-Pfalz konnte sie Anfang November bei Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis in NRW individualisiert werden. Die Schafe waren in einem Festzaun mit Unterschlupfmöglichkeiten unzureichend geschützt. Eine Aufrüstung von Zaunanlagen und Elektrozäune können über die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Bereich des Westerwaldes und der Pufferzone in der Eifel (VG Prüm, Adenau und Gerolstein) gefördert werden.

Zudem konnte Ende November in der Nähe von Waldbreitbach und Dierdorf im Kreis Neuwied zwei Filmaufnahmen von einem Wolf gemacht werden. Inwieweit es sich um das gleiche Tier handelt, kann anhand der Bilder jedoch nicht nachvollzogen werden.

Hintergrund: Der Westerwald als Präventionsgebiet

Die Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Neuwied sowie die Stadt Koblenz und Teile des Rhein-Lahn-Kreises wurden im Frühjahr 2018 vorsorglich als ‚Präventionsgebiet Westerwald‘ ausgewiesen. Im September wurde aufgrund von Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen ein Teilpräventionsgebiet im Grenzgebiet festgelegt, das die Verbandsgemeinden Prüm, Gerolstein und Adenau umfasst.

Es gilt: In Präventionsgebieten fördert das Land die Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde für Schaf-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter. Das Umweltministerium bekräftigt den Aufruf an Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern in diesem Gebiet, für entsprechenden Schutz der Tiere zu sorgen – die Kosten werden zu 100 Prozent vom Land übernommen. Ansprechpartner dafür ist die Stiftung Natur und Umwelt (SNU). „Selbstverständlich erhalten Tierhalterinnen und Tierhalter landesweit eine Entschädigung für ihre Nutztiere, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann“, erklärt Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken.

Bisher wurden in 26 Fällen Wolfsvorkommen in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, die wahrscheinlich auf zehn bis vierzehn einzelne Wolfsindividuen zurückzuführen sind.
Für das Monitoring in Rheinland-Pfalz ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft zuständig. Der im Jahr 2015 beschlossene Wolfsmanagementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor.

Weitere Informationen zum Managementplan sind online abrufbar unter: mueef.rlp.de/fileadmin/news_import/Wolfmanagmentplan.pdf