Spiegel: Windenergie im Wald ist von besonderer Bedeutung für die Energiewende

Rheinland-Pfalz im Ländervergleich weiterhin an der Spitze / Mehr als die Hälfte der 2020 in Betrieb genommenen Windenergieanlagen stehen im Wald.

„Die Energiewende schützt langfristig unsere Wälder, da Erneuerbare Energien bei der Erzeugung kein klimaschädliches CO2 ausstoßen. Deshalb ist es wichtig, auch im Wald mehr Windenergieanlagen zu errichten. Ich bin froh, dass wir in Rheinland-Pfalz unsere Spitzenposition im Ländervergleich zur Windenergie im Wald behaupten und damit den Kampf gegen den Klimawandel vorantreiben“, sagte Staatsministerin Anne Spiegel anlässlich des aktuellen Berichts der Fachagentur Windenergie an Land.

Im Jahr 2020 wurden mit 15 neuen Anlagen mehr als die Hälfte der neuen Windenergieanlagen in Rheinland-Pfalz auf Waldflächen in Betrieb genommen (58 Prozent). Damit ist Rheinland-Pfalz weiterhin das Bundesland mit den meisten Windenergieanlagen im Wald. Jedes vierte Windrad im Land drehte sich letztes Jahr im Forst. Von den im Wald installierten Windrädern stehen 84 Prozent auf kommunalen Flächen und bieten so eine gute Einnahmequelle für die Gemeinden und für die Zukunft der nachfolgenden Generationen – sie ermöglichen beispielsweise die Finanzierung einer Kita oder eines neuen Spielplatzes.

„Die Klimaziele des Landes sind mit Aufforstung allein nicht zu erreichen. Deshalb ist die effiziente und naturverträgliche Nutzung von Windenergie im Wald notwendig: durch den erneuerbaren Strom einer Windenergieanlage können im Vergleich zur gleichen Menge Braunkohlestrom jährlich rund 4.500 Tonnen CO2 vermieden werden. Dabei sind die Emissionen für den Bau der Anlage bereits berücksichtigt. Zum Vergleich: Der Klimaschutzbeitrag von einem Hektar Wald beläuft sich in Rheinland-Pfalz auf rund 10,4 Tonnen CO2. Dementsprechend können alle Windenergieanlagen in den rheinland-pfälzischen Wäldern – insgesamt 467 – so viel CO2 einsparen wie eine Fläche von etwa 200.000 Hektar Wald.

„Die dramatische Situation in unseren Wäldern macht die Auswirkungen des Klimawandels sichtbar. Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir die Windenergienutzung im Land mindestens verdoppeln. Der Vorteil von Windenergie im Wald: Die Standorte sind oft fernab von Wohngebieten und auf Flächen, an denen der Wind besonders stark weht. Sie bieten häufig beste Voraussetzungen für die Inbetriebnahme von Windenergieanlagen. Das wollen wir weiterhin sinnvoll und naturverträglich nutzen und mit der Windenergie im Wald die Energiewende vorantreiben sowie dem Waldsterben etwas entgegensetzen“, so Spiegel abschließend.

Hintergrund:
Die Fachagentur Windenergie an Land veröffentlicht jährlich einen Bericht zur Entwicklung der Windenergie im Wald. Rheinland-Pfalz ist, wie bereits im vorigen Jahr, weiterhin führend beim Ausbau und der Nutzung von Windenergieanlagen auf Waldflächen. Mit 840.000 Hektar sind 42 Prozent der gesamten Landesfläche in Rheinland-Pfalz Waldgebiet. Annähernd die Hälfte des Waldes (46 Prozent) sind im Besitz von Städten und Gemeinden, ein gutes Viertel (26 Prozent) ist im Besitz des Landes. Ende 2020 waren in Rheinland-Pfalz 467 Windturbinen auf Waldflächen in der Eifel, im Hunsrück, im Westerwald und im Taunus mit einer Gesamtleistung von 1.233 MW in Betrieb: 15 mehr als noch im Vorjahr. Jedes vierte Windrad beziehungsweise 33 Prozent der installierten Gesamtleistung in Rheinland-Pfalz drehte sich Ende letzten Jahres im Forst.

Dass sich der Ausbau von Windenergie im Wald rentiert, zeigt unter anderem der Rhein-Hunsrück-Kreis. Dieser wurde als erster Landkreis in Deutschland bilanziell CO2-neutral. Zuvor eine der strukturschwächsten Regionen, haben die dortigen Gemeinden mittlerweile die landesweit geringste kommunale Verschuldung. Die Einnahmen allein aus dem Betrieb der Erneuerbaren Energien-Anlagen von rund 50 Mio. Euro jährlich dienen der Erhöhung von Lebensqualität, sozialen Zwecken sowie zur Förderung weiterer Investitionen in Klimaschutz-Maßnahmen wie Biomasse-Vergärungsanlagen, moderne Nahwärmenetze mit Solarthermie oder effiziente Kläranlagen. Und: inmitten von Windparks ist die Geierlay-Hängebrücke eine Attraktion.