Umweltministerium informiert: Totes Tier an B8 bei Rettersen vermutlich Wolfswelpe

DNA-Proben werden vom Senckenberg-Institut in Gelnhausen genetisch untersucht.

Am Mittwochabend wurde ein totes Tier an der B8 bei Rettersen gemeldet. Nach Einschätzung von Expertinnen und Experten handelt es sich dabei vermutlich um einen männlichen Wolfswelpen. Zur Identifizierung des Tieres werden Gewebe-, Haar- und/oder Speichelproben vom Senckenberg-Institut in Gelnhausen genetisch untersucht. So kann auch festgestellt werden, ob der Welpe zum Leuscheider Rudel gehört, das sich an der Grenze von Rheinland-Pfalz zu Nordrhein-Westfalen zwischen Altenkirchen und Sieg aufhält.

Der Kadaver wird zudem tiefgefroren nach Berlin zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) geschickt und dort obduziert. So kann die Todesursache ermittelt werden und andere Verletzungen oder Krankheiten, die nicht von einem Verkehrsunfall rühren, ausgeschlossen werden.

Sollte es sich tatsächlich um einen Wolfswelpen und einen Verkehrsunfall handeln, wäre dies nicht der erste Wolf, der auf der B8 von einem Fahrzeug erfasst wurde. Die Wölfin GW1415f war am 9.12.2019 ebenfalls in der Nähe von Rettersen in einen Autounfall verwickelt, hat diesen aber – vermutlich verletzt –  überlebt und im Frühjahr vermutlich sogar Junge zur Welt gebracht, die im Rhein-Sieg-Kreis gefilmt wurden.

Das Umweltministerium bittet darum, vor allem nachts und bei Dämmerung umsichtig zu fahren, um Mensch und Wolf vor den Folgen eines Verkehrsunfalls zu bewahren.

Derzeit einziges Rudel in RLP
Das Leuscheider Rudel ist sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfahlen derzeit das einzige Wolfsrudel. Zwar wurde letztes Jahr im August das erste rheinland-pfälzische Wolfsrudel mit fünf Jungen bei Neuwied fotografiert, dieses hat sich jedoch offensichtlich im vergangenen Winter aufgelöst. Von der Wolfsmutter fehlt jede Spur, eine Tochter wurde in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen, eine andere mittels Kotfund in der Nähe von Neuwied. Beide Rudel, sowohl das letztjährige Neuwieder als auch das aktuelle Leuscheider, haben sehr wahrscheinlich denselben Vater, den Rüden GW1159m.

In NRW wurde um das Leuscheider Territorium das Wolfsgebiet Bergisches Land ausgewiesen, in RLP gibt es schon seit 2018 das Präventionsgebiet Westerwald, wo Tierhalterinnen und Tierhalter Fördermittel für wolfssichere Zäune erhalten.

Hintergrund:
Bei Verdacht auf einen Wolfsriss können sich die betroffenen Tierhalterinnen und -halter über die Wolfshotline 06306-911199 oder via Mail an wolf(at)snu.rlp.de an die Stiftung Naturschutz und Umwelt (SNU) wenden, die auch die Anträge auf Entschädigung entgegennimmt.

Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online veröffentlicht unter: snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/