Erste Erdwärmeheizung in öffentlichem Gebäude in Betrieb genommen – Griese betont Modellcharakter

„Die Wärmewende in Rheinland-Pfalz lebt von Initiativen vor Ort. Die Erdwärmeheizung in Bad Ems zeigt, dass klimafreundliche Wärmekonzepte auch in historischen und öffentlichen Gebäuden umgesetzt werden können“, freute sich Staatssekretär Dr. Thomas Griese bei der feierlichen Inbetriebnahme der Erdwärmeheizung.

„Dieses Projekt hat Modellcharakter und soll Vorbild sein. Darum haben wir 50 Prozent der Investitionskosten als Land übernommen und mit 250.000 Euro gefördert“, betonte Dr. Griese. „Es gibt in der Region viele stillgelegte Bergwerke mit warmem Grubenwasser. Hier schlummert noch viel Potenzial.“ Die neue Heizanlage des Rathauses in Bad Ems ist die erste Erdwärmeheizung eines historischen öffentlichen Gebäudes in Rheinland-Pfalz. Hierfür wird ganzjährig das 25 Grad warme Grubenwasser aus den Stadtstollen genutzt. Mit Hilfe von Wärmetauschern, die mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben werden, wird das Wasser auf bis zu 55 Grad aufgeheizt und in die Heizanlage eingespeist. Damit spart die Gemeinde pro Jahr rund 75 Tonnen CO2-Äquivalente ein. Parallel wird eine Begleitstudie zu Nutzung von Grubenwärme erstellt, von deren Gesamtkosten (94.000 Euro) das Umweltministerium ebenfalls 80 Prozent übernommen hat (75.000 Euro). Diese wird insbesondere die Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf andere Standorte beleuchten.

Wärmewende stärkt regionale Wertschöpfung

„Bad Ems leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und macht sich unabhängig von fossilen Rohstoffen“, betonte der Staatssekretär. „44 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen entstehen im Wärmesektor – das ist fast die Hälfte. Aber der Anteil von Erneuerbaren Energien liegt nur  bei elf Prozent. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Anstrengungen zu verstärken – vor allem, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen.“ Bis 2020 soll in Rheinland-Pfalz die CO2-Emissionen um 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 90 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 reduziert werden.

Das Land unterstützt Kommunen, lokale Unternehmen  sowie Bürgerinnen und Bürger bei der Wärmewende mit einem eigenen Wärmekonzept, das dynamisch angelegt ist und Erfahrungen und neue Entwicklungen berücksichtigt. „Das Ziel dabei ist, zum Nachahmen anzuregen und die Wärmewende in die Fläche zu tragen. Ich hoffe, dass die Erdwärmeheizung in Bad Ems viele andere Kommunen anregt, sich zu engagieren“, so Dr. Griese und betonte: „Denn Projekte der Wärmewende nützen nicht nur unserem Klima, sondern stärken auch der lokale Wertschöpfung. Sie kurbeln die regionale Wirtschaft und das Handwerk an – ob bei der Beratung, bei der Planung oder der Installation.“