Extreme Wetterlagen häufen sich: Hochwasserschutzkonzepte werden immer wichtiger

Umweltministerin Höfken betont Bedeutung der Vorsorge / Land übernimmt 90 Prozent der Kosten für kommunale Hochwasserschutzkonzepte

„Rheinland-Pfalz ist weiterhin stark betroffen von heftigen Unwettern, die in einigen Orten zu schweren Überschwemmungen geführt haben. Viele Häuser und Wohnungen sind durch die Wasser- und Schlammmassen stark beschädigt worden. Ich danke den vielen Helfern und Einsatzkräften vor Ort. Ich wünsche den Betroffenen viel Kraft für die anstehende Schadensbewältigung und hoffe, dass die Schäden nicht existenziell sind“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken. Sie besuchte heute mit dem Verbandsbürgermeister, den Ortsbürgermeistern, Ingenieurbüros und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord neben Biersdorf am See die Orte  Ließem, Ehlenz, und Kyllburg. In der Region Südeifel waren viele Ortschaften in der Nacht zu Montag vom Unwetter überrascht worden, zahlreiche Gebäude standen unter Wasser.

Land fördert Hochwasserschutzkonzepte der Kommunen

„Die vergangenen Tage und Wochen zeigen, dass der Klimawandel vor unsere Haustür angekommen ist. Vorsorge wird immer wichtiger, denn Hochwasser in dieser Form können uns alle treffen. Wir helfen den Kommunen daher bei der Aufstellung und Finanzierung von Hochwasserschutzkonzepten – 300 Kommunen haben dies bereits in Anspruch genommen“, so Höfken. Ein Hochwasserschutzkonzept dient dazu, Schäden durch enorme Wassermengen, die bei einem Unwetter wie Sturzbäche durch die Ortschaften fließen, zu verringern. Hierfür arbeiten die Kommunen mit Ingenieuren zusammen. „Wir stellen Daten zur Verfügung, mit denen sich ermitteln lässt, welche Wege sich das Wasser im Extremfall bahnt. Außerdem gibt es Ortsbegehungen, um zu sehen, welche Hindernisse das Wasser in diesem Fall zu überwinden hätte und was die Wasser- und Schlammmassen in so einem Fall mitreißen könnten“, erklärte die Ministerin. Auf dieser Grundlage werden Hochwasserschutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Das Umweltministerium übernimmt 90 Prozent der förderfähigen Kosten für die Erstellung des Konzeptes. Hierfür ist wichtig, dass die Bürgerinnen ihre Dokumentationen an die Orts-, Verbandsgemeinden und die SGD weitergeben. Sie bilden bei der Erstellung von Konzepten ebenfalls eine wichtige Grundlage.

Folgen und Schäden der Unwetter versicherbar

„Extreme Wetterlagen und Hochwasser lassen sich nicht verhindern. Aber wir können in den Kommunen Vorsorge treffen, dass das Wasser in einem solchen Fall weniger Schäden anrichtet. Kommt es zu Schäden wie in diesen Tagen und Wochen, etwa an Flussbetten und Ufern der Gewässer oder an wasserwirtschaftlichen Anlagen, unterstützt das Land ebenfalls und übernimmt 50 Prozent der Kosten“, so Höfken. Dazu gehören auch die Behebung von Seiten- und Tiefenerosion oder Verstopfungen der kommunalen Rohre. Die Ministerin appellierte zudem an die Bürgerinnen und Bürger, sich über die Möglichkeiten einer Elementarschadenversicherung zu informieren: „Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle führen dazu, dass der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen kann. Auch die Kanalisation ist binnen weniger Minuten überlastet. Das ist anders als bei Hochwassern an Fließgewässern und bedeutet, dass auch kleine Flüsse, die noch nie über die Ufer getreten sind, zu reißenden Flüssen werden oder die Wassermassen in den Ort stürzen“, so die Ministerin. „Eine zusätzliche Elementarschadenversicherung kann daher sehr ratsam sein, auch, wenn es auf den ersten Blick nicht notwendig erscheint.“

Mehr Informationen unter: https://wasser.rlp-umwelt.de/servlet/is/1045/