Griese: Künftiger Reserveraum Eich schützt vor steigender Hochwassergefahr – Dialogprozess gestartet

„Mit dem Klimawandel steigt die Gefahr von extremen Hochwasserereignissen weiter an. Die Hochwasserkatastrophen an Elbe und Donau im Jahr 2013 haben eindrücklich gezeigt, dass es keine absolute Sicherheit gibt“, so Umweltstaatssekretär Thomas Griese heute auf der Auftaktveranstaltung des Informations- und Dialogprozesses zum Reserveraum für Extremhochwasser in Eich.

Auch am Rhein müsste bei einem Versagen der Deiche durch ein Extremhochwasser mit Schäden von rund sechs Milliarden Euro gerechnet werden – allein in Rheinland-Pfalz, stellte Griese klar: „Deshalb ist es so wichtig schon heute zu handeln und zusätzlich zu den vertraglich vereinbarten Poldern, die beiden großen Reserveräume für Extremhochwasser zu bauen – einen in der Hördter Rheinniederung und einen in Eich.“

Das Land habe mit der Sanierung der Rheindeiche und dem Bau von Poldern frühzeitig ein umfassendes Maßnahmenprogramm aufgesetzt, um den Hochwasserschutz am Oberrhein auf das Schutzniveau eines 200 jährlichen Hochwassers zu bringen. „Ich bin daher sehr froh darüber, dass nun die konkreten Planungen für den Reserveraum Eich-Guntersblum beginnen. Damit setzen wir Forderungen des Landtags um, über die vertraglichen Rückhalteräume hinaus weitere Räume zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu schaffen. Wir erreichen für die Region ein höheres Schutzniveau und gleichzeitig leisten wir einen wesentlichen Solidarbeitrag zur überregionalen Hochwasservorsorge in der Rheinniederung“, erklärte der Staatssekretär.

„Die weiteren Planungsschritte wollen wir mit allen Betroffen transparent und im Dialog gehen. Mein Dank gilt der SGD Süd und dem Beratungsbüro Team ewen, die den heute beginnenden Informations- und Dialogprozess entwickelt haben. Um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, haben wir bereits eine Internetseite zum Projekt freigeschaltet und an alle Haushalte den ersten Infobrief verteilt. Wir werden weiterhin Informationen zu wesentlichen Hintergründen und Planungsabschnitten bereithalten und spezifische Dialogveranstaltungen anbieten. Auch der heutige Infomarkt mit allen Beteiligten trägt dazu bei und ist ein toller Startschuss für den weiteren Dialogprozess“, so Griese abschließend.

Auf einer Fläche von rund 850 Hektar solle so ein Rückhalteraum für etwa 28 Millionen Kubikmeter Rheinhochwasser entstehen. Der Reserveraum werde jedoch nur im Katastrophenfall geflutet, wenn alle anderen Hochwasserschutzmaßnahmen und ein unkontrolliertes Überströmen oder gar Versagen der Deiche drohe. Die Fläche biete sich aufgrund ihrer geographischen Lage an, da sie als einziger zusammenhängender Raum, Wassermassen aus dem Zusammenfluss von Rhein und Neckar aufzufangen. Mit dem Bau des nach derzeitiger Schätzung ca. 55 Millionen Euro teuren Vorhabens soll voraussichtlich 2024 begonnen werden.
Die Webseite www.rre-eich-guntersblum.de informiert über den aktuellen Stand des Vorhabens.