Höfken: Kommunen sind Schlüsselakteure der Wärmewende

Umweltministerin stellt beim Wärmekongress in Trier Wärmewende-Projekte und Fördermöglichkeiten für Städte und Gemeinden vor.

„Allein in Deutschland gehen 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen auf das Konto des Wärmesektors. Um die Energiewende auch vor dem Hintergrund des Atom- und Kohleausstiegs zum Erfolg zu führen, müssen wir den Wärmebereich auf Erneuerbare Energien umstellen und effizienter gestalten. Mit unserem Wärmekonzept für Rheinland-Pfalz haben wir dafür die ersten Weichen gestellt“, sagte Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken beim Wärmewendekongress „Erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende vor Ort“ der Landesenergieagentur und des Energieministeriums. Das Gelingen der Wärmewende sei eng an die erfolgreiche Umsetzung vor Ort geknüpft – Städte und Gemeinden seien hier die Schlüsselakteure, so Höfken weiter. „Bei der Umsetzung von Projekten zur nachhaltigen Wärmeversorgung stehen wir den Städten und Gemeinden mit der Energieagentur beratend zur Seite und unterstützen sie mit zahlreichen Förderprogrammen des Wärmekonzepts – zum Beispiel bei der Umstellung der Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien oder bei der Planung einer energetischen Sanierung von Schul- und Verwaltungsgebäuden.“ Wie bei vielen neuen Entwicklungen seien Erfahrung, Austausch, Begleitung und Beratung wichtig, um erfolgreich zu sein, Wertschöpfung zu erzielen und eine Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land zu erreichen, führte die Ministerin an.

Energieeffiziente Quartierssanierungen und Nahwärmenetze bringen Wärmewende voran

Die Sanierungsquote für Gebäude liegt deutschlandweit bei rund einem Prozent pro Jahr. Das zeigt: Gerade bei der energetischen Gebäudesanierung gibt es großes Potenzial und Handlungsbedarf. Um dieses zu erschließen, unterstützt das Umweltministerium die Erstellung von energetischen Quartierssanierungskonzepten sowie die Einstellung von Sanierungsmanagern. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat es 57 Anträge für die Erstellung von Quartierskonzepten und den Einsatz von Sanierungsmanagern in rheinland-pfälzischen Gemeinden und Städten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 4,5 Millionen Euro bewilligt. Für den Neubaubereich forderte Ministerin Höfken, dass im geplanten Gebäudeenergiegesetz die Anforderungen für den Niedrigstenergiestandard nicht auf dem derzeit geltenden EnEV-Standard verharren dürften. Vielmehr sei zur Erreichung der Klimaschutzziele ein wesentlich ambitionierteres Niveau durch die Bundesregierung festzusetzen, erklärte Höfken.

Auch die nachhaltige Wärmeversorgung durch Nahwärmenetze hat das Umweltministerium bei der lokalen Wärmewende im Blick und konnte mit dem Programm „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur – ZEIS“ bereits 15 Wärmeverbünde im Land mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 16 Millionen Euro unterstützen. „Unsere Landesenergieagentur gibt Hilfestellung von der Projektidee bis zur Durchführung von Nahwärmeverbünden, um künftig einen möglichst reibungslosen Anlagenbetrieb zu gewährleisten. Für die Wärmeversorgung mit geothermischer und solarer Energie, regionaler industrieller Abwärme sowie Wärme aus Abwasser haben wir kürzlich zudem die Förderkonditionen um acht Prozentpunkte erhöht. So unterstützen wir kommunale Investitionen heute mit 20 Prozent“, erläuterte die Umweltministerin und führte weiter an: „Unsere Anstrengungen für den Klimaschutz sind notwendiger denn je. Die Heißzeit im vergangenen Jahr hat gezeigt: Klimaschutz ist keine Option, sondern ein absolutes Muss. Unser Wärmekonzept ist daher ein zentraler Baustein zur Erreichung unseres Klimaschutzziels – ein klimaneutrales Rheinland-Pfalz bis 2050.“

Trier: Modellregion für die Wärmewende

„Wie die Wärmewende in den Regionen von Rheinland-Pfalz umgesetzt werden kann, wollen wir in der Region Trier modellhaft zeigen. Die Wärmestudie für die Region Eifel und Trier bildet hierfür die Grundlage: Mit 24 konkreten Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern. So wollen wir etwa durch die interkommunale Zusammenarbeit bei der Wärmewende, die Umsetzung von Nahwärmenetzen auf Basis von Erneuerbaren Energien oder die Erschließung von regionalem Biogas die Wärmeversorgung der Region dekarbonisieren und die Effizienz kontinuierlich steigern. Zur weiteren Unterstützung der lokalen Wärmewende schaffen wir eine Koordinierungs- und Beratungsstelle in Trier“, sagte die Ministerin. Diese soll in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Region Trier und der Landesenergieagentur entstehen und noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen. Sie wird Kommunen und Unternehmen künftig rund um die Umsetzung ihrer Maßnahmen beratend zur Seite stehen. 

„Der Wärmekongress während der ‚Wärmetour‘ des Umweltministeriums zeigt: Viele Städte und Gemeinden haben sich auf den Weg zu einer nachhaltigen, effizienten Wärmeversorgung gemacht. Mit gutem Grund, denn die Umsetzung der Wärmewende vor Ort ist ein doppelter Gewinn für Städte und Gemeinden: Neben dem Beitrag zu unseren Klimaschutzzielen stärken sie so die lokale Wertschöpfung. Zum Beispiel indem Wärme in der Region gewonnen wird und lokale Handwerksbetriebe von Sanierungsaufträgen profitieren können“, betonte Höfken abschließend. 

Das Wärmekonzept für Rheinland-Pfalz und die Wärmestudie für die Region Trier sind online abrufbar unter: 

mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Startseite/Pressemeldung-pdf/Waermekonzept_fuer_Rheinland-Pfalz.pdf

mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Themen/Energie_und_Strahlenschutz/Energie/Waermestudie_Region_Eifel_und_Trier.pdf