Höfken: „Land kann beim Tierschutz auf großes Engagement der Bürger bauen“

In Mainz hat Umweltministerin Ulrike Höfken heute den Tierschutzpreis 2017 des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Drei Preisträger teilen sich die Auszeichnung: Für ihren besonderen Einsatz für den Tierschutz geehrt wurden der Tierarzt Markus Gilles aus Burgbrohl, der Verein Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V. sowie Waldtraud Prokopeck aus Pirmasens.

Der mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Preis wurde zum 24. Mal vergeben.

„Die Auszeichnung soll dazu dienen, die Tätigkeit einzelner Personen und das Engagement von Gruppen im Tierschutz hervorzuheben und in besonderer Weise zu honorieren. Gleichzeitig soll er Anreiz sein für weiteres Engagement und als Vorbild für andere dienen“, betonte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Feierstunde. Als Anerkennung für diesen Einsatz schreibe die Landesregierung nicht nur jedes Jahr den Tierschutzpreis aus, sie fördere auch rheinland-pfälzische Tierschutzorganisationen und Tierheime finanziell. So seien allein 2017 rund 670.000 Euro bewilligt worden, fuhr Höfken fort.

„Tierschutz ist eine Daueraufgabe, um Fehlentwicklungen entgegen zu wirken. So werden Tiere als Haustiere angeschafft, ohne dafür die Kenntnisse, Fähigkeiten und räumlichen Möglichkeiten zu haben. Das führt oft zur Überbelegung von Tierheimen. Aufklärung alleine hilft leider nicht immer weiter. Einige gesetzliche Rahmenbedingungen müssten dringend geändert werden. Wir werden weiter in unserem Bemühen fortfahren, eine Änderung des Tierschutzrechts und damit einen besseren Schutz der Tiere zu erreichen“, so die Ministerin.

Den Tierschutzpreis des Landes 2017 erhält in der Kategorie „vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz“ der Burgbrohler Tierarzt Markus Gilles. Bereits seit dem Jahr 2009 nimmt sich Herr Gilles des Problems der unkontrollierten Vermehrung von freilaufenden Katzen zum Schutz der Tiere in der Gemeinde Burgbrohl an. Von ihm wurde das sogenannte „Burgbrohler Modell" ins Leben gerufen. Dabei werden bei  tierschutzrelevanten Sachverhalten Fangaktionen durchgeführt und Kastrationen auf Kosten der Ortsgemeinde Burgbrohl und mit Unterstützung der Tierarztpraxis von Herrn Gilles schnell und unbürokratisch vorgenommen. Das „Burgbrohler Modells" hat nicht nur zu einer Kastrationspflicht für Freigängerkatzen geführt, sondern hat zusätzlich bei den Bürgerinnen und Bürgern ein verstärktes Bewusstsein für den Tierschutz geschaffen.

Ebenfalls in der Kategorie „vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz“ wird die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied geehrt. Der 2015 gegründete, gemeinnützige Verein mit derzeit 28 Mitgliedern setzt sich für betreute Taubenschläge mit Populationskontrolle nach dem Augsburger Modell ein. Dabei werden die Tiere in einem Taubenschlag artgerecht gefüttert und mit frischem Trinkwasser versorgt, die Brutplätze täglich gereinigt und die Eier gegen Attrappen ausgetauscht. Kranke und verletzte Tiere werden medizinisch versorgt. Langfristig führt diese Taubenhaltung zu einer kleineren und gesünderen Stadttaubenpopulation und trägt nicht nur zum Tierschutz sondern auch zur Stadtsauberkeit und einem besseren Verhältnis zwischen Tauben und Menschen bei. Seit Mai 2016 betreibt die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V in Koblenz nach diesem Modell einen Taubenschlag in einem umgebauten Bauwagen. In Neuwied ist  der nächste Taubenwagen gerade in Arbeit. Außerdem pflegt der Verein kranke und verletzte Tauben aus dem Großraum Koblenz und Neuwied. Seit seinem Bestehen wurden über 300 Tiere betreut und medizinisch versorgt.

Der Tierschutzpreis in der Kategorie „besonderer ehrenamtlicher Einsatz für den Tierschutz“ geht an Waltraud Prokopeck aus Pirmasens. Seit 1990 ist sie Mitglied des Vereins Menschen für Tiere e.V., der sich hauptsächlich um streunende Katzen in und um Pirmasens kümmert. Sie ist der treibende Motor des Vereins und nimmt seit 1992 die Aufgabe als Kassenwartin im Verein wahr. Zweimal jährlich organisiert sie zudem Flohmärkte, um mit deren Einnahmen die benötigten Finanzmittel für die Vereinsarbeit sicherzustellen. Daneben füttert sie ganzjährig, täglich zweimal an vier verschiedenen Stellen, streunende Katzen. Auch die Organisation anderer Helfer für Futterstellen wird von ihr übernommen. Auch vermittelt sie bei Streitigkeiten zwischen Mietern, wenn es um Probleme geht, die mit Tieren zusammen hängen.

 

Fotos von der Preisverleihung finden Sie hier