Höfken: „Mit Biolebensmitteln Gesundheit und Umwelt schützen“

„Biolebensmittel enthalten erheblich weniger Schwermetalle und Pestizide, aber mehr gesundheitsfördernde Stoffe. Das ist gut für die eigene Gesundheit und unsere Umwelt“, fasst Umweltministerin Ulrike Höfken das Ergebnis einer Studie der Universität Newcastle zusammen.

„Biolebensmittel enthalten erheblich weniger Schwermetalle und Pestizide, aber mehr gesundheitsfördernde Stoffe. Das ist gut für die eigene Gesundheit und unsere Umwelt“, fasst Umweltministerin Ulrike Höfken das Ergebnis einer Studie der Universität Newcastle zusammen. Carlo Leifert, der Leiter der Studie, stellte die Ergebnisse heute im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mittwochs im MUEWF“ des Umweltministeriums in Mainz vor und diskutierte sie mit der Ministerin sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Regionalvermarktung und Verbraucherschutz.

Ob Bioprodukte auch reicher an gesundheitsfördernden Inhaltstoffen sind als konventionelle Produkte, wurde immer wieder angezweifelt. „Jetzt wissen wir, was wir an unseren Biobauern haben: Sie schützen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch unsere Gesundheit und schonen somit auch unser Gesundheitssystem. Damit dies so bleibt, benötigen unsere Öko-Betriebe ebenso wie die Verbraucherinnen und Verbraucher bessere und verlässliche Rahmenbedingungen“, so Höfken. Diese seien mit dem am Dienstag im EU-Agrarministerrat erzielten Kompromiss zur Novellierung der Ökoverordnung noch längst nicht erkennbar.

Bio liege bei den Verbrauchern im Trend und die Öko-Landwirtschaft verzeichne Zuwächse. In Rheinland-Pfalz habe sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche in den vergangenen fünf Jahren um 43 Prozent auf rund 54.000 Hektar vergrößert. Die Zahl der Ökobetriebe sei um 36 Prozent auf 1264 angestiegen. „In Rheinland-Pfalz fördern wir gezielt die bäuerliche Landwirtschaft, die Vermarktung regionaler Produkte, die Ernährungsbildung und den ökologischen Landbau zur Stärkung der ländlichen Region“, so Ministerin Höfken.

Die Studie „Signifikante Unterschiede zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitteln” unter Beteiligung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (Schweiz) wertete 343 Einzelstudien aus. Biolebensmittel enthalten demnach bis zu 69 Prozent mehr Antioxidantien als herkömmliche Nahrung. Biologisch angebautes Obst, Gemüse und Getreide enthält zudem deutlich weniger toxische Schwermetalle, zum Beispiel fast 50 Prozent weniger Kadmium.

„Bis zu einem Drittel der weltweit benötigten natürlichen Ressourcen werden für die Ernährung aufgezehrt“, erklärte Ministerin Höfken. Durch Pestizide und Nitrat belastete Gewässer und der Anstieg der Treibhausgase seien globale Folgen der Lebensmittelproduktion, die auch in Rheinland-Pfalz spürbar seien.

Die Sensibilisierung für eine gesunde und umweltschonende Ernährung sei daher einer der Schwerpunkte der Ernährungspolitik des Landes. Höfken wies darauf hin, dass die vor zwei Jahren gestarteten Initiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ inzwischen mehr als 20 Projekte mit hunderttausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern umfasse. Die Landesregierung habe das Schulobst-Programm und das Beratungsangebot der Vernetzungsstelle Schulverpflegung auf Kitas ausgeweitet sowie ein Coaching-Projekt für Kitas mit dem Schwerpunkt Ernährung auf den Weg gebracht. Zudem wurden die Projekte „Kochschule vor Ort“ und „Was ist unser Essen wert?“ gestartet. Der Kochbus des Ernährungsministeriums mache auf jährlich rund 60 Vor-Ort-Terminen ernährungspolitische Themen konkret.