Höfken: Neue Trinkwasserbrunnen für Klimaanpassung und Abfallvermeidung

Umweltministerin weiht im Rahmen ihrer Sommertour in Kaiserslautern ersten öffentlich geförderten Trinkwasserbrunnen ein / Neues Förderprogramm für Kommunen

„Wir alle müssen uns an die Folgen des Klimawandels anpassen. In den zunehmenden Hitzeperioden sind die gesundheitlichen Belastungen für Bürgerinnen und Bürger zum Teil beträchtlich. Wichtig ist daher, ausreichend zu trinken und dafür ein eigenes Trinkgefäß aufzufüllen, um Einwegflaschen zu vermeiden. Darum fördern wir Kommunen, die öffentliche Trinkwasserbrunnen bauen wollen, mit einem neuen Programm“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute in Kaiserslautern. Die Stadtwerke Kaiserslautern haben zwei Trinkwasserbrunnen errichtet, die tagsüber kostenloses Leitungswasser bereitstellen. Gefördert wurde der Aufbau der Trinkwasserspender über das neue Förderprogramm „100 öffentliche Trinkwasserspender für Rheinland-Pfalz“, das mit Unterstützung der Wasserfachverbände LDEW und DVGW und den kommunalen Spitzenverbänden gestartet wurde. Kommunen und deren Wasserversorgungsunternehmen können mit einem Festbetrag von 4.000 Euro für die Aufstellung eines Trinkwasserbrunnens finanziell unterstützt werden. Die Betriebskosten sind von den jeweiligen Unternehmen zu tragen. Die Kommunen müssen sich mit den Gesundheitsämtern zur Überwachung und Beprobung abstimmen.

Müllvermeidung durch Trinkwasserspender

„Kostenloses und gutes Trinkwasser kann von Bürgerinnen und Bürgern auch in eigene Flaschen abgefüllt werden. Das reduziert Plastikmüll durch Einwegflaschen“, sagte Höfken. Diese Maßnahme wird ausdrücklich auch im so-genannten Fünf-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums für weniger Plastik und mehr Recycling empfohlen. „In Deutschland werden stündlich 1,9 Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht, pro Tag sind das rund 45 Millionen Stück. Mit den Trinkwasserspendern können wir Müll reduzieren“, sagte Höfken. „Zudem verschlingt die Herstellung von Plastikflaschen jährlich etwa 480.000 Tonnen Rohöl und Erdgaskondensate. Es ist also ressourcenschonend und klimaschützend, wenn wir möglichst auf Einweg und Plastik verzichten und stattdessen wiederverwendbare Flaschen auffüllen können.“ 

Wasser: Lebensmittel Nummer eins

Höfken sagte weiter: „Wir wollen mit dem Förderprogramm außerdem das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger schärfen, dass unser Lebensmittel Nummer 1, das Wasser aus der Leitung, eine hervorragende Qualität hat. Dafür sorgen Unternehmen wie die Stadtwerke Kaiserslautern.“ Rund 215 öffentliche Wasserversorgungsunternehmen versorgen die Verbraucherinnen und Verbraucher, also Haushalte und Kleingewerbe, jährlich mit insgesamt 223 Millionen Kubikmeter bestens aufbereitetem und kontrolliertem Trinkwasser. „Es steht uns allen ständig frisch, in beliebiger Menge und zu niedrigen Preisen zur Verfügung. Abgefülltes Wasser hingegen ist rund 250 Mal teurer als Leitungswasser“, so die Ministerin. Darüber hinaus kann eine Flasche Mineralwasser von der Quelle bis zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern lange Wege zurücklegen und damit etwa 1.000 Mal mehr CO2-Emissionen verursachen als die gleiche Menge aus dem Wasserhahn.

Hintergrund: 

Um eine möglichst breite räumliche Verteilung zu erreichen, sollen maximal 2 Brunnen je Kommune gefördert werden. 

Das Förderprogramm wird befristet auf 2 Jahre angelegt, die Fördermittel werden in der Reihenfolge des Antragseingangs berücksichtigt.

Die Kampagne wird ausdrücklich von den kommunalen Spitzenverbänden und den wasserwirtschaftlichen Fachverbänden (DVGW, LDEW) unterstützt.

Bisher haben rund 50 Kommunen bzw. Wasserwerke für das Programm Interesse angemeldet. Für 15 Brunnen liegen bereits konkrete Förderanträge vor.