Höfken/Hubig: Gute Gemeinschaftsverpflegung in Kita und Schule stärken – Adipositas und Fehlernährung entgegenwirken

Am Tag der gesunden Ernährung fordern die Ernährungsministerin und die Bildungsministerin alle Akteurinnen und Akteure auf, mit ausgewogenem Essensangebot und Ernährungsbildung in Kita und Schule ein wirkungsvolles Zeichen gegen Adipositas zu setzen.

„Um jedem Kind in Rheinland-Pfalz ein gutes und ausgewogenes Mittagessen in Kita und Schule zu ermöglichen, brauchen wir flächendeckend die Umsetzung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Ergebnisse unserer Studie zur Kita- und Schulverpflegung im Land zeigen: Rund ein Drittel der teilnehmenden Kitas und knapp zwei Drittel der Schulen fordern den DGE-Standard aktuell ein. Etwa 30 Prozent der Essensanbieter bieten diesen derzeit an. Hier besteht also Handlungs- und Nachholbedarf, auch bei der Zusammenarbeit der Kita- und Schulträger, Caterer und Kommunen“, sagten Ernährungsministerin Ulrike Höfken und Bildungsministerin Stefanie Hubig heute beim Ernährungskongresses in Vallendar am Tag der gesunden Ernährung. Während der Veranstaltung erörtern Experten aus Politik und Praxis, wie eine gute Gemeinschaftsverpflegung flächendeckend in Rheinland-Pfalz erreicht werden kann.

Flächendeckend DGE-Standards einführen

Eine gute und ausgewogene Verpflegung in Kita und Schule gewinnt an Bedeutung: Immer mehr Kinder und Jugendliche essen mittags außer Haus. Zudem nehmen Übergewicht und Adipositas zu: Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig, sechs Prozent adipös. Bereits Kinder haben mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Skeletterkrankungen zu kämpfen. Der DAK Kinder- und Jugendreport zeigt: In Rheinland-Pfalz ist mehr als jedes vierte Kind körperlich chronisch krank. So sind etwa Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen recht verbreitet. Ab dem zwölften Lebensjahr ist mehr als ein Viertel aller Jungen und Mädchen betroffen. Krankhaftes Übergewicht tritt im Alter von zwölf und 13 Jahren bei sechs Prozent der Jugendlichen auf. „Diese Zahlen sind alarmierend: Adipositas ist eine schwere Krankheit, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken kann und unser Gesundheitssystem vor große Herausforderungen stellt“, erklärte Hubig. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wolle die Landesregierung die Ernährungsbildung in Kita und Schule stärken und dazu beitragen, jedem Kind in Rheinland-Pfalz ein ausgewogenes Mittagessen nach den DGE-Standards zu ermöglichen, so die Ministerin weiter.

Gemeinschaftsverpflegung schrittweise nachhaltig ausrichten

„Bei der Gemeinschaftsverpflegung legen wir unseren Fokus nicht nur auf die DGE-Standards und die Unterstützung guter Angebote. Wir wollen Kita- und Schulträger auch dabei unterstützen, ihr Angebot schrittweise nachhaltig zu gestalten. Denn was wir täglich essen, wirkt sich nicht nur auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus, sondern auch auf unsere Umwelt und das Klima. Auf das Konto unserer Ernährung gehen zum Beispiel 25 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen. Die Lebensmittel für Kinder und Jugendliche sollten zudem möglichst wenig mit Rückständen und Zusatzstoffen belastet sein“, erklärte Höfken. Daher soll das Verpflegungsangebot der Kitas und Schulen in Rheinland-Pfalz mittelfristig einen Anteil von 30 Prozent Bio-Lebensmittel und 50 Prozent regionale Produkte enthalten. Diese Zielsetzung ist auch im Landesklimaschutzkonzept verankert.

Eine Million Euro pro Jahr für gutes Essen 

„Bei der Gestaltung der Gemeinschaftsverpflegung lassen wir die Kita- und Schulträger nicht allein. Mit unserer Ernährungsinitiative „Rheinland-Pfalz isst besser“, dem EU-Schul- und dem Landeskitaprogramm stehen das Ernährungsministerium, die Ernährungsberaterinnen der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum und die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung sowie das Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium kompetent an Ihrer Seite“, führte Höfken an. Insgesamt investiert das Ernährungsministerium mit der Ernährungsinitiative jährlich rund eine Million Euro in die Ernährungsbildung und in eine gute und ausgewogene Gemeinschaftsverpflegung. Die Ernährungsministerin betonte: „Unsere Angebote wollen wir weiter ausbauen. Mit den Förderkriterien Frischküchen werden wir zum Beispiel Kita- und Schulträger bei der Ausstattung ihrer Frischküche unterstützen sowie die Bio-Zertifizierung oder die Zertifizierung nach den Qualitätsstandards der DGE fördern. Zudem werden wir künftig Pilotregionen im Land schaffen, in denen Kitas und Schulen auch mehr Bio-Lebensmittel in der Verpflegung einsetzen.“

Wie es durch Beratung und Unterstützung gelingt, regionale Produkte und Bio-Lebensmittel in das Verpflegungsangebot zu integrieren, erläuterte der Projektleiter der Biometropole Nürnberg, Werner Ebert. In rund 25 Schulen und etwa 80 Kitas in Nürnberg wird bereits ein Mittagessen mit Bio-Lebensmitteln angeboten. 

Weitere Informationen zu den Angeboten des Ernährungsministeriums sind im Booklet „Gutes Essen für alle“ abrufbar unter: https://s.rlp.de/GutesEssenfuerAlle 

Die Gesprächsrunde „DGE-Standards und Bio auf dem Teller in Kitas und Schulen – Wie geht das?“ wird am 7. März ab 13.30 Uhr auf Facebook Live übertragen: https://www.facebook.com/UmweltRLP/


Terminhinweis „Ernährungstage“ mit Ernährungsministerin Ulrike Höfken

Während der „Ernährungstage“ vom 7. bis 18. März 2019 spricht Ministerin Ulrike Höfken mit Caterern, Kitas und Schulen darüber, wie eine gute Gemeinschaftsverpflegung flächendeckend in Rheinland-Pfalz erreicht werden kann.

„Caterertag“

Freitag, den 8. März 2019, um 13.30 Uhr
St. Martin Gastronomie, Eifelmaarpark 11, 56766 Ulmen

„Kita-Ernährungsbildungstag“

Montag, den 11. März 2019, um 9.30 Uhr
Kita St. Laurentius, Großgewann 2, 55129 Mainz-Ebersheim

„Schulverpflegungstag“

Montag, den 18. März 2019, um 9 Uhr
Thomas-Morus-Gymnasium, Freiherr-vom-Stein-Straße 14, 54550 Daun