Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen beantragen BHV1-Freiheit bei der EU

Nach Jahren intensiver Bekämpfung der Tierseuche „Rinder-Herpesvirus“ (Bovine Herpes Virus = BHV1) haben Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und das Saarland bei der EU-Kommission den Antrag zur Anerkennung als BHV1-freie Region gestellt. „Mit der Anerkennung fallen Auflagen für die Vermarktung von Rindern in seuchenfreie Gebiete weg.

Unsere Landwirte könnten dann beim Handel über die Landesgrenzen auf aufwändige Quarantänemaßnahmen und zusätzliche Untersuchungen verzichten“, sagte Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken am Dienstag anlässlich der gemeinsamen Ministerratssitzung mit Nordrhein-Westfalen in Remagen. Die EU-Kommission prüfe derzeit den Antrag der drei Länder.

Voraussetzung für die Anerkennung der BHV1-Freiheit ist, dass mehr als 99,8 Prozent der Rinderhaltungen frei von dem Virus sind.  „In Rheinland-Pfalz haben wir dieses Ziel erreicht. Bei uns gibt es nur noch wenige Betriebe mit infizierten Tieren“, erklärte Höfken. Sie wies darauf hin, dass bundesweit bereits 11 von 16 Ländern die Anerkennung als BHV1-freie Region erhalten haben.

Das Rinderherpes-Virus kann bei Rindern akute und hochansteckende Entzündungen der Atemwege verursachen oder sich in Form von Aborten und Infektionen der Fortpflanzungsorgane äußern. „Damit kann das Virus große tiergesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichten“, sagte Höfken. Deshalb habe sich Deutschland 2001 für eine flächendeckende Sanierung der Rinderbestände entschieden.