Foto zeigt das Bodenprofil einer Braunerde - aus dem Themenheft Boden - Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und dem Landesamt für Geologie und Bergbau © Themenheft Boden, MWKEL 2015

© Themenheft Boden, MWKEL 2015

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Methodik einer Bodenfunktionalen Bodenbewertung
Hintergrund - zur Bedeutung der Bodenschätzungsdaten

Bodenschätzungsdaten sind eine in Deutschland flächendeckend vorliegende parzellenscharfe Information zur Bewertung der landwirtschaftlich nutzbaren Böden. Die Bodenschätzung wurde ursprünglich für eine gerechte Besteuerung landwirtschaftlich genutzter Flächen erarbeitet. Sie geht auf Vorarbeiten aus Preußen in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts zurück und führte schließlich 1934 zu dem Gesetz der Reichsbodenschätzung. Die Bodenschätzung war in Deutschland weitgehend vor dem 2. Weltkrieg abgeschlossen, seither werden von den Finanzverwaltungen der Länder die Nachschätzungen auf einheitlicher Basis weitergeführt.

Die Bodenschätzung wurde mit dem Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens (Bodenschätzungsgesetz – BodSchätzG) vom 20. Dezember 2007 im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2008 grundlegend novelliert.

Mit der Bodenschätzung wird die natürliche Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen für die Bewertung des landwirtschaftlichen Vermögens ermittelt. Neben der Ermittlung der Bemessungsgrundlage für verschiedene Steuern (etwa 20 steuerliche Anwendungsgebiete, z.B. Grundsteuer, Einkommensteuer) dienen ihre Ergebnisse auch verschiedenen außersteuerlichen Zwecken (z.B. zur Wertermittlung bei Flurbereinigungsverfahren). Bodenschätzungsergebnisse liegen, abgesehen von Berlin, flächendeckend für die landwirtschaftliche Nutzung aller Bundesländer vor. Die insgesamt erfasste landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt etwa 17 Millionen ha. Die Durchführung der Bodenschätzung obliegt der Finanzverwaltung der Bundesländer.

Die Ergebnisse werden somit nicht nur fiskalisch genutzt  zur Wertermittlung und Besteuerung von Flächen, oder allgemein als Bemessungsgrundlage im Grundstücksverkehr, Flächentausch, Kreditwesen, etc.  sondern in der Landwirtschaft zur Beschreibung der Ertragsfähigkeit der Böden oder in der Wissenschaft zur Ableitung einer Vielzahl von bodenkundlichen Parametern (Bodenfeuchte, Verdichtungsempfindlichkeit, ...) oder zur Erstellung von Bodenkarten.

Ansprechpartner

Abteilung Klimaschutz, Umwelttechnologie, Kreislaufwirtschaft
Referat Bodenschutz, Altlasten

Dr. Josef Backes
Kaiser-Friedrich-Str. 1
55116 Mainz
Telefon: 06131 16-4405
Fax: 06131 16-174405
E-Mail: Josef.Backes(at)mueef.rlp.de

 

Landesamt für Geologie und Bergbau

Dr. Stephan Sauer
Emy-Roeder-Straße 5
55116 Mainz
Telefon: 06131 9254275
E-Mail: Stephanus.Sauer(at)lgb-rlp.de

Bodenfunktionsbewertung in Rheinland-Pfalz

Im LGB-Themenheft 1 „Bodenfunktionsbewertung für die Planungspraxis“ ist die Methodik zur Bodenfunktionsbewertung ausführlich beschrieben und dokumentiert. Mit Rundschreiben vom 08.06.2016 wurde diese für den Vollzug des Bodenschutzrechts in Rheinland-Pfalz eingeführt. Nähere Informationen sind im Rundschreiben zu finden.