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Altfahrzeuge

Das Kraftfahrt-Bundesamts gibt den Fahrzeugbestand in Deutschland für den 1. Januar 2015 mit rund 65,4 Millionen Fahrzeugen an. Davon waren 53,7 Millionen Kraftfahrzeuge (Krafträder, PKW, Omnibusse, LKW, Zugmaschinen) und 6,7 Millionen Kfz-Anhänger. 82,7 % der Kfz sind Personenkraftwagen (44,4 Millionen). Im Jahr 2014 wurden insgesamt 9,24 Millionen Kfz außer Betrieb gesetzt, davon 8,14 Millionen PKW.

In Altfahrzeugen sind zahlreiche Wertstoffe, wie Stahl, Kupfer, Leicht- und Edelmetalle, enthalten. Sie enthalten aber auch umweltgefährliche Stoffe wie Öle, Bremsflüssigkeiten und Schwermetalle. Bei der Entsorgung von Altfahrzeugen geht es daher einerseits um eine hochwertige Verwertung der Wertstoffe und andererseits um eine umweltverträgliche Entsorgung der Schadstoffe.

EU-Altfahrzeugrichtlinie

Am 18. September 2000 erließ das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union die Richtlinie (2000/53/EG) über Altfahrzeuge. Kernpunkt der Richtlinie ist die kostenlose Rückgabe eines Altfahrzeugs durch den Letzthalter bzw. Letzteigentümer bei einer zugelassenen Verwertungsanlage. Die Wirtschaftsbeteiligten haben hierfür entsprechende Rücknahmesysteme einzurichten. Die Richtlinie verpflichtet darüber hinaus die Mitgliedsstaaten, darauf hinzuwirken, dass gefährliche Stoffe in Fahrzeugen weitgehend begrenzt und vermieden werden. Die Richtlinie enthält technische Mindestanforderungen für die Lagerung, Behandlung und Verwertung von Altfahrzeugen.

Altfahrzeugverordnung

Rechtlich geregelt wird die Überlassung, Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung der Altfahrzeuge in der Altfahrzeug-Verordnung (AltfahrzeugV). Sie enthält folgende wesentlichen Regelungen:

  • Letzthalter können ihre Altfahrzeuge unentgeltlich an den Hersteller/Importeur zurückzugeben.
  • Hersteller und Importeure sind zur Rücknahme der Altfahrzeuge verpflichtet, haben die ordnungsgemäße Entsorgung sicherzustellen und die mit der Rücknahme und Verwertung verbundenen Kosten zu tragen.
  • Mindestens 95 % des durchschnittlichen Gewichts eines Altfahrzeugs sind zu verwerten und mindestens 85 % sind stofflich (werk- oder rohstofflich) zu verwerten oder wiederzuverwenden.
  • Es ist grundsätzlich verboten, Fahrzeuge und Bauteile in Verkehr zu bringen, die die Schwermetalle Cadmium, Quecksilber, Blei und sechswertiges Chrom enthalten.

Nach § 7 Abs. 2a AltfahrzeugV ist es Aufgabe der "Gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge" (GESA) der 16 Bundesländer die Daten zu anerkannten Demontagebetrieben, Schredderanlagen und sonstigen Anlagen zur weiteren Behandlung von Altfahrzeugen zu sammeln und sowohl der Öffentlichkeit als auch den Vollzugsbehörden zur Verfügung zu stellen.

Wo erhalte ich Informationen zu anerkannten Behandlungsbetrieben?

Alle Sachverständigen haben der Gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge (GESA) die von ihnen anerkannten Annahmestellen, Demontagebetriebe, Schredderanlagen und sonstigen Anlagen zur weiteren Behandlung der gemeinsamen Stelle zu melden. Auf der Homepage von GESA können Sie sich auch über die in Rheinland-Pfalz ansässigen Altfahrzeug-Verwerterbetriebe informieren.

Wo erhalte ich weitergehende Informationen zur Altfahrzeugverwertung?

Auf der Homepage des Umweltbundesamts (UBA) wird ein Überblick über die aktuellen Altfahrzeug-Verwertungsquoten und den Stand der Technik zur Trockenlegung sowie zur Rückgewinnung von Metallen aus Altfahrzeugen gegeben.

Fallen Oldtimer unter die AltfahrzeugV?

Nach Auffassung der Europäischen Kommission fallen Fahrzeuge mit Sammlerwert nicht unter die Definition "Abfall" (gem. der Abfallrichtlinie 75/442/EWG) und somit auch nicht unter den Geltungsbereich der Richtlinie über Altfahrzeuge.