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Technologiebereiche

Wasser / Abwasser

Süßwasser ist ein immer knapper werdendes Gut. Letztlich sind nur ein Prozent des Süßwassers aus Oberflächenwasser für den Menschen unmittelbar nutzbar. Im Juli 2010 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) sicheres Trinkwasser und sanitäre Versorgung zu universellen Menschenrechten erhoben. Jeder zehnte Erdenbürger kann bislang von diesem Recht jedoch keinen Gebrauch machen. Der effiziente und nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser ist allerdings nicht nur für Gegenden mit Wassermangel unabdingbar, sondern auch in wasserreichen Industrieländern: Die Aufbereitung von Trinkwasser und die Behandlung von Abwasser verbrauchen enorme Energiemengen. Die große Herausforderung der nächsten Jahrzehnte besteht darin, eine nachhaltige Wasserwirtschaft bei steigendem Verbrauch sicherzustellen. Möglich wird das nur durch leistungsfähige und innovative Umwelttechnik. Sie spielt eine wichtige Rolle entlang aller Stationen der Wassergewinnung und des -verbrauchs. Entsprechend wächst der Weltmarkt für Wassertechnologien. Experten gehen davon aus, dass das Volumen im Jahr 2020 bereits eine Billion US-Dollar jährlich ausmachen wird – ein Viertel des Umsatzes der globalen Bauindustrie.

Kreislaufwirtschaft / Recycling

Effektives Recycling schont Umwelt und Klima, denn es gibt einen engen kausalen Zusammenhang zwischen Abfallaufkommen und Klimaschutz: Bei der Deponierung von Abfällen entstehen Deponiegase. Das darin enthaltene Methan übertrifft die klimaschädliche Wirkung von CO2 um ein Vielfaches. Während das im Jahr 1972 in Kraft getretene Abfallbeseitigungsgesetz lediglich eine schadlose Abfallbeseitigung zum Ziel hatte, stehen heute zusätzlich die Vermeidung klimaschädlicher Gase und die Schonung der natürlichen Ressourcen im Fokus. Seit 2005 ist die Ablagerung nicht vorbehandelter Siedlungsabfälle nicht mehr zulässig, wodurch unkontrollierte Methanemissionen aus Abfällen deutlich reduziert werden. Die Umsetzung der EU-rechtlich verankerten Abfallhierarchie sieht eine Reihenfolge von Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling sowie sonstige Verwertung und Beseitigung vor und verlangt, dass diejenige Maßnahme den Vorrang haben soll, die den Schutz von Mensch und Umwelt unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzips am besten gewährleistet. Bis 2020 sollen 65 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt und 70 Prozent aller Bau- und Bauabbruchabfälle stofflich verwertet werden. Bei Bautätigkeiten fallen große Mengen an mineralischen Abfällen an, die nach entsprechender Aufbereitung als Sekundärbaustoffe in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Seit dem 1. Januar 2015 wird zudem die getrennte Sammlung überlassungspflichtiger Bioabfälle angestrebt. Rheinland-Pfalz möchte die Abfallwirtschaft mehr noch als Teil einer Rohstoffwirtschaft verstehen und leistet hierfür einen Beitrag, indem es nicht nur ein Landeskreislaufwirtschaftsgesetz, sondern auch einen Abfallwirtschaftsplan in zwei Teilen umsetzt.

Das große Ziel sind weitgehend geschlossene Kreisläufe, die dem Prinzip natürlicher Ökosysteme folgen, die keinen Müll produzieren, sondern alle Stoffe in wiederverwertbare Ressourcen verwandeln.

Dezentrale Energiesysteme

Die Energiewirtschaft hat einen großen Anteil am CO2-Ausstoß und somit gehört es zu den größten Herausforderungen im Kampf gegen die globale Erwärmung, eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bei gleichzeitig weltweit wachsendem Energiebedarf zu erreichen.

Neben dem massiven Ausbau an regenerativen Energiequellen muss jedoch auch die Nutzung fossiler Brennstoffe klimaverträglicher gestaltet werden. Die Nutzung regenerativer Energiequellen hat neben der Klimaverträglichkeit einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber den fossilen Energieträgern: Sie bietet Versorgungssicherheit unabhängig von Exporten.

Eine Voraussetzung für die Dekarbonisierung des Energiesektors ist die Energiespeicherung. Die Speicherkapazität muss deutlich wachsen, um das für die Netzstabilität erforderliche Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und Stromnachfrage auszubalancieren. So werden Speichertechnologien in den nächsten Jahrzehnten eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die umweltschonende Nutzung fossiler Energien und die Energiespeicherung sind die entscheidenden Handlungsfelder für eine klimaverträgliche Energieversorgung. Sie bilden die Marktsegmente des Leitmarktes Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung, die sowohl in Deutschland als auch weltweit stark wachsen werden.

Rheinland-Pfalz will seinen Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken.

Gebäudetechnik / Gebäudeenergieeffizienz

Die größten Energieeinsparpotenziale liegen in Deutschland im Gebäudebestand, der auch nicht unwesentlich zum CO2-Ausstoß in Deutschland beiträgt. Das verdeutlicht den Stellenwert von Energieeinsparungen im Gebäudesektor in Bezug auf den Klimaschutz.

Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, den Gebäudebestand bis 2050 nahezu klimaneutral zu machen. Um die Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern, muss man vier Bereiche ins Auge fassen: Es gilt erstens zu verhindern, dass über die Gebäudehülle mehr Energie als nötig nach draußen entweicht. Instrumente dafür sind eine Dämmung der Wände sowie Hightech-Fenster, die keine Wärmebrücke bilden. Ein Haus verliert einen Großteil seiner Wärme aufgrund schlechter Dämmung. Deshalb gilt die Devise: Je dichter die Verpackung, desto besser. Zweitens muss die Technische Gebäudeausstattung (TGA) auf dem neuesten Stand sein: Moderne Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen sind wesentlich effizienter als vorhergehende Generationen. Zudem ist drittens die Betriebsphase ausschlaggebend: Eine moderne Heizungsanlage nützt nichts, wenn das Fenster über dem Heizkörper dauerhaft gekippt ist. Hier spielt neben der Aufklärung auch die Gebäudeautomation eine wichtige Rolle. Viertens kommt der Beleuchtung von Gebäuden eine große Bedeutung beim Energiesparen zu. Ein Großteil der Beleuchtungskosten kann eingespart werden, wenn auf ein zeitgemäßes Beleuchtungskonzept geachtet wird. Ein effizienter Umgang mit Energie ist neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien eine wesentliche Säule der rheinland-pfälzischen Energie- und Klimaschutzpolitik.

Ansprechpartner

Abteilung Klimaschutz, Umwelttechnologie, Kreislaufwirtschaft
Referat Umwelttechnologie, Umweltwirtschaft, Ressourceneffizienz 

Dr. Simon Lang
Telefon: 06131 16-2246
Fax: 06131 16-172246
E-Mail: Simon.Lang(at)mueef.rlp.de

Dr. Barbara Jörg
Telefon: 06131 16-4062
Fax: 06131 16-174062
E-Mail: Barbara.Joerg(at)mueef.rlp.de

Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz


Externe Ansprechpartner

Ecoliance Rheinland-Pfalz c/o IMG Innovations-Management GmbH

Dr. Jürgen Gerber
Trippstadter Straße 110
67663 Kaiserslautern
Telefon: 0631 316 68-10
Fax: 0631 316 68-99
E-Mail:  info(at)ecoliance-rlp.de