Naturschutzgroßprojekte

Biene an Blüte

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Naturschutzgroßprojekte dienen der "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung". Aktuell befinden sich das NGP Bienwald und das NGP Obere Ahr-Hocheifel als gemeinsames Förderprojekt von Bund, Land und betroffener Kommunen in der Umsetzungsphase.

Das Projektgebiet des NGP Bienwald liegt in der einmaligen Schwemmfächerlandschaft zwischen Pfälzerwald und Rheinauen an der Grenze zu Frankreich und ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der oberrheinischen Tiefebene. Verschiedene Biotoptypen von trockenen Dünen bis hin zu nassen Bruchwäldern machen den Bienwald und seine  grünlandgeprägte Talniederungen zu einer naturschutzfachlich besonders bedeutsamen Landschaft. Das Gebiet ist Lebensraum für eine Vielzahl von landes- und bundesweit gefährdeten Pflanzen- und Tierarten wie zum Beispiel Knabenkraut, Wildkatzen, Fledermäuse, Spechte und Ziegenmelker, Springfrosch, Libellen, Hirschkäfer und Bachmuschel. Ziele des Projektes sind u.a. der Naturschutz, Biotopverbund, Einrichtung von Naturwaldflächen, die beispielhafte ökologische Waldentwicklung, die naturnahe Gewässerentwicklung, die extensive Grünlandbewirtschaftung und die nachhaltige Entwicklung der Region mit den dort lebenden Menschen. 

=> Bienwald

Das NGP Obere Ahr-Hocheifel ist Teil einer Mittelgebirgsregion mit hohem Waldanteil. Ziel ist der Schutz und die naturnahe Entwicklung des Gewässersystems der Oberen Ahr. Dazu gehören die Beseitigung von Wanderbarrieren, die Reaktivierung von Altarmstrukturen und Auegewässern,  die Sicherung von Gewässerrandstreifen, die Wiedervernässung der Aue und die Grünlandextensivierung. Ein besonderes Merkmal sind offene Wiesentäler. In der Ahr und in den Unterläufen der großen Seitenbäche leben gefährdete Fischarten wie Lachs, Äsche und Schneider. In den naturnahen Gewässern und Auen kommen u.a. Eisvogel, Wasseramsel und Schwarzstorch vor. Bemerkenswert sind auch die Vorkommen des bundesweit gefährdeten Uhus sowie der stark gefährdeten Wildkatze.

=> Obere Ahr-Hocheifel

Artenfinder

Der ArtenFinder ist eine online-Meldeseite, um Tier- und Pflanzenbeobachtungen zu übermitteln, zu speichern und auszuwerten. Die Erkenntnisse und Meldungen sind für die Naturschutzbehörden von großer Bedeutung. Das ArtenFinder-Service-Portal ermöglicht die „ehrenamtlichen“ Beobachtungen zu erfassen und zu melden. Externe Gutachter überprüfen die Angaben auf Plausibilität, bevor diese in die amtlichen Datenbestände überführt werden.

=> Artenfinder

Biotopverbund

Ein wirkungsvolles Konzept für den Schutz der Biodiversität stützt sich auf die Entwicklung und den Schutz sowohl von naturnahen Kernflächen (Nationalpark, Naturschutzgebiete, Natura 2000) als auch von funktionsfähigen Wanderkorridoren und Trittsteinbiotopen. Es muss die gesamte Landschaft und die Beziehungen der Teilpopulationen untereinander einbeziehen. Die Länder sind durch das Bundesnaturschutzgesetz zur Schaffung eines Biotopverbundes verpflichtet. Instrumente hierfür stellen die Landschaftsplanung und die Naturschutzgroßprojekte dar. Naturschutzgroßprojekte eignen sich als national bedeutsame und repräsentative Naturräume hervorragend für ein landesweites Biotopverbundsystem. Sie unterscheiden sich von anderen Naturschutzvorhaben insbesondere durch ihre Großflächigkeit und Komplexität und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Das Biotopverbundsystem soll Wanderungsmöglichkeiten erleichtern und die Entwicklung stabiler Populationen unterstützen. Ziel des Konzeptes „Wildtierkorridore” ist es, die Kernlebensräume und Hauptverbindungsachsen waldgebundenen Arten, der Arten des Halboffenlandes sowie der Verbreitung von Leitarten mit großen Raumansprüchen zu identifizieren.

Rote Listen

Rote Listen geben Aufschluss über ausgestorbene, verschollener und gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie Biotoptypen. Die Roten Listen zeigen insbesondere den Gefährdungsstatus der heimischen Arten und Biotope auf, dienen als Datengrundlagen für raum- und umweltrelevante Planungen sowie für gesetzgeberische Maßnahmen, ebenso als Datenquelle für nationale und Internationale Rote Listen und zeigen den Handlungsbedarf im Naturschutz auf. Die aktuellsten Veröffentlichungen in Rheinland-Pfalz sind die Rote Liste Brutvögel und die Rote Liste Großschmetterlinge. 

=> Rote Listen

Westwall

Der ehemalige Westwall war eine Angriffs- und Verteidigungslinie des nationalsozialistischen Unrechtsregimes mit tausenden Bunkern, Höckerlinien und Panzergräben und ist heute die größte bauliche Hinterlassenschaft der Nazi-Diktatur in Rheinland-Pfalz. Die verbliebenen Ruinen haben sich zu naturnahen Lebensräumen entwickelt, die auch aufgrund ihrer bandartigen Anordnung aus Sicht des Naturschutzes von besonderem Wert als Rückzugsgebiet gefährdeter Arten und für ein Biotopverbundsystem sind. Gleichzeitig sind die Ruinen ein Denkmal und Mahnmal gegen Faschismus und Krieg. Eine kurze Einführung in die Geschichte des Westwalls und aktuelle Entwicklungen finden Sie hier.

Das Land Rheinland-Pfalz hat zum 1. Oktober 2014 gemäß einer mit dem Bund abgeschlossenen Vereinbarung das Eigentum an den hier noch vorhandenen Anlagen des ehemaligen Westwalls übernommen. Eine eigens gegründete Landesstiftung „Grüner Wall im Westen – Mahnmal ehemaliger Westwall“ sichert die Relikte natur- und denkmalschutzverträglich.......weiter->

Wolfsplanmanagement

In Rheinland-Pfalz findet keine aktive Auswilderung des Wolfes statt. Der Wolf wird als wildlebende Art auf ganz natürlichem Wege wieder zurück finden. Nachdem in Rheinland-Pfalz 2012 im Westerwald der erste Wolf nach über 100 Jahren nachgewiesen wurde und wenige Wochen später illegal erschossen wurde, hat das Umweltministerium gemeinsam mit Schäfern, Tierhaltern, Jägern und Naturschützern einen Wolfsmanagementplan erarbeitet und abgestimmt. Der Wolfsmanagementplan benennt Vorsorgemaßnahmen für Gebiete, wenn sich dort Wölfe angesiedelt haben. Er schafft die Grundlage für geeignete Rahmenbedingungen, nennt Ansprechpartner und berät insbesondere die Landwirtschaft und die Schafshalter in Sachen Vorsorgemaßnahmen und im Schadensfall. Zudem erfasst ein Monitoring landesweit Hinweise auf Wölfe. Dazu wurde ein Netz von ehrenamtlichen sogenannten “Großkarnivoren-Beauftragten“ eingerichtet.
Für Fragen im Umgang mit Wölfen hat das Umweltministerium eine zentrale Hotline eingerichtet: Telefonnummer 06306 911 199

=> Wolfsplanmanagement

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