Biologische Vielfalt

Schachbrett-Schmetterling

© Klaus Wendling

Die biologische Vielfalt ist rückläufig. Dies betrifft die Vielfalt innerhalb der Arten, zwischen den Arten wie auch die Vielfalt der Ökosysteme. Die Ursachen für die Gefährdung der Biodiversität sind vielfältig und reichen von der Nutzungsaufgabe von Flächen bis hin zum Klimawandel.  Auch in Rheinland-Pfalz sind die Auswirkungen zu spüren.

Der Handlungsdruck wird zum Beispiel deutlich beim Blick auf die aktuellen Roten Listen der heimischen Brutvogelarten und der Schmetterlinge. So sind bei Brutvögeln wie Feldlerche, Feld- und Haussperling sowie Mehl- und Rauchschwalbe die Bestände in den letzten 25 Jahren um die Hälfte zurückgegangen. 15 Prozent der Brutvögel sind sogar vom Aussterben bedroht. Auch bei den heimischen Schmetterlingsarten stehen rund 65 Prozent der untersuchten Arten auf der Roten Liste. Der Rückgang der Schmetterlinge ist besonders besorgniserregend, gelten sie doch als Indikatoren für andere Arten und sind nützliche Zeigerarten für den Zustand der biologischen Vielfalt der Ökosysteme. Umso wichtiger ist es daher, diesem Negativtrend mit einer umfassenden Strategie entgegenzutreten.

=> Biodiversitätsstrategie

Strategie

Der Erfolg der Biodiversitätsstrategie ist abhängig vom Engagement und der Kooperation aller gesellschaftlichen Gruppen. Unsere Biodiversitätsstrategie ist angelegt als ein dynamischer, langfristiger und am Dialog orientierter Prozess, der alle gesellschaftlichen Akteure mit in die Verantwortung nimmt: Landnutzer aus Land-, Forst und Fischereiwirtschaft, kommunale Gebietskörperschaften, Behörden, Bildungseinrichtungen und Betriebe, Kammern und Verbände  und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger. Die Landesstrategie ist auch die unmittelbare Umsetzung der vom Bund beschlossenen Nationalen Biodiversitätsstrategie.

Ziele und Maßnahmen

Die Strategie ist in 11 Handlungsfelder gegliedert:

Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Reinhaltung natürlicher Ökosysteme, Siedlung und Fläche, Klimaschutz und Energiewende, Tourismus und Natur erleben, Sport und Freizeit, Bildung und Ausbildung, Bürgerbeteiligung und Kommunikation.

Inhaltlich werden 11 Leitziele, 34 Oberziele sowie 146 Handlungsziele und 186 Maßnahmenschwerpunkte staatlicher und nichtstaatlicher Akteure genannt.

Indikatoren

Mit Hilfe von 46 Indikatoren soll der Erfolg der Maßnahmen, Projekte und Programme künftig „messbar“ gemacht werden. Eine Überprüfung der Erreichung der Ziele bzw. Erfolge der Maßnahmen ist bis 2020 vorgesehen. Als Grundlage dienen Indikatoren mit direktem Bezug zu den Handlungsfeldern, die durch die Landespolitik beeinflusst werden und über einen längeren Zeitraum quantifizierbar sind. Die Auswahl der Kernindikatoren orientiert sich an der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, dem Nachhaltigkeitsbericht des Landes sowie den sogenannten LIKI-Indikatoren (Länderinitiative Kernindikatoren). Der aktuelle Status und Trend der Zielerreichung wird künftig verdeutlicht anhand eines dreifarbigen Ampelschemas (Rot=Ziel nicht erreicht, Gelb=Ziel teilweise erreicht; Grün=Ziel erreicht). Hinzu kommen „Trendpfeile“, die innerhalb der Ampelfarbe anzeigen, ob mit positiven, konstanten oder negativen Entwicklungen gerechnet wird. 

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