2016 ist das internationale Jahr der Hülsenfrüchte

Artikel vom 11.11.2015

ROM. Die Vereinten Nationen (UN) haben 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Der Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), José  G r a z i a n o  d a  S i l v a , hob anlässlich der gestrigen Auftaktveranstaltung in Rom die positiven Eigenschaften von Linsen, Erbsen und Bohnen hervor. Hülsenfrüchte seien für die Ernährungssicherung von weiten Teilen der Bevölkerung wichtig, vor allem in Lateinamerika, Afrika und Asien. Dort seien sie Teil der traditionellen Ernährungsweise und würden oft von Kleinbauern kultiviert. 

Nach Einschätzung der FAO werden Hülsenfrüchte trotzdem nicht ausreichend geschätzt. Sie seien eine erschwingliche Alternative zu tierischen Eiweiß und dadurch ideal, um den Ernährungszustand in armen Ländern zu verbessern. Milcheiweiß sei beispielsweise fünfmal so teuer wie Protein, das aus Hülsenfrüchten gewonnen werde. Ferner enthielten die Leguminosen viele Mikronährstoffe, Aminosäuren und Vitamine. Da die Pflanzen am Markt bessere Preise als Getreide erzielten, böten sie gleichzeitig eine Gelegenheit, Kleinbauern aus der Armut zu helfen. 

Die UN werden 2016 zahlreiche Veranstaltungen und Tagungen rund um das Thema Hülsenfrüchte veranstalten. Frühere Internationale Jahre beleuchteten unter anderem die Rolle von Böden, landwirtschaftlichen Familienbetrieben und Quinoa. AgE    

Einkommenslage 2014/15

Die ersten Auswertungen über die Buchführungsergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2014/15 liegen vor. Sie zeigen einen deutlichen Einbruch bei den Einkommen um bis zu 50 %. Besonders betroffen sind die Milchviehbetriebe. Eine Ausnahme bilden die Weinbaubetriebe.

http://www.bauernverband.de/situationsbericht-2015-Projekt

http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Buchfuehrungsergebnisse-aus-Rheinland-Pfalz-belegen-Not-der-Betriebe-2624947.html

Krise am Milchmarkt und Hilfen

Start des Antragsverfahrens für die EU-Beihilfen im September 2016 zum Ausgleich von freiwilliger Milchmengenreduzierung (EU-Milchmengenreduktionsprogramm)

 

Für die Beihilferegelung zur Mengenreduzierung auf dem Milchmarkt werden EU-weit 150 Millionen Euro ausschließlich aus dem EU-Haushalt bereitgestellt. Je Kilogramm freiwillig reduzierter Milchanlieferungsmenge werden 14 Cent an Beihilfe gewährt. Die Antragstellung für den ersten vorgesehenen Reduktions- und somit Förderzeitraum (IV. Quartal 2016) hat bis zum 21. September 2016 bei den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) zu erfolgen.

I. Ausgangslage – Zuständigkeiten

Die EU-Kommission wird am 11. September 2016 die erforderlichen Rechtsvorschriften für das 2. Hilfspaket In Kraft setzen, mit dem auch das Antragsverfahren für eine Beihilfe geregelt wird, die an eine freiwillige Mengenreduzierung des Angebots an Milch auf dem Markt gebunden ist. Zuständig für dieses Antragsverfahren sind in Deutschland die Länder. In Rheinland-Pfalz wird das Verfahren vom DLR Mosel in Zusammenarbeit mit den anderen DLR durchgeführt.

II. Eckpunkte des Beihilfeverfahrens und Antragsvorrausetzungen

1. Das Beihilfeverfahren besteht aus zwei Anträgen:

a) dem Beihilfeantrag, der vor dem relevanten Reduktionszeitraum und

b) dem Zahlungsantrag, der nach dem entsprechenden Reduktionszeitraum zu stellen ist.

2. Es ist kein Windhundverfahren vorgesehen. Alle fristgerecht eingegangenen Anträge eines Reduktionszeitraumes werden gleichermaßen berücksichtigt.

3. Antragsberechtigt sind Milcherzeuger, die mindestens bis einschließlich Juli 2016 Milch erzeugt und an einen Erstaufkäufer (z. B. Molkerei, Erzeugerzusammenschluss)

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verkauft haben. Milcherzeuger, die ausschließlich Direktvermarktung betreiben oder bis einschließlich Juli 2016 betrieben haben, sind somit nicht antragsberechtigt.

4. Für diese Beihilfemaßnahme werden 150 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt bereitgestellt. Es werden pro Kilogramm weniger produzierter Milch 14 Cent gewährt. Bei einer Überzeichnung dieses Budgets werden die beantragten und bewilligten Reduktionsmengen entsprechend anteilig gekürzt. Eine Mitteilung darüber soll vor Beginn des betreffenden Reduktionszeitraums erfolgen.

5. Eine Antragstellung ist für einen der vier Reduktionszeiträume möglich:

1. Reduktionszeitraum: Oktober 2016 bis Dezember 2016

2. Reduktionszeitraum: November 2016 bis Januar 2017

3. Reduktionszeitraum: Dezember 2016 bis Februar 2017

4. Reduktionszeitraum: Januar 2017 bis März 2017

Wer einen Beihilfeantrag für den 1. Reduktionszeitraum gestellt hat, kann ggf. für den 4. Reduktionszeitraum noch einen Antrag stellen.

6. Für die Ermittlung der erforderlichen freiwilligen Mengenreduzierung sind entsprechende Referenzzeiträume heranzuziehen, d. h. für den

1. Reduktionszeitraum: => Oktober 2015 bis Dezember 2015

2. Reduktionszeitraum: => November 2015 bis Januar 2016

3. Reduktionszeitraum: => Dezember 2015 bis Februar 2016

4. Reduktionszeitraum: => Januar 2016 bis März 2016

Sofern nach erfolgter Antragsstellung für einen Reduktionszeitraum die zur Verfügung stehenden EU-Mittel vollständig gebunden sind, entfällt die Möglichkeit einer Antragstellung für die noch verbleibenden Reduktionszeiträume. Es ist daher nicht auszuschließen, dass das Beihilfeverfahren schon nach der 1. Reduktionsperiode abgeschlossen ist.

7. Im Beihilfeantrag sind die veräußerten Mengen im Referenzeitraum und die geplante Vermarktungsmenge (Erstaufkäufer) im Reduktionszeitraum in kg (nicht fettkorrigiert) anzugeben. Daraus ergibt sich die freiwillige Milchreduktion/Antragsmenge. Diese muss mindestens 1.500 kg und kann maximal 50 % der veräußerten Mengen im Referenzzeitraum betragen.

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III. Was ist zu beachten bei der Teilnahme an der 1. Reduktionsperiode –

(Antragsfrist 21. September 2016) – Stand 30. August

1. Stellung des Beihilfeantrags

Das Herkunfts- und Informationssystem Tier – HIT – wird von allen milchviehhaltenden Betrieben genutzt. Die Antragstellung erfolgt Online über die HIT-Datenbank. Entsprechende Vorbereitungen laufen derzeit. Ab dem 12. September 2016 soll die Online-Antragstellung möglich sein. Der Zugang erfolgt über die bestehende HIT-Zugangsberechtigung (Betriebsnummer und PIN). Die erforderlichen Nachweise (siehe 3.) sind der zuständigen Stelle schriftlich und fristgerecht mit einem entsprechenden unterschriebenen Formular einzureichen – einer Art komprimiertem Antrag – den das Online-Programm nach erfolgter Antragstellung bzw. Dateneingabe als Ausdruck zur Verfügung stellt. Bei technischen Problemen kann eine Vor-Ort-Eingabe an jedem DLR in Rheinland-Pfalz erfolgen.

2. Antragsfrist

Das ausgedruckte und unterschriebene Antragsformular (siehe auch unter III.1) ist einschließlich der erforderlichen Nachweise bei einem DLR bis zum 21. September 2016, 12.00 Uhr (Ausschlussfrist), einzureichen. Es ist zu beachten, dass die Vorlage des unterschriebenen Datenträgerbegleitzettels mit den Nachweisen zur Einhaltung der Frist erforderlich ist.

3. Erforderliche Nachweise für die Antragstellung bis zum 21. September 2016, 12.00 Uhr

a) Nachweis, dass der Antragsteller bis einschließlich Juli 2016 Milchproduzent war und Milch an einen oder mehrere Erstaufkäufer veräußert hat (Milchabrechnungen, ggf. Bescheinigung durch den Erstaufkäufer - dafür wird ein bundesweit einheitliches Formular erstellt).

b) Nachweise des Milchverkaufs durch den Antragsteller an Erstaufkäufer für die Monate Oktober 2015, November 2015, Dezember 2015 (Milchabrechnung, ggf. Bescheinigung durch den/die Erstaufkäufer).

TIPP: Auf Grund der Kurzfristigkeit des Antragsverfahrens für die 1. Reduktionsperiode wird dringend empfohlen, schon frühzeitig diese Nachweise für die Antragstellung bereitzustellen bzw. ggf. zu beschaffen.

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Sofern Ihnen Ihre PIN für den Zugang bei HIT nicht mehr bekannt ist, wenden Sie sich bitte an den Landeskontrollverband Rheinland-Pfalz. Die PIN ist für die Autorisierung zwingend erforderlich – auch bei der Vor-Ort-Eingabe!

4. Stellung des Antrags auf Auszahlung

Der Antrag auf Auszahlung ist nach der Beendigung des Reduktionszeitraums beim DLR Mosel bzw. den Außenstellen zu stellen. Es ist vorgesehen, auch dieses Antragsverfahren über HIT online umzusetzen..

In Abhängigkeit von der Differenz zwischen der beim Beihilfeantrag angegebenen und der dann später erfolgten tatsächlichen Milchmengenreduzierung, die beim Auszahlungsantrag nachgewiesen werden muss, soll die Beihilfe außerdem wie folgt gestaffelt werden:

- Differenz größer als 80 Prozent → keine Beihilfezahlung (Beispiel: Es wurde eine Verringerung von 50.000 kg beantragt, tatsächlich wurden aber nur 9.900 kg Rohmilch weniger geliefert - 9.900 kg/50.000 kg = 19,8 Prozent, d. h. Differenz von 80,2 Prozent zur beantragten Verringerung)

- Differenz zwischen 50 und 80 Prozent → 50 Prozent Beihilfehöhe

- Differenz zwischen 20 und 50 Prozent → 80 Prozent Beihilfehöhe

- Differenz kleiner als 20 Prozent → 100 Prozent Beihilfehöhe

Das Beihilfeverfahren für eine freiwillige Milchmengenreduktion im Überblick für die 1. Reduktionsperiode:

1. Zuständige Stelle: DLR Mosel (Antragsstellung Vor-Ort an allen DLR möglich!)

2. Antragsberechtigt: Milcherzeuger, die mindestens bis einschließlich Juli 2016 Milch an Erstaufkäufer vermarktet haben.

3. Antragsverfahren: Online über die HIT-Datenbank, voraussichtlich ab 12. September 2016.

4. Antragsfrist: 21. September 2016, 12.00 Uhr, beim DLR Mosel oder den anderen DLR

5. Nachweise: Status Milcherzeuger im Juli 2016, Milchverkäufe an Erstaufkäufer für die Monate Oktober bis Dezember 2015

6. Anforderungen an die förderfähige Reduktionsmenge: mindestens 1.500 kg, maximal 50 % der Menge der Milchverkäufe der Monate Oktober bis Dezember 2015 zusammen.

7. Auszahlung der Beihilfe: Nach Bewilligung des Zahlungsantrags ab März 2017.

8. Kürzungen der förderfähigen Antragsmenge: Sind möglich, sofern Antragsmengen bzw. der entsprechende Beihilfebetrag EU-weit das gesamte Förderbudget von 150 Mio. Euro übersteigen.

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Info zum Beihilfeverfahren „Mengendisziplin“

Das Antragsverfahren für das zweite Hilfspaket „Beihilfen bei Mengendisziplin“ soll von der Bundesanstalt für Ernährung in Bonn durchgeführt werden. Die Details des Programms müssen noch vom BMEL festgelegt und anschließend von der EU genehmigt werden. Es ist davon auszugehen, dass nach der Agrarministerkonferenz Anfang September 2016 die Fördervoraussetzungen und das Verfahren weiter konkretisiert werden können. So ist derzeit vorgesehen, 0,36 Cent pro kg vermarkteter Milch in einem bestimmten Referenzzeitraum als Beihilfe zu gewähren, sofern keine Ausweitung der vermarkteten Erzeugung entsprechend erfolgt.

Direktzahlungen 2015

Die Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrapolitik stellen eine wichtige Maßnahme zur Einkommenssicherung dar. Sie werden für das Jahr 2015 Ende Dezember 2015 ausgezahlt.

GAK Weiterentwicklung

Die GAK befindet sich momentan in der Weiterentwicklung. Die Koalition arbeitet mit Hochdruck an der Änderung des GAK-Gesetzes, ein Referentenentwurf soll in Bälde zur Länderanhörung verschickt werden.

 

 

Strukturwandel

Aufgrund der Agrarkrise 2015 beschleunigt sich der Strukturwandel wieder.
Er liegt bei rund 4 %. Zur Zeit gibt es in Rheinland-Pfalz rund 18.500 Betriebe mit einer durchschnittlichen Fläche von 38 ha.
Auf Bundesebene sind es rund 275.000 Betriebe mit einer durchschnittlichen Fläche von 58 ha.

Hofabgabeklausel

Zum 1.1.2016 tritt eine weitere Änderung des Landwirtschaftlichen Altershilfegesetzes in Kraft, das die Hofabgabeklausel weiter flexibilisiert. Weitere Infos hier:

http://www.svlfg.de/20-aktuell/akt02_news/akt02_2015/akt02_2015_098/index.html