Blauzungenkrankheit (BT)

zwei Schafe

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Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue - BT) ist eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Tierseuche der Schafe und Rinder. Sie wird durch stechende Mücken, sogenannte Gnitzen, übertragen und tritt daher saisongebunden auf. Auch Ziegen und Wildwiederkäuer sind für die BT empfänglich. Von dem Erregervirus wurden bislang 24 verschiedene Serotypen entdeckt. Die Krankheit ist in allen EU-Mitgliedsstaaten anzeigepflichtig.
Symptome der BT sind Fieber, Apathie, Nasenausfluss, Durchblutungsstörungen, Lippen- und Zungenödeme mit Blaufärbung der Zunge, Schädigungen der Maulschleimhaut und im Bereich der Nase, Schwellungen und Verkrustungen der Naseneingänge, was das Atmen erschwert sowie Entzündungen der Klauen, die mit Lahmheit einhergehen.


Verbreitung

Die Blauzungenkrankheit ist weltweit verbreitet. Sie kommt vor allem in der warmen Jahreszeit vor und hat ihre Höhepunkte bei feuchtwarmem Wetter.
In Rheinland-Pfalz trat der Serotyp 8 Ende 2006 erstmals auf. Nachdem die Seuche sich 2007 in ganz Deutschland unerwartet heftig ausbreitete und allein in Rheinland-Pfalz für rund 6.600 Rinder und Schafe zum Tod führte, wurde 2008 und 2009 eine Pflichtimpfung der empfänglichen Tiere durchgeführt. Die Schutzimpfung zeigte bei einer guten Impfquote hervorragende Wirkung, so dass schon im Jahr 2009 keine Neuinfektion mehr festgestellt wurde. Seitdem kam es zu keiner Meldung eines Ausbruchs von Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz. Dennoch wird die Ausbreitung von auch anderen Serotypen der Krankheit insbesondere im Südosten und Südwesten Europas beobachtet, um schnell handeln zu können, falls das Virus erneut Rinder, Schafe und Ziegen in Rheinland-Pfalz bedroht.

Information für den Bürger

Für den Menschen ist die BT nicht gefährlich. Auch der Verzehr von Fleisch und Milch erkrankter Tiere ist für den Menschen ungefährlich, allerdings dürfen das Fleisch und die Milch erkrankter Tiere nicht als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden.

Informationn für den Jäger

Auch bei Wildwiederkäuern kann die BT auftreten. Sollten Sie den Verdacht haben, dass ein von Ihnen erlegtes Tier von der Seuche betroffen ist, dürfen Sie das Fleisch des Tieres nicht als Lebensmittel in Verkehr bringen, solange nicht eine Untersuchung des Kadavers seine Freiheit von der BT bestätigt hat. Wenden Sie sich also in diesem Fall an das Veterinäramt, damit ggf. Proben an das Landesuntersuchungsamt gesandt werden können.

Information für den landwirtschaftlichen Tierhalter

Die Seuche tritt bei Rindern und Schafen, aber auch bei Ziegen auf. Bei akutem Verlauf kann die Seuche zum Tod der Tiere führen. Da die Übertragung durch stechende Mücken geschieht, kann der Einsatz von Insektenschutzmitteln sinnvoll sein. Gegen die Blauzungenkrankheit kann eine Impfung erfolgen, wenn diese behördlich angeordnet ist und entsprechende Vakzine zur Verfügung steht. Hierzu ist es in jedem Fall wichtig, den Serotyp des vorliegenden Virus zu ermitteln.
Sollten Sie entsprechende Symptome bei Ihren Tieren feststellen, ist nicht nur ein Tierarzt, sondern umgehend das Veterinäramt der zuständigen Kreisverwaltung zu informieren. Sollte sich der Verdacht erhärten, sind Proben zur Abklärung einer möglichen Infektion durch Blauzungenkrankheit vom Tierarzt zu nehmen und an das Landesuntersuchungsamt in Koblenz zu schicken. Im Falle eines positiven Befundes wird der Serotyp des Erregers festgestellt, um eine mögliche Impfung zu erwägen.