Umweltministerin Ulrike Höfken bewilligt rund 13.000 Euro für verbesserte Innenausstattung des Ingelheimer Tierheims

11.07.2018Für die Verbesserung der Innenausstattung des Katzenhauses im Ingelheimer Tierheim hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium insgesamt 13.368 Euro zur Verfügung gestellt. Mit den Mitteln können eine Edelstahl-Katzen-Futterküche, eine Edelstahl- Spüle für die Katzentoiletten und zehn Edelstahlgitter für Boxen in der Katzenisolierstation angeschafft sowie Warmwasserleitungen zu den Endverbrauchsstellen verlegt werden.

„Dank der geförderten Maßnahmen kann die Unterbringung der Katzen und deren Haltung und Pflege weiter verbessert werden“, so Umweltministerin Ulrike Höfken. Gleichzeitig betonte sie, dass die große Zahl an unterzubringenden Tieren in Tierheimen des Landes auch ein Hinweis auf die Überforderung von Haltern und deren mangelnde Sachkunde sei. „Ich appelliere daher an alle, die ein Tier halten wollen, sich ihrer großen Verantwortung bewusst zu sein.“ Ausdrücklich dankte die Ministerin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, ohne deren großes Engagement der Betrieb der Einrichtung undenkbar sei.

Im Rahmen der Investitionsförderung von Tierheimen hat die Einrichtung in Ingelheim von 1996 bis 2015 seitens des Landes bereits rund 87.000 Euro an Fördermitteln erhalten.

Höfken: „Forderung des Bauern- und Winzerverbands bei der Ferkelkastration ist eine Scheinlösung“

06.07.2018

„Die Forderung des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz nach einer Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration ist eine Scheinlösung, die den Bauern nicht hilft. Denn für den 4. Weg ist kein dafür zugelassenes Tierarzneimittel auf dem deutschen Markt erhältlich und auch keine Zulassung absehbar. Für die Zulassung ist der Bund zuständig. Zudem erheben auch Tierärzte Bedenken“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute.

Alternativen zur Kastration ohne Betäubung lägen längst auf dem Tisch: Die aus Tierschutzsicht beste verfügbare Lösung, um den Ebergeruch zu vermeiden, sei die Immunkastration. Bereits seit 2009 sei ein Impfstoff gegen den Ebergeruch in Deutschland zugelassen, der die Kastration der Ferkel ersetzen könne. Daneben gebe es Verfahren zur Kastration unter Betäubung, die in Deutschland auch zugelassen seien, führte die Ministerin an. Bereits seit mehr als fünf Jahren – seitdem das Ende der Kastration ohne Betäubung ab dem Jahr 2019 – bekannt sei, stehe das Umweltministerium mit der Wirtschaftsbeteiligten im Land im Austausch, mit Runden Tischen „Ferkelkastration“ sowie im vergangenen Jahr mit einem Fachgespräch, um zeitnah über tierschutzkonforme Alternativen zu informieren und diese zu erörtern.

„Anstatt sich auf die Immunkastration oder geeignete Betäubungsverfahren vorzubereiten, setzt die Branche auf Verfahren, die jenseits einer realistischen Umsetzungsmöglichkeit sind. Auch die Pharmaunternehmen zeigen offensichtlich kein Interesse daran, ein entsprechendes Tierarzneimittel zur Lokalanästhesie in Deutschland zu beantragen. Die vergangenen Jahre hätte der Bauern- und Winzerverband besser nutzen können, um tierschutzkonforme Lösungen in Rheinland-Pfalz vorzubereiten und zu etablieren. Denn klar ist: Die rechtlichen und praktischen Voraussetzungen für den 4. Weg existieren in Deutschland nicht“, erklärte Höfken abschließend.

 

Höfken: „Nur verpflichtende und einfache Kennzeichnung bringt Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher“

05.07.2018

Ernährungsministerin fordert Bund zu Verbesserungen beim Tierwohlkennzeichengesetz auf

Eine freiwillige Kennzeichnung von Fleischprodukten kann nur der erste Schritt sein: Um Verbraucherinnen und Verbraucher an der Ladenkasse Transparenz zu gewährleisten, ist künftig eine verpflichtende und einfache Kennzeichnung notwendig“, sagte Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken zum Entwurf des Tierwohlkennzeichengesetzes des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Der Lebensmitteleinzelhandel habe bereits reagiert und ein Kennzeichnungssystem entwickelt, das die bestehenden Initiativen bündelt und in verschiedenen Haltungskategorien gliedert. Leider schaffe es das vorgeschlagene System des Bundes nicht, die bestehende Labelflut zu verringern, so Höfken weiter.

„Dabei liegt die Lösung längst auf dem Tisch: Die Eier-Kennzeichnung ist bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern bekannt und anerkannt. Auf jeder Frisch-Eierpackung steht die 0 für ökologische Erzeugung, die 1 für Freilandhaltung, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für Käfighaltung. „Hier sollte der Bund ansetzen und diese Systematik als Vorbild für ein Fleisch-Kennzeichnungssystem nutzen. Dazu haben die Bundesländer bereits im Herbst 2015 einen Vorschlag erarbeitet und dargelegt, wie die Kennzeichnung der Haltungsform auf frischem Fleisch umgesetzt werden kann“, erläuterte die Ministerin.

79 Prozent der Bevölkerung in Deutschland wünscht sich ein staatliches Tierwohllabel und 88 Prozent der Befragten würden mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn diese aus Haltungen mit höheren Tierwohl-Standards stammen, ergab der Ernährungsreport des Bundes. Höfken betonte: „Die Zahlen sprechen für sich. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher spielt der Tierschutz beim Einkauf eine zentrale Rolle. Nur sieht der Entwurf des Tierwohlkennzeichengesetzes bislang kein verpflichtendes Kennzeichnungssystem für alle Produkte tierischen Ursprungs vor, das auf einen Blick erkennen lässt, wieviel Tierschutz tatsächlich im eingekauften Lebensmittel steckt.“

Zur Unterstützung der teilnehmenden Betriebe sieht das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Förderung vor. Dazu muss gemeinsam mit den Bundesländern erörtert werden, wie die Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sowie die Mittel des Agrarinvestitionsförderungsprogramms (AFP) eingesetzt werden können. „Das ist sinnvoll. Zur Umsetzung der Tierwohl-Maßnahmen muss jedoch sichergestellt sein, dass gerade bäuerliche Betriebe von der Förderung partizipieren können“, erklärte die Ministerin. Denn bäuerliche Betriebe schaffen Wertschöpfung in der Region, ermöglichen kurze Transportwege und Lieferketten sowie einen direkten Kontakt zwischen Erzeugern, Einzelhandel und Verbraucherinnen und Verbrauchern. Das schaffe bei den Kundinnen und Kunden in besonderem Maße Vertrauen und Transparenz, führte Höfken abschließend an.

Griese: „Mit vorsorglicher Ausweisung des Wolf-Präventionsgebiets ‚Westerwald‘‚ unterstützen wir Nutztierhalter in der Region“

30.05.2018
Beim vierten Runden Tisch Großkarnivoren informierte Staatssekretär Griese Nutztierhalter, Jäger, Naturschutzverbände und Landwirtschaftsvertreter über die aktuelle Lage zum Wolf


„Mit dem Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz hat sich das Land bereits 2015 für die mögliche Rückkehr des Wolfes gerüstet. Neben der Erstattung von Schäden an Nutztieren durch den Wolf sind darin auch konkrete Möglichkeiten für die Förderung von Präventionsmaßnahmen sowie für die Ausweisung von Präventionsgebieten festgeschrieben. Auf Grundlage des Managementplans werden wir nun das Wolf-Präventionsgebiet „Westerwald“ vorsorglich ausweisen, um den Nutztierhaltern vor Ort die Beantragung der im Managementplan verankerten Präventionsmaßnahmen zu ermöglichen“, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese im Anschluss an den vierten Runden Tisch Großkarnivoren in Mainz.
Grundsätzlich erfolgt die Ausweisung eines Präventionsgebietes nur, wenn sich ein Wolf in einer Region etabliert hat. Hinweise darauf haben sich verdichtet, denn innerhalb dieses Jahres haben zwei Individuen den Bereich des Präventionsgebietes „Westerwald“ – das die Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Neuwied sowie die Stadt Koblenz umfasst – nachweislich durchstreift. „Mit der vorsorglichen Ausweisung des Wolf-Präventionsgebiets ,Westerwald‘ ebnen wir den Weg für Präventionsmaßnahmen zur Unterstützung der Nutztierhalter: So können dort künftig bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde primär für Schafs-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter vom Land gefördert werden“, so Griese zu der Entscheidung.


„Zudem möchten wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Rückkehr des Wolfes aufrechterhalten“, führte der Staatssekretär an. Der Wolf ist nach wie vor eine EU-weit gefährdete und als solche auch eine streng geschützte Art. Der Abschuss von Wölfen ist daher grundsätzlich verboten. „Unser Wolfsmanagementplan sieht jedoch bereits heute die Möglichkeit vor, Wölfe durch behördliche Anordnung zu töten, wenn sie verhaltensauffällig und gefährlich werden. Klar ist: Der Schutz des Menschen steht unbedingt vor dem Schutz des Wolfes“, erläuterte Griese.


Wölfe können pro Nacht bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Daher ist es durchaus möglich, dass Einzeltiere Rheinland-Pfalz durchstreifen, ohne sich hier langfristig niederzulassen. „Nicht zuletzt weil der Wolf eine hochmobile Art ist, haben wir im März dieses Jahres ein gemeinsames Vorgehen zum Herdenschutz und Wolfsmanagement mit Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland beschlossen. Die Kooperationsvereinbarung umfasst die länderübergreifende Zusammenarbeit bei Fang und Besenderung von Wölfen, den Umgang mit bzw. die Entnahme von auffälligen Tieren sowie einen regelmäßigen Informationsaustausch“, sagte der Staatssekretär abschließend.

Zum Hintergrund:
Bisher wurden in 13 Fällen Wölfe in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, die wahrscheinlich auf sechs bis neun einzelne Wolfsindividuen zurückzuführen sind:

  • 2012 (zwei Nachweise):
    - Sichtung und Abschuss eines Wolfes im Westerwald
  • 2015 (ein Nachweis):
    - genetischer Nachweis an Rehriss im Wasgau
  • 2016 (fünf Nachweise)
    - genetischer Nachweis an gerissenen Damtieren bei Giershofen
    - zwei genetische Nachweise an gerissenen Schafen bei Leubsdorf
    - genetischer Nachweis an gerissenem Reh bei Leubsdorf.
    - Sichtung mit Bildbeleg im Bereich Neuwied.

Es ist wahrscheinlich, dass die Risse von Schaf und Reh bei Leubsdorf und der Fotonachweis aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe zueinander von ein und demselben Tier stammen.

  • 2017 (ein Nachweis)
    - Bildnachweis eines Wolfs bei Rheinbrohl/Neuwied
  • 2018 (vier Nachweise)
    - genetischer Nachweis an gerissenen Damtieren bei Leutesdorf/Neuwied
    - genetischer Nachweis an gerissenem Reh bei Leutesdorf/Neuwied
    - genetischer Nachweis an Hirschkalb bei Reidenbruch/Neuwied
    - Sichtung mit Bildbeleg am Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf

Die Risse der Damtiere und des Rehs bei Leutesdorf sind auf die gleiche Wolfsfähe zurück zu führen.


Der im Jahr 2015 beschlossene Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor. So werden Schäden an Nutztieren zu 100 Prozent von der Landesregierung übernommen, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann. Für alle Fälle im Umgang mit Wölfen hat das Umweltministerium unter der Telefonnummer 06306 911199 eine zentrale Hotline eingerichtet.


Förderungen für Präventionsmaßnahmen im Wolf-Präventionsgebiet „Westerwald“ können bei der Stiftung Natur und Umwelt beantragt werden.


Der Managementplan ist online abrufbar unter:
mueef.rlp.de/fileadmin/news_import/Wolfmanagmentplan.pdf

Höfken: „Tierseuchensituation war 2017 angespannter als die Jahre zuvor: Wir setzen daher weiter auf Prävention und Früherkennung“

23.05.2018

Umweltministerin Höfken und LUA-Präsident Bent stellen die Tierseuchenbilanz für 2017 in Mainz vor. 

„Die Tierseuchenbilanz 2017 spiegelt im besonderen Maße die zentralen Aufgaben der Tierseuchenüberwachung wider: Einerseits das Eindämmen von akuten Tierseuchen und andererseits das Ergreifen von Präventionsmaßnahmen gegen neue Bedrohungen für die Tiergesundheit. Waren wir Anfang 2017 noch intensiv mit der in Rheinland-Pfalz aufgetretenen Vogelgrippe befasst, verlagerte sich der Fokus im Laufe des Jahres auf die Beobachtung der Afrikanische Schweinepest (ASP), die sich in Nord- und Osteuropa ausbreitet. Noch hat sie Deutschland und auch Rheinland-Pfalz nicht erreicht, aber wir setzen bereits seit Monaten auf Prävention und Früherkennung“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung der Tierseuchenbilanz gemeinsam mit Dr. Stefan Bent, dem Präsidenten des Landesuntersuchungsamtes (LUA).

Um die Tiergesundheit im Land zu überwachen und auf neue Bedrohungen rasch reagieren zu können, hat das LUA im Jahr 2017 mehr als 286.000 Proben von Nutz-, Wild-, Zoo- und Heimtieren untersucht. „Die Untersuchungen sind ein zentraler Beitrag zum Gesundheitsschutz von Mensch und Tier, vor allem, um eine mögliche Übertragung von Tierkrankheiten auf den Menschen zu vermeiden“, erklärte LUA-Präsident Dr. Stefan Bent. Rheinland-Pfalz war im vergangenen Jahr von acht der insgesamt 54 staatlich bekämpften anzeigepflichtigen Tierseuchen betroffen – vier bei Rindern, zwei bei Fischen und jeweils eine bei Wildvögeln und Hausgeflügel. Zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen gehören auch die Geflügelpest und das Rinderherpesvirus. Zudem hat das LUA 16 meldepflichtige Tierkrankheiten diagnostiziert, darunter auch Salmonellen beim Hund. „Insgesamt war die Tierseuchensituation im Jahr 2017 etwas angespannter als in den Jahren zuvor. Die gute Nachricht: Der Großteil dieser Tierkrankheiten ist für den Menschen ungefährlich, so auch das Rinderherpesvirus oder die Aujeszkysche Krankheit“, führten Höfken und Bent an. 

Seuchenentwicklung im Blick: Bei ASP setzt Land auf Früherkennung

Die Untersuchungen des LUA sind ein wichtiges Instrument um Tierseuchen stets im Blick zu halten. „Gerade bei der ASP setzen wir im besonderen Maße auf die Früherkennung. So unterstützen wir die Jägerschaft seit Februar dieses Jahres mit einer Prämie von 50 Euro für die Beprobung von Fallwild, also tot aufgefundenem Schwarzwild“, so die Ministerin. Im vergangen Jahr habe das LUA 304 Proben von Wildschweinen auf ASP untersucht, in 2018 bereits knapp 290. Auch wenn die ASP für den Menschen ungefährlich sei, hätte das Einschleppen der Tierseuche verheerende Auswirkungen, insbesondere für Schweinehalter, betonte Höfken. „Daher bereitet sich das Land für den Ernstfall vor und setzt im Austausch mit allen Akteuren konsequent auf Vorsorge: Viele regionale Informationsveranstaltungen haben die verantwortlichen Kreise und Veterinärämter schon durchgeführt, das Land hat Schulungen vorgenommen und einen ASP-Gipfel ausgerichtet. Im Herbst dieses Jahres sind für die Veterinärbehörden der Landkreise ASP-Krisenübungen geplant. Außerdem werden vier Regionalkonferenzen zur ASP stattfinden, um Jäger, Landwirte und Tierärzte über den aktuellen Stand, Präventionsmaßnahmen zur ASP sowie über jagdliche Möglichkeiten und wildbiologische Zusammenhänge zu informieren“, sagte die Umweltministerin. 

Aujeszkysche Krankheit: Bei Jagdhunden drei Fälle aufgetreten – in Hausschweinebeständen seit vielen Jahren getilgt 

Die hohe Schwarzwild-Population in Rheinland-Pfalz erschwert nicht nur die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest im Falle eines Ausbruchs, sondern birgt auch ein Risiko für Jagdhunde, sich mit der Aujeszkyschen Krankheit zu infizieren. „Im Jahr 2017 wurde die Erkrankung bei drei Jagdhunden festgestellt, die zuvor Kontakt zu Wildschweinen hatten und sich über die Maul- und Nasenschleimhäute infizierten“, so Höfken. Für Menschen ist diese Tierkrankheit ungefährlich, verläuft jedoch für Hunde, Katzen, Wiederkäuer, Fuchs oder Frettchen immer tödlich. Zum Schutz der Jagdhunde gelte es, mögliche Übertragungswege zu minimieren, etwa durch den Verzicht auf die Fütterung von rohem Schweine- und Wildschweinefleisch. Denn Wildschweine können das Virus in sich tragen, ohne selbst zu erkranken. In Rheinland-Pfalz sind durchschnittlich 2,6 Prozent der Wildschweine mit der Aujeszkyschen Krankheit infiziert. „Hausschweine sind seit 2003 anerkannt frei von der Aujeszkyschen Krankheit, in Rheinland-Pfalz wurde das Virus bereits Ende der neunziger Jahre in Hausschweine-Beständen getilgt“, erläuterte Höfken abschließend.

Weitere Informationen sind in der Tierseuchenbilanz 2017 abrufbar unter: LUA 

Umweltministerium schreibt Tierschutzpreis 2018 aus

20.04.2018
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium schreibt für 2018 den Tierschutzpreis des Landes aus: Die mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von Umweltministerin Ulrike Höfken verliehen und in vier Kategorien vergeben. Diese sind
• der besondere ehrenamtliche Einsatz für den Tierschutz
• ein vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz
• der vorbildliche berufliche Umgang mit Tieren
• Projekte im Tierschutz


Bis zum 31. August können Kandidatinnen und Kandidaten dem Umweltministerium vorgeschlagen werden. Die Vorschläge können per Post an das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Kaiser-Friedrich Str. 1, 55116 Mainz geschickt oder per E-Mail unter der Adresse RP-Tier@mueef.rlp.de eingereicht werden.


Vorschläge können von allen für den Tierschutz tätigen Vereinen, Verbänden, Behörden und Gruppen oder vom Tierschutzbeirat des Landes eingebracht werden. Auch sonstige Vereine, Verbände oder Gruppen, die sich mit Tierschutzthemen befassen, können Vorschläge machen, jedoch keine Einzelpersonen. Selbstvorschläge sind ebenfalls nicht möglich. Die Vorschläge für den Tierschutzpreis müssen Angaben zur Person oder Institution enthalten und die Art des Einsatzes beschreiben. Eine Jury aus Vertretern des Tierschutzbeirates und des Umweltministeriums entscheidet über die Vergabe.


Weitere Informationen finden Sie unter: Tierschutzpreis

Tierschutz: Knapp 6 Prozent der kontrollierten Tiertransporte mit Mängeln – Höfken: Verschärfung der EU-Transportverordnung notwendig

26.03.2018
Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Jedes Jahr prüfen die Amtstierärzte der rheinland-pfälzischen Kommunen stichprobenartig, ob bei den Tiertransporten in Rheinland-Pfalz die Vorgaben des Tierschutzes eingehalten werden. Fazit des Landesuntersuchungsamtes für das Jahr 2017: Bei 1.092 Kontrollen im Jahr 2017 haben die Amtstierärzte fast 900 Fahrzeuge und etwa 1.400 Begleitpapiere überprüft. In den Fahrzeugen wurden über 180.000 Tiere, vor allem Schweine, Geflügel und Rinder, transportiert. Bei 62 durchgeführten Kontrollen haben die Amtstierärzte Verstöße festgestellt, 38 davon am Versandort oder nach dem Ausladen am Schlachtbetrieb, 24 bei Kontrollen während des Transports.

Bei 39 beanstandeten Schweinetransporten haben die Amtstierärzte häufig die Ladedichte oder die Anbindung der Tiere beanstandet. Bei zehn Transporten wurden nicht transportfähige Tiere vorgefunden. In drei Fällen wurde ein tierschutzwidriger grober Umgang mit Tieren, in einem weiteren Fall eine unzureichende Belüftung festgestellt. Die Beförderungsdauer und die Transportfähigkeit der Tiere waren häufig bei Rinder- und Geflügeltransporten zu bemängeln. Es wurden 28 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet sowie 22 Belehrungen und vier Anordnungen ausgesprochen. In einem Fall wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Bund muss zum Schutz der Tiere dringend handeln

Besorgniserregend sind vor allem Langzeittransporte bei Hitzeperioden in Drittländer. Lange Wartezeiten an den Außengrenzen der EU, verbunden mit einer häufig unzureichenden Versorgung mit Wasser und Futter, führen zu tierschutzwidrigen Zuständen. Aber auch der Weitertransport im Drittland kann sehr belastend sein. „Zum Schutz der Tiere muss sich der Bund dringend für eine Verschärfung der EU-Transportverordnung einsetzen. Wir können nicht hinnehmen, dass beispielsweise Rinder bis zu 29 Stunden ohne ein Abladen quer durch Europa transportiert werden dürfen – und das bei einer Transporttemperatur von bis zu 35 Grad Celsius. Sowohl die Transportbedingungen, die Transportdauer als auch die maximale Transporttemperatur müssen schnellstmöglich verbessert beziehungsweise gesenkt werden“, forderte Umweltministerin Ulrike Höfken.

 

 

Verleihung Tierschutzpreis 2017 - Umweltministerin Ulrike Höfken: „Land kann beim Tierschutz auf großes Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger bauen“

13.03.2018
In Mainz hat Umweltministerin Ulrike Höfken heute den Tierschutzpreis 2017 des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.  Drei Preisträger teilen sich die Auszeichnung: Für ihren besonderen Einsatz für den Tierschutz geehrt wurden der Tierarzt Markus Gilles aus Burgbrohl, der Verein Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V. sowie Waltraud Prokopeck aus Pirmasens. Der mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Preis wurde zum 24. Mal vergeben.


„Die Auszeichnung soll dazu dienen, die Tätigkeit einzelner Personen und das Engagement von Gruppen im Tierschutz hervorzuheben und in besonderer Weise zu honorieren. Gleichzeitig soll er Anreiz sein für weiteres Engagement und als Vorbild für andere dienen“, betonte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Feierstunde. Als Anerkennung für diesen Einsatz schreibe die Landesregierung nicht nur jedes Jahr den Tierschutzpreis aus, sie fördere auch rheinland-pfälzische Tierschutzorganisationen und Tierheime finanziell. So seien allein 2017 rund 670.000 Euro bewilligt worden, fuhr Höfken fort.
„Tierschutz ist eine Daueraufgabe, um Fehlentwicklungen entgegen zu wirken. So werden Tiere als Haustiere angeschafft, ohne dafür die Kenntnisse, Fähigkeiten und räumlichen Möglichkeiten zu haben. Das führt oft zur Überbelegung von Tierheimen. Aufklärung alleine hilft leider nicht immer weiter. Einige gesetzliche Rahmenbedingungen müssten dringend geändert werden. Wir werden weiter in unserem Bemühen fortfahren, eine Änderung des Tierschutzrechts und damit einen besseren Schutz der Tiere zu erreichen“, so die Ministerin.


Den Tierschutzpreis des Landes 2017 erhält in der Kategorie „vorbildlicher Einzel-beitrag für den Tierschutz“ der Burgbrohler Tierarzt Markus Gilles. Bereits seit dem Jahr 2009 nimmt sich Herr Gilles des Problems der unkontrollierten Vermehrung von freilaufenden Katzen zum Schutz der Tiere in der Gemeinde Burgbrohl an. Von ihm wurde das sogenannte „Burgbrohler Modell" ins Leben gerufen. Dabei werden bei  tierschutzrelevanten Sachverhalten Fangaktionen durchgeführt und Kastrationen auf Kosten der Ortsgemeinde Burgbrohl und mit Unterstützung der Tierarztpraxis von Herrn Gilles schnell und unbürokratisch vorgenommen. Das „Burgbrohler Modells" hat nicht nur zu einer Kastrationspflicht für Freigängerkatzen geführt, sondern hat zusätzlich bei den Bürgerinnen und Bürgern ein verstärktes Bewusstsein für den Tierschutz geschaffen.


Ebenfalls in der Kategorie „vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz“ wird die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied geehrt. Der 2015 gegründete, gemeinnützige Verein mit derzeit 28 Mitgliedern setzt sich für betreute Taubenschläge mit Populati-onskontrolle nach dem Augsburger Modell ein. Dabei werden die Tiere in einem Tau-benschlag artgerecht gefüttert und mit frischem Trinkwasser versorgt, die Brutplätze täglich gereinigt und die Eier gegen Attrappen ausgetauscht. Kranke und verletzte Tiere werden medizinisch versorgt. Langfristig führt diese Taubenhaltung zu einer kleineren und gesünderen Stadttaubenpopulation und trägt nicht nur zum Tierschutz sondern auch zur Stadtsauberkeit und einem besseren Verhältnis zwischen Tauben und Menschen bei. Seit Mai 2016 betreibt die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V in Koblenz nach diesem Modell einen Taubenschlag in einem umgebauten Bauwagen. In Neuwied ist  der nächste Taubenwagen gerade in Arbeit. Außerdem pflegt der Verein kranke und verletzte Tauben aus dem Großraum Koblenz und Neuwied. Seit seinem Bestehen wurden über 300 Tiere betreut und medizinisch versorgt.


Der Tierschutzpreis in der Kategorie „besonderer ehrenamtlicher Einsatz für den Tierschutz“ geht an Waltraud Prokopeck aus Pirmasens. Seit 1990 ist sie Mitglied des Vereins Menschen für Tiere e.V., der sich hauptsächlich um streunende Katzen in und um Pirmasens kümmert. Sie ist der treibende Motor des Vereins und nimmt seit 1992 die Aufgabe als Kassenwartin im Verein wahr. Zweimal jährlich organisiert sie zudem Flohmärkte, um mit deren Einnahmen die benötigten Finanzmittel für die Vereinsarbeit sicherzustellen. Daneben füttert sie ganzjährig, täglich zweimal an vier verschiedenen Stellen, streunende Katzen. Auch die Organisation anderer Helfer für Futterstellen wird von ihr übernommen. Auch vermittelt sie bei Streitigkeiten zwischen Mietern, wenn es um Probleme geht, die mit Tieren zusammen hängen.

Umweltministerin Höfken wirbt für Katzenschutzverordnung

08.03.2018
„Dank der unermüdlichen Arbeit der Tierschutzvereine sind herrenlose und verwilderte Katzen in Rheinland-Pfalz kein flächendeckendes Problem. Trotzdem beschäftigt uns dieses Thema seit Jahren. Darum haben wir im Jahr 2015 für alle rheinland-pfälzischen Kommunen die Möglichkeit geschaffen, mittels einer kommunalen Katzenschutzverordnung in bestimmten Gebieten insbesondere die Kennzeichnung und Registrierung freilaufender gehaltener Katzen anzuordnen. Dazu gehört auch eine Beschränkung des Freilaufs fortpflanzungsfähiger Katzen. Ich begrüße den Erlass kommunaler Katzenschutzverordnungen ausdrücklich und ermutige die Städte und Gemeinden, diesen Schritt zu gehen!“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute bei einer Podiumsdiskussion des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes zum Thema „Damit weniger Tiere leiden – die flächendeckende Kastrationspflicht für Katzen in Rheinland‐Pfalz“. Bisher haben sich in Rheinland-Pfalz drei Kommunen – die Verbandsgemeinden Brohltal und Maifeld sowie die Stadt Worms – zu diesem Schritt entschlossen.

Kennzeichnung der Katzen kann Zahl der ausgesetzten Tiere reduzieren

„Die Vorteile einer solchen Katzenschutzverordnung liegen auf der Hand: Sind die gehaltenen Katzen gekennzeichnet und registriert, kann der freie Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen beschränkt und dies auch wirksam umgesetzt und kontrolliert werden. Diese drohende Beschränkung des freien Auslaufs wird dazu führen, dass eine Vielzahl von Tierhaltern ihre Tiere kastrieren lassen“, sagte Höfken. Oft sei es nur mangelndes Problembewusstseins der Halterinnen und Halter, von einer Kastration abzusehen – dies betrifft vor allem Kater.

Darüber hinaus bietet die Kennzeichnung und Registrierung den Vorteil, dass die Tiere im Falle des Entlaufens schneller wieder zu ihrem Halter zurückgebracht werden können. „Das ist gut für Tier und Halter und entlastet vor allem die Tierheime, deren Kapazitätsgrenzen zunehmend überschritten werden. Die Kommunen selbst wiederum sparen Kosten, die ihnen durch aufgefundene Tiere entstehen“, sagte die Ministerin. Die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht kann zudem dazu beitragen, dass weniger Katzen ausgesetzt werden, weil die Halter schneller ermittelt werden können. „Darum sage ich ganz ausdrücklich: Ich freue mich über jede weitere Kommune, die diesen Schritt geht, der ihnen bereits seit 2015 offen steht.“

Land unterstützt Tierschutzvereine: Seit 2007 mit 650.000 Euro

Unabhängig von der Möglichkeit, eine Katzenschutzverordnung zu erlassen, unterstützt das Land die Arbeit der Tierheime im Land finanziell: „In den vergangenen  zehn Jahren haben wir mehr als eine halbe Million Euro an rund 60 Tierschutzvereine für Katzenkastrationen gezahlt. Sie leisten eine hervorragende Arbeit im Sinne des Tierschutzes und dafür bedanke ich mich“, sagte Umweltministerin Höfken. Im Tierschutz tätige gemeinnützige Vereine erhalten eine Förderung von maximal 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, höchstens jedoch 2.560 Euro im Jahr.

Höfken zum ASP-Gipfel: Ministerium setzt mit Fallwildprämie auf Früherkennung

05.02.2018
Umweltministerin Ulrike Höfken hat heute unter anderem Vertreter der Landwirtschaft, Jagd, Tierärzte sowie der Städte und Gemeinden im Land zum Austausch über die aktuelle Situation der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Mainz geladen. „Auch wenn die Tierseuche in Deutschland bisher glücklicherweise weder bei Haus- noch Wildschweinen aufgetreten ist und wir uns mit einer Vielzahl an Maßnahmen gegen eine Einschleppung rüsten, müssen wir uns gemeinsam auf den Ernstfall vorbereiten“, sagte Höfken. Das zentrale Instrument der ASP-Bekämpfung – insbesondere beim Wildschwein – sei die Früherkennung, denn ein Impfstoff existiere bisher nicht. Wenn die Seuche zeitnah erkannt werde, bestehe noch die geringe Chance, sie zu tilgen. „Daher unterstützen wir die Jägerschaft ab sofort mit einer Prämie: Für die Beprobung von Fallwild erhalten Jägerinnen und Jäger jeweils 50 Euro. Außerdem übernimmt das Ministerium das Porto zum Versand der Probe“, so die Ministerin weiter.

Den Tierhaltern empfiehlt das Umweltministerium, eine Ertragsschadensversicherung abzuschließen und sich durch die konsequente Einhaltung eines hohen Hygienestandards vor einem Eintrag zu schützen. „Wichtig ist, dass jeder nach seinen Möglichkeiten Vorsorge gegen die verheerende Tierseuche trifft“, erklärte die Ministerin und kündigte für Ende des zweiten Halbjahres ASP-Übungen für die Veterinärbehörden der Landkreise und Städte an.

Höfken sieht neben dem Schwarzwild auch den Menschen als möglichen Überträger der Tierseuche an: „Deswegen setzen wir auf Information und unterstützen entsprechende Bundeskampagnen.“

Neben der Früherkennung und einer transparenten Informationspolitik setzt das Ministerium mit allen Akteuren des „Handlungsprogramms Schwarzwild“ auf die Reduzierung der Wildschweinpopulation. Eine Abfrage bei den Forstämtern hat ergeben: In den nicht verpachteten Staatswaldrevieren ist die Jagdstrecke – also die erlegten Tiere – beim Schwarzwild zum Stichtag 31. Dezember 2017 rund ein Drittel höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Zu dieser Entwicklung hat auch der Verzicht auf die Erhebung von Jagdbetriebskosten für private Jägerinnen und Jäger im Staatswald sowie die Möglichkeit der ganzjährigen Bejagung von Wildschweinen – mit Ausnahme von Muttertieren, die abhängige Frischlinge führen – beigetragen“, sagte Höfken abschließend und kündigte zugleich an, dass sie diesen Austausch fortsetzen wird.

Das Umweltministerium informiert ausführlich über die Afrikanische Schweinepest unter: https://mueef.rlp.de/de/themen/tiere-und-tierwohl/tiergesundheit-tierseuchenbekaempfung/faq-afrikanische-schweinepest/

 

 

Umweltministerium stellt umfassende Informationen zur Afrikanischen Schweinepest zur Verfügung

23.01.2018
Aufgrund der aktuellen Situation in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium die wichtigsten Informationen auf seiner Internetseite übersichtlich und verständlich zusammengefasst. Diese Hinweise richten sich in erster Linie an Bürgerinnen und Bürger, aber auch an Jäger, Förster, Landwirte sowie Veterinäre und werden laufend aktualisiert.


In Form von FAQ werden Fragen zur ASP generell, zu den wichtigsten Übertragungswegen, zur Prävention und zur Früherkennung, zu bereits umgesetzten Maßnahmen in Rheinland-Pfalz sowie zum Umgang mit der Tierseuche – falls sie Rheinland-Pfalz erreichen sollte – beantwortet. Es wird auch darauf eingegangen, wie Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Verhalten dazu beitragen können, dass die ASP Rheinland-Pfalz gar nicht erst erreicht.

Bisher ist kein Fall von ASP in Deutschland aufgetreten. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bewertet das Risiko einer Einschleppung der ASP nach Deutschland insgesamt als hoch, den Eintrag der ASP durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen als mäßig. In diesem Zusammenhang wird um besondere Wachsamkeit gebeten – vor allem bei Reisen aus oder in betroffene Gebiete in Osteuropa. Das höchste Risiko der Ausbreitung der ASP geht von mit ASP-Virus kontaminierten Lebensmitteln aus, die auf Parkplätzen entlang von Straßen und Picknickplätzen im Wald entsorgt werden, zu denen Wildschweine Zugang haben.

Das ASP-Virus stellt keine Gefahr für Menschen dar. Wildbret vom Wildschwein kann unter Beachtung der empfohlenen Hygieneregeln weiterhin unbedenklich verzehrt werden.

Anfang Februar lädt das Umweltministerium alle relevanten Akteure zu einem Gipfeltreffen „Aktuelle Situation zur Afrikanischen Schweinepest“ ein. In diesem Rahmen werden Fragen und Aspekte fachübergreifend angesprochen und Lösungs- und Umsetzungswege identifiziert.

FAQ zur Afrikanischen Schweinepest: http://s.rlp.de/FAQAfrikanischeSchweinepest

Höfken: „Tierheim Mainz übernimmt Verantwortung für Tiere in Not“

04.08.2017
„Das Tierheim Mainz übernimmt tagtäglich Verantwortung für Tiere in Not. Ohne das Engagement von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ist der Tierschutz vor Ort nicht zu leisten“, erklärte Höfken heute im Tierheim Mainz und bedankte sich bei allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung.

   
Anlass war die Übergabe eines Förderbescheids über 455.000 Euro. Mit den Landesmitteln wird das Tierheim ein neues Hundehaus mit Platz und Auslauf für 30 Tiere errichten.

Das Land unterstütze jedoch nicht nur Investitionen in benötigte Neubauten des Tierheims, sondern fördere auch den ehrenamtlichen Einsatz von Helferinnen und Helfern, so Höfken. Zum Beispiel hat das Tierheim Mainz auf Initiative des Umweltministeriums im Jahr 2015 den Hundeführerschein junior als Pilotprojekt gestartet. „Dies ist eine wichtige Investition in die Zukunft. Denn der richtige Umgang mit Hunden und Haustieren will gelernt sein – am besten bereits von Kindheit an“, erklärte die Ministerin.

Kinder und Jugendliche könnten erfahren, dass Haustiere neben großer Freude auch Verpflichtungen mit sich brächten. „Der Hundeführerschein junior ist ein zentraler Beitrag zur besseren Tierhaltung. Er schafft ein Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere und gibt den Kindern Sicherheit im Umgang. So werden Kinder und Jugendliche wichtige Botschafter für mehr Sicherheit und Tierschutz“, führte Höfken an. Nach erfolgreicher Prüfung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kurs mit dem Erwerb eines Hundeführerscheins abschließen. In diesen Sommerferien hat das Tierheim erstmals im Rahmen der Mainzer Ferienkarte sechs Hundeführerschein junior-Kurse angeboten. Diese waren weitgehend ausgebucht. Das Umweltministerium hat die Kosten für Unterrichtsmaterialien, wie etwa den Druck der Prüfungsunterlagen, des Begleitheftes und der Urkunden, übernommen.

Höfken warnt vor Afrikanischer Schweinepest: „Kein Schweinefleisch im Reisegepäck“

25.07.2017
Umweltministerin Ulrike Höfken fordert Urlauber, LKW-Fahrer und Jäger aus Osteuropa und Russland auf, kein Schweinefleisch, keine Wurstwaren, zum Beispiel in Form von Wurstbroten, und keine Jagdtrophäen nach Deutschland mitzubringen. Anlass ist die hoch ansteckende Afrikanische Schweinepest (ASP), die sich aktuell in fast allen Ländern Osteuropas – unter anderem in Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien – und in Russland unter Wildschweinen, aber auch in Hausschweinebeständen verbreitet. „In Deutschland ist die verheerende Tierseuche bisher zum Glück noch nicht aufgetreten. Experten schätzten das Risiko einer Einschleppung jedoch als hoch ein“, sagte Höfken.


Für den Menschen sei das Virus ungefährlich, bei infizierten Schweinen führe die Seuche dagegen fast immer zum Tod, führte die Umweltministerin an. Bei einem Ausbruch der ASP in einem deutschen Schweinebestand müssten umgehend alle Tiere des Betriebes getötet werden. Außerdem würden Restriktionszonen eingerichtet werden; diese wären mit erheblichen Handelssperren für Schweine und Schweinefleischprodukte verbunden. Impfstoffe zum Schutz von Haus- oder Wildschweinen existieren nicht.
Überträger der ASP sind erkrankte Schweine, aber auch virushaltige Lebensmittel, Tierkadaver, Schlacht- und Speiseabfälle. Das Virus überlebt sowohl in gekühltem, als auch in gefrorenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch oder in Wurst bis zu 400 Tage. Werden kontaminierte Speisereste in frei zugänglichen Mülleimern an Autobahnraststätten entsorgt oder unterwegs achtlos weggeworfen, besteht die Gefahr, dass die hoch ansteckende Seuche in heimische Bestände eingeschleppt wird.


Zur Einhaltung der Tiergesundheit sind besonders die Schweinehalter im Land aufgefordert, auf die Biosicherheit in ihren Ställen zu achten und jeden direkten oder indirekten Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen zu unterbinden – insbesondere bei Freilandhaltungen. Die Verfütterung von Speiseresten oder Küchenabfällen an Schweine ist verboten.
Auch Jäger können mit unbehandelten Trophäen aus infizierten Gebieten den Erreger der Afrikanischen Schweinepest von ihrer Jagdreise mitbringen. Unbehandelte Jagdtrophäen dürfen grundsätzlich nur von dafür zugelassenen Präparatoren in die EU eingeführt werden. Diese müssen gewährleisten, dass durch die Einfuhr keinerlei Krankheitserreger in die EU gelangen. Bei der Jagd in Osteuropa oder Russland benutzte Gegenstände wie Schuhe, Kleidung und Messer müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Ein getrockneter Blutstropfen von einem infizierten Wildschwein kann ausreichen, um die hiesige Schwarzwildpopulation mit ASP zu infizieren.


Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen bei der Einfuhr von Lebensmitteln aus Ländern außerhalb der EU sind auf der Homepage des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft abrufbar unter: http://www.bmel.de/DE/Tier/TierhandelTransport/_Texte/ErzeugnisseTierischenUrsprungs.html

Höfken zieht Tierseuchenbilanz 2016: Vogelgrippe dominierte - Rheinland-Pfalz nach 20 Jahren Bekämpfung frei von Rinderherpes

26.06.2017
Der Ausbruch der Geflügelpest in Rheinland-Pfalz im November letzten Jahres dominierte die Tierseuchenbilanz 2016, die Umweltministerin Ulrike Höfken und der Präsident des Landesuntersuchungsamtes (LUA) Stefan Bent heute in Mainz vorstellten. Auch Rheinland-Pfalz blieb von dem Seuchenzug der Geflügelpest, die in ganz Europa grassierte, nicht verschont. „Zwischen November 2016 und Mai 2017 wurde die hoch ansteckende Variante des Subtyps H5N8 bei 22 Wildvögeln und zwei Hausgänsen nachgewiesen. Um die Nutzgeflügelbestände im Land vor Ansteckung zu schützen, hat das Land frühzeitig Vorsorge getroffen und die Kreise aufgefordert, die Aufstallung in Risikogebieten, etwa mit vielen Wasservögeln, zu prüfen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte Höfken.
Zur Überwachung der Tiergesundheit hat das LUA im Jahr 2016 insgesamt fast 300.000 Proben von landwirtschaftlichen Nutztieren, Wild- und Zootieren sowie Heimtieren aus Rheinland-Pfalz untersucht. „Diese Untersuchungen sind ein unverzichtbarer Beitrag für den Gesundheitsschutz von Mensch und Tier. Wir müssen gefährliche Tierseuchen stets im Blick halten, um ein Wiederaufflammen bekannter oder das Auftreten neuer Krankheiten rechtzeitig zu erkennen“, betonte Bent. Das gelte vor allem für Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind.
Laut Höfken wurden im Verlauf des Jahres sechs der 54 derzeit staatlich bekämpften „anzeigepflichtigen Tierseuchen“ nachgewiesen - drei bei Rindern und jeweils eine bei Wildvögeln, Bienen und Fischen.  Zu diesen „anzeigepflichtigen Tierseuchen“ gehört auch die Vogelgrippe. Von November 2016 bis Mai 2017 hat das Landesuntersuchungsamt fast 2.200 Proben auf Vogelgrippe untersucht – etwa 400 Proben von Wildvögeln und 1800 von Haus-, Zoo- und Ziergeflügel. Glück im Unglück sei es, dass mit Ausnahme zweier Gänse kein Hausgeflügel von H5N8 betroffen war, so Höfken.
Die beste Nachricht des Jahres 2016 kam aus Brüssel: Nach fast 20-jähriger staatlicher Bekämpfung ist Rheinland-Pfalz endlich offiziell frei von der Rinderseuche BHV1, auch Rinder-Herpesvirus genannt. Für die Ministerin ein großer Erfolg der Tierseuchenbekämpfung: „Landwirte können nun beim Handel über die Landesgrenzen auf aufwändige Quarantänemaßnahmen verzichten und haben Marktvorteile beim Verkauf in die EU und Drittländer.“ Seit Anfang Juni 2017 ist ganz Deutschland anerkannt frei vom Rinder-Herpesvirus. „Der Schutz dieses Status ist jetzt unser großes Ziel“, betont Höfken und erinnert an die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben, um das Risiko einer Neuinfektion zu reduzieren.
Anders als die staatlich bekämpften Tierseuchen werden die „meldepflichtigen Tierkrankheiten“ nur statistisch erfasst. Von den 23 meldepflichtigen Tierkrankheiten wurden 12 im Jahr 2016 nachgewiesen, darunter die Infektion von Füchsen mit dem Kleinen Fuchsbandwurm – einem auch für den Menschen hochgefährlichem Parasiten. Die Untersuchung von 10.000 rheinland-pfälzischen Füchsen in knapp 25 Jahren hat gezeigt, dass die Befallsrate konstant bleibt. Etwa jedes fünfte Tier ist infiziert.
Erstmals bei einem Fuchs aus Rheinland-Pfalz nachgewiesen wurde 2016 das für Menschen ungefährliche, aber für Hunde häufig tödliche Staupevirus. „Aufgrund der zunehmenden Staupefälle bei Füchsen in Deutschland empfehlen wir eine vorsorgliche Impfung von Hunden, insbesondere Jagdhunden“, appellierte die Ministerin.

Mehr Informationen zur Tierseuchenbilanz: https://mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Startseite/Pressemeldung-pdf/LUA-Bilanz_Tiergesundheit_2016.pdf

 

 

Tierschutzpreis 2017: Jetzt Kandidaten vorschlagen

08.06.2017
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium schreibt auch für 2017 den Tierschutzpreis des Landes aus, den Umweltministerin Ulrike Höfken verleihen wird. „Tierschutz lebt vom ehrenamtlichen Engagement und ist eine Daueraufgabe. Der Preis soll daher das persönliche Engagement für den Tierschutz würdigen und zum Nachahmen motivieren“, sagte die Ministerin. Bis zum 31. August 2017 können noch Kandidaten für den Tierschutzpreis 2017 vorgeschlagen werden.
Die mit 6.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in vier Kategorien vergeben. Ausgezeichnet werden soll
•    der besondere ehrenamtliche Einsatz für den Tierschutz
•    ein vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz
•    der vorbildliche berufliche Umgang mit Tieren
•    Projekte im Jugendtierschutz.
Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen, werden vorrangig berücksichtigt.
Preiswürdige Kandidatinnen und Kandidaten können bis zum 31. August 2017 beim Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Kaiser-Friedrich-Straße 1, 55116 Mainz oder unter RP-Tier@mueef.rlp.de, benannt werden. Vorschlagsberechtigt sind alle für den Tierschutz tätigen Vereine, Verbände, Behörden und Gruppen, aber auch sonstige Vereine, Verbände oder Gruppen, die sich mit Tierschutzthemen befassen sowie der Tierschutzbeirat des Landes, jedoch keine Einzelpersonen. Selbstvorschläge sind nicht möglich.
Die Vorschläge für den Tierschutzpreis müssen Angaben zur Person oder Institution enthalten und die Art des Einsatzes beschreiben. Eine Jury aus Vertretern des Tierschutzbeirates und des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten entscheidet über die Vergabe. Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Engagement für Tiere in Not – Höfken zeichnet Silvia Enders mit dem Tierschutzpreis des Landes aus

11.05.2017
Umweltministerin Ulrike Höfken hat heute in Mainz den Tierschutzpreis des Landes an Silvia Enders vom Tierschutzverein Donnersbergkreis verliehen. Silvia Enders erhält den mit 6000 Euro dotierten Tierschutzpreis 2016 in der Kategorie ‘langjähriger ehrenamtlicher Einsatz für den Tierschutz‘.

„Frau Enders hat außergewöhnlichen Einsatz für den Tierschutz im Land geleistet und damit in vorbildlicher Weise Verantwortung für Tiere in Not übernommen“, würdigte Höfken die Preisträgerin.

Seit der Inbetriebnahme des Tierheims Kirchheimbolanden 2001 ist Silvia Enders dort ehrenamtlich aktiv. Sie engagiert sich etwa 35 Stunden in der Woche für die Tiere. 2012 hat sie die Tierheim-Leitung übernommen. „Frau Enders betreut die 500 Tiere, die jährlich im Tierheim Zuflucht finden, sorgt sich um die Unterhaltungskosten für das Tierheim, verhandelt mit Kostenträgern und bemüht sich um Spenden. In der zuständigen Behörde, der Kreisverwaltung des Donnersbergkreises, schätzt man ihre Bereitschaft mit hohem persönlichem Einsatz in schwierigen Situationen kurzfristige Lösungen zu suchen“, führte Höfken aus. Die Jury war überzeugt, dass es ein ganz besonderes Engagement und viel Überzeugung erfordert, sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder den täglichen Anforderungen eines Tierheimbetriebes zu stellen und diese zu bewältigen. Silvia Enders Engagement ist nur mit wahrer Leidenschaft für den Tierschutz zu stemmen“, sagte die Ministerin.

Höfken hob hervor, dass der Tierschutz vom ehrenamtlichen Engagement lebe. Als Anerkennung für diesen Einsatz schreibt die Landesregierung nicht nur jedes Jahr den Tierschutzpreis aus, sie fördert auch rheinland-pfälzische Tierschutzorganisationen und Tierheime finanziell. Im Jahre 2016 wurden rund 446.000 EUR bewilligt.

„Tierschutz ist eine Daueraufgabe. Unser Ziel ist es, die gesellschaftlichen Gruppen weiter für den Schutz der Tiere zu sensibilisieren“, erklärte die Umweltministerin. „Den verantwortlichen Umgang mit Tieren haben wir zum Beispiel an Schulen zum Thema gemacht oder durch den Sachkundenachweis für besonders geschützte Arten umgesetzt. Den Kommunen haben wir mit der Katzenschutzverordnung ermöglicht, die Verwilderung von Katzen und so Tierleid zu mindern. Mit dem Klagerecht für Tierschutzverbände haben wir Tieren eine Stimme gegeben. Und auf Bundesebene konnten wir ein früheres Ende der tierquälerischen Käfighaltung von Legehennen durchsetzen“, führte Höfken an. Doch trotz der Erfolge gebe es noch viel zu tun. Das Engagement von Tierschützerinnen und Tierschützern wie Silvia Enders sei dafür unentbehrlicher Beitrag, so Höfken.

Umweltministerin Ulrike Höfken bewilligt rund 50.000 Euro für Neubau des Katzenhauses im Landauer Tierheim

04.05.2017
Für den Neubau des Katzenhauses im Landauer Tierheim „Maria Höffner“ hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium dem Tierschutzverein  Südpfalz e.V. 49.460 Euro zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird mit den Fördermitteln auch der Abriss des Altbaus sowie die Wärmeisolierung und Dacherneuerung des Kleintierhauses und einer angrenzenden Abstellkammer.
„Das bedeutet vor allem mehr Platz für die Tiere, mehr Aufnahmekapazität und eine Optimierung der Arbeitsabläufe. Auch die Gesundheitsvorsorge ist so besser zu gewährleisten“, so Umweltministerin Ulrike Höfken.

Das Tierheim in Landau ist eines der größeren im Land. Im Rahmen der Investitionsförderung von Tierheimen hat die Einrichtung in Landau von 2000 bis 2013 seitens des Landes rund 213.000 Euro an Fördermitteln erhalten.
Anlässlich der Zuwendung an die Einrichtung betonte Höfken: „Die große Zahl an unterzubringenden Tieren in Landau wie auch in den anderen Tierheimen des Landes ist ein deutliches Zeichen dafür, dass viele Halter überfordert sind und nicht über die erforderliche Sachkunde verfügen. Ich appelliere daher an alle, die ein Tier halten wollen, sich ihrer großen Verantwortung bewusst zu sein. Ausdrücklich dankte die Ministerin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne deren großes Engagement der Betrieb der Einrichtung undenkbar sei.

Höfken: Kennzeichnung von verarbeiteten Eiprodukten soll sich für Tiere, Verbraucher und Unternehmen ausbezahlen

06.04.2017
„Durch eine Kennzeichnung von verarbeiteten Eiprodukten, wie Nudeln oder Backwaren, kann eine Win-Win-Situation für Tiere, Verbraucher und Lebensmittelunternehmen entstehen“, sagte Ernährungsministerin Ulrike Höfken heute bei einem gemeinsamen Presserundgang mit Andreas Nickenig, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Griesson - de Beukelaer in Polch. Ziel des Besuches war, mit Verarbeitern ins Gespräch zu kommen, wie eine Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern auf Lebensmittelverpackungen praxisgerecht gestaltet und umgesetzt werden kann. „Durch die klar verständliche und transparente Kennzeichnung von Frischeiern und die dadurch mögliche Entscheidung der Verbraucher für mehr Tierschutz ist es gelungen, den Marktanteil der Käfighaltung bei Frischeiern deutlich zu reduzieren: Auf jeder Frischeier-Packung steht die 0 für ökologische Erzeugung, die 1 für Freilandhaltung, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für Käfighaltung. Für verarbeitete Eiprodukte fehlt diese verpflichtende Kennzeichnung hingegen“, erklärte Höfken. Die fehlende Kennzeichnung habe auch zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen und Import-Dumping geführt. „1,8 Milliarden Eiprodukte – überwiegend aus tierquälerischer Käfighaltung aus dem Ausland – bleiben bei Verbrauchern unerkannt und setzen unsere heimischen tiergerechten Erzeuger unter Preisdruck“, erläuterte die Ministerin.
Das Polcher Unternehmen Griesson - de Beukelaer verwendet bereits seit 2007 ausschließlich Eier von Hühnern aus Bodenhaltung. „Als verantwortungsvolles Familienunternehmen liegt uns das Thema Tierwohl sehr am Herzen. Deswegen waren wir eines der ersten Unternehmen in der Branche, das zu 100 Prozent auf Eier aus Bodenhaltung umgestellt hat“, betont Geschäftsführer Andreas Nickenig. Wie bei allen wichtigen Rohstoffen biete das Unternehmen den Verbrauchern im Internet auch bei Eiern ausführliche Informationen zu seinen vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten.
Die Verwendung von zertifiziertem Palmöl und Kakao zeige, dass sich das Unternehmen auf den Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit gemacht habe, sagte die Ernährungsministerin. „Engagement für mehr Tierschutz und zertifizierte Produkte sollen sich auszahlen. Denn immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich an der Ladentheke für eine artgerechte Tierhaltung und nachhaltig erzeugte Lebensmittel“, so Höfken.

https://mueef.rlp.de/http://

Höfken: Kennzeichnung von tierischen Lebensmitteln ist große Chance für Tierschutz und artgerechte Tierhaltung

31.03.2017
79 Prozent der Bevölkerung in Deutschland wünschen sich ein staatliches Tierwohllabel und 88 Prozent der Befragten würden mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn diese aus Haltungen mit höheren Tierwohl-Standards stammen, ergab der Ernährungsreport 2017 des Bundes. „Für viele Verbraucher und Verbraucherinnen spielt der Tierschutz beim Einkauf eine wichtige Rolle. Nur fehlt leider die Transparenz, wie viel Tierschutz überhaupt im eingekauften Lebensmittel steckt“, so Ernährungsministerin Ulrike Höfken und Waltraud Fesser, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Startschuss der Themenwoche „Tierschutz mit dem Einkaufskorb“ war ein gemeinsamer Aktionsstand des Ernährungsministeriums und der Verbraucherzentrale beim Mainzer Markt. „Mit einer transparenten und verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung auf Eiprodukten und Fleisch kann eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstehen. Für unsere Landwirtschaft ist es eine Frage der Wettbewerbsgerechtigkeit. Für unsere Tiere eine große Chance für mehr Tierschutz. Für Verbraucher ist sie eine wichtige Grundlage, sich beim Einkauf für mehr Tierschutz entscheiden zu können“, so Höfken.

Die verpflichtende Kennzeichnung von Frischeiern (0-3) sei ein Paradebeispiel, wie Informationen über die Tierhaltungsform und Herkunft dafür gesorgt haben, dass Frischeier aus tierquälerischer Käfighaltung aus den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels verschwunden sind, so Höfken. „Ich setze mich dafür ein, dass diese Kennzeichnung auch für verarbeitete eihaltige Produkte, wie gekochte Ostereier oder Eiernudeln eingeführt wird. Zudem benötigen wir eine Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch und Fleischprodukte nach dem Vorbild der Eierkennzeichnung. Diese sollte für die Tierhalter einfach umzusetzen sein und den Verbrauchern eine klare Orientierung geben. „Ich setze mich für eine vertrauenswürdige, transparente, bundesweit einheitliche und verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung ein“, erklärte Höfken.

„Solange es keine gesetzlichen Regelungen gibt, sind die Hersteller gefordert, der Verbrauchererwartung nachzukommen und freiwillig zu kennzeichnen, aus welcher Haltung die verwendeten Eier stammen“, so Waltraud Fesser von der Verbraucherzentrale. „Nur so haben Verbraucherinnen und Verbraucher eine tierschutzgerechte Wahl beim Einkauf.“

Mehrere hundert Interessierte informierten sich am Aktionsstand über die bestehenden Kennzeichnungssysteme von Eiprodukten und Frischfleisch. Ernährungsministerin Höfken und Lebensmittel-Experten diskutierten mit den Passanten. „Auch hier am Mainzer Markt bestätigt es sich: Die Menschen in Rheinland-Pfalz möchten mehr Transparenz beim Einkauf von tierischen Lebensmitteln. Dafür werde ich mich auf Bundesebene einsetzen“, so die Ernährungsministerin.

Mit der Themenwoche „Tierschutz mit dem Einkaufskorb“ weist Ernährungsministerin Ulrike Höfken auf die erforderliche Kennzeichnung bei tierischen Lebensmitteln hin. „In dieser Woche diskutieren wir die Möglichkeiten und die Umsetzung guter Kennzeichnungssysteme für Eiprodukte und Fleisch mit Produzenten, Verarbeitern, Handel und Verbrauchern“, so Höfken. Vom 1. bis 6. April 2017 besucht die Ernährungsministerin verschiedene Betriebe, die bereits Erfahrungen mit Kennzeichnungssystemen haben. Dabei sind jeweils ein Nudelhersteller, Bio-Großhändler, Wildfleisch-Anbieter, Bio-Betrieb, Mastschweinehalter und ein Keks-Produzent.

Der Umwelttipp des Monats April „Umweltschutz im Alltag“ befasst sich ebenfalls mit den Tierschutzkennzeichnungen: www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de

Weitere Infos zur Themenwoche „Tierschutz mit dem Einkaufskorb“ finden Sie unter: http://s.rlp.de/Tierschutz

 

 

Vogelgrippevirus H5N8 bei Gänsen in einem Kleinstbestand im Kreis Bad Dürkheim festgestellt

01.03.2017
Das Vogelgrippevirus wurde nun auch in einem rheinland-pfälzischen Hausgeflügelbestand festgestellt. In dem privaten Kleinstbestand in der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim (Kreis Bad Dürkheim) sind zwei Gänse verendet. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat in den Proben das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen. Das teilte Umweltministerin Ulrike Höfken mit. Weitere Untersuchungen ergaben, dass es sich um die hochansteckende Variante des Virus handelt. Daher mussten nach dem Seuchengesetz die restlichen vier Tiere des Bestandes sowie vier Tiere eines unmittelbar angrenzenden Nachbarbestands getötet werden. „Das ist bedauerlich, aber nur so lässt sich die weitere Ausbreitung des Erregers verhindern“, so die Ministerin.

Darüber hinaus habe die Kreisverwaltung Bad Dürkheim Restriktionszonen eingerichtet, mit Auflagen für Geflügelhalter. Während in einigen Regionen die Stallpflicht für Geflügel wieder gelockert wird, muss nun im betroffenen Kreis in einem sogenannten Sperrbezirk sowie einem Beobachtungsgebiet sämtliches Nutz-, Zier- und Hausgeflügel aufgestallt werden. Die Tiere werden amtlich überwacht und es gelten Handelseinschränkungen. „Wir müssen alles tun, um die anderen Nutzgeflügelbestände im Land vor dem hochansteckenden Virus H5N8 zu schützen“, so Höfken. Die von den Auflagen betroffenen Tierhalter seien von der Kreisverwaltung informiert worden.

Seit dem Ausbruch der Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz hat das Landesuntersuchungsamt Proben von über 1000 Vögeln auf Vogelgrippe untersucht. Von den bisher festgestellten 19 Ausbrüchen von H5N8, in den Kreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler und Cochem-Zell sowie dem Rhein-Hunsrück-Kreis, waren jedoch ausschließlich Wildvögel - vor allem Schwäne, aber auch Enten und Möwen betroffen.
Weitere Informationen für Verbraucher und Geflügelhalter gibt es auf der Homepage des LUA unter https://lua.rlp.de/de/unsere-themen/lexikon/lexikon-g/gefluegelpest/.

Höfken stellt Tierschutzbericht 2014/15 vor: Bessere Haltung und mehr Schutz für Tiere - Bund muss Tierschutzkennzeichnung voranbringen

26.01.2017
„In Rheinland-Pfalz haben wir in den letzten Jahren wichtige Verbesserungen für den Tierschutz erzielen können. Mit dem Klagerecht für Tierschutzverbände haben wir Tieren eine Stimme gegeben und damit die Beteiligung des Tierschutzes verbessert. Auf Bundesebene konnten wir ein früheres Ende der tierquälerischen Käfighaltung von Legehennen durchsetzen. Den Kommunen haben wir mit der Katenschutzverordnung - im engen bundesgesetzlichen Spielraum - ermöglicht, die Verwilderung von Katzen und somit Tierleid zu mindern. Den verantwortlichen Umgang mit Tieren haben wir zum Beispiel an Schulen zum Thema gemacht oder durch den Sachkundenachweis für besonders geschützte Arten umgesetzt“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken heute im Plenum. Berichte wie der Tierschutzbericht seien aber auch wichtig, um Handlungsbedarf zu erkennen, so Höfken. Trotz der Erfolge gebe es noch viel zu tun. So forderte Höfken die Bundesregierung auf, die Kennzeichnung der Tierhaltungsform bei Lebensmitteln voranzubringen.


Das Tierwohl-Label, das Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt gerade vorgestellt habe, sei allenfalls ein erstes Schrittchen, so Höfken. Weder seien die Vorschläge der Länder eingebunden, noch Kriterien entwickelt. „Ziel muss eine klare Kennzeichnung als einfache Entscheidungsgrundlage für Verbraucherinnen und Verbraucher sein, erklärte die Ministerin. 89 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher ist dem Ernährungsreport 2016 des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge die Kennzeichnung der Haltungsbedingungen wichtig. Dafür sind sie bereit mehr zu zahlen. Jetzt müsse gehandelt werden, sagte Höfken.


Die wesentlichen Vorgaben zum Tierschutz werden auf der Bundesebene gemacht. Leider seien viele Länder-Vorschläge für mehr Tierschutz von der Bundesregierung nicht aufgegriffen worden. 23 Änderungsanträge zum neuen Tierschutzgesetz aus Rheinland-Pfalz hat der Bundesrat so beschlossen. Davon hat die Bundesregierung jedoch 20 nicht aufgegriffen. Beim Verbot der Käfighaltung für Hennen und dem Ende der betäubungslosen Ferkelkastration konnte Rheinland-Pfalz sich durchsetzen, nicht übernommen wurde beispielsweise das Verbot der Pelztierhaltung zur Pelzgewinnung, die Einschränkung von Amputationen bei Tieren, die bessere Ahndung von so genannten Qualzüchtungen und die Klarstellung des Schutzes von Versuchstieren.
Bei Tierversuchen gibt es eine nur beschränkte landespolitische Kompetenz. Rheinland-Pfalz habe sich mit Nachdruck auf Bundesebene dafür eingesetzt, die Situation der Versuchstiere zu verbessern. Seit Abschluss der Tierschutznovelle gelten neue Meldepflichten, was zum im Bericht angeführten Anstieg der Tierversuchszahlen 2014 führte. Damit werde mehr Transparenz hergestellt. Ab 2015 folgte wieder ein Absinken, da die Verfahren umgestellt und Tierversuche vermieden wurden, so Höfken.


„Auf Landesebene nutzen wir unsere Handlungsspielräume und sensibilisieren zudem gesellschaftliche Gruppen wie Landwirte, Heimtierhalter oder Verbraucherinnen und Verbraucher für den Schutz der Tiere. So haben wir die Landwirte für Tierschutzinvestitionen gefördert, Vereine und Tierheime finanziell unterstützt, Forschungsprojekte für Alternativen zu Tierversuchen ausgezeichnet und setzen mit der Vergabe des Tierschutzpreises weitere Akzente für den Schutz der Tiere“, berichtete Höfken.

Den als Landtagsdrucksache veröffentlichten Tierschutzbericht 2014/15 finden Sie hier.

Höfken: Tierschutz-Kennzeichnung überfällig / Regionale Erzeuger stärken

19.01.2017
„Es ist längst überfällig, dass Bundesagrarminister Christian Schmidt ein Konzept zur "Tierwohl-Kennzeichnung" vorlegt. Der Einstieg über ein solches freiwilliges Label kann jedoch nur ein erster Schritt auf dem Weg in die richtige Richtung sein. Labels mit komplizierten Indikatorensystemen sind vom Aufwand her oftmals nur für die großen Hersteller umzusetzen. Billigproduzenten, die ihre Haltungsform gar nicht angeben müssen, verzerren den gesamten Markt. Das ist keine wirkliche Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir werden uns deshalb für eine Stufenlösung hin zu einer einfachen, verpflichtenden Haltungs-Kennzeichnung einsetzen“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute. Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten werde auch verstärkt mit einer Verbraucher-Kampagne über tiergerecht erzeugte Produkte und den Wert von Lebensmitteln informieren, so Höfken.
Ziel sei eine bundesweit verpflichtende und klare Kennzeichnung, die die Qualität der Tierhaltung bei Lebensmitteln tierischer Herkunft leicht sichtbar mache, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Wahl pro Tierschutz und zur Unterstützung tiergerechter, bäuerlicher Betriebe treffen können. „Die erfolgreiche Systematik bei der Eierkennzeichnung kann beim Tierwohl-Label als Vorbild dienen“, erläuterte die Ministerin. Damit ist auch die Herkunftskennzeichnung als Grundlage für den Einkauf von regionalen Produkten möglich, der für die Kundinnen und Kunden immer wichtiger wird. Auf jeder Frisch-Eierpackung steht die 0 für ökologische Erzeugung, die 1 für Freilandhaltung, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für Käfighaltung. „Mit der Einführung dieser Kennzeichnung im Jahr 2004 wurde die tierquälerische Käfighaltung bei Frischeiern praktisch gestoppt. Auf Beschluss der Agrarministerkonferenz hatte eine Arbeitsgruppe bereits Vorschläge für die Umsetzung einer solchen Kennzeichnung für die Schweinehaltung gemacht“, sagte Höfken.
Die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach tiergerecht erzeugten Lebensmitteln und die Forderung nach Transparenz steigen. Laut Nutztiergutachten des Wissenschaftlichen Beirates des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind bis zu 70 Prozent der Endkunden bereit, rund 20 Prozent mehr für Tierwohl bei Frischfleisch zu bezahlen. „Unser Kaufverhalten spielt eine zentrale Rolle: Nur was gekauft wird, wird auf lange Sicht auch erzeugt. Die Menschen können sich jedoch nur bewusst für tiergerecht erzeugte Produkte entscheiden, wenn Tierschutzstandards auf Lebensmitteln ersichtlich sind“, erklärte die Ministerin.
„Immerhin macht Bundesminister Schmidt nun endlich Schrittchen, mit denen die Diskussion über die Kennzeichnung verstärkt wird. Allerdings ist der angedachte Zeitplan mehr als unambitioniert und wird der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion um die Verbesserung der Tierhaltung nicht gerecht“, sagte Höfken. Angesichts bereits bestehender privatrechtlicher Label, wie dem Neuland-Programm oder dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes, sei dieser lange Vorlauf nicht nachvollziehbar.
Die Landesregierung setzt sich schon lange für eine Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Tierschutzstandards ein. So zum Beispiel für die Initiative zur Kennzeichnung der Haltungsform von Legehennen bei eihaltigen verarbeiteten Lebensmitteln.

Höfken fordert eine verpflichtende Tierwohl-Kennzeichnung / Freiwilliges Label kann nur erster Schritt sein

11.01.2017
„Wir brauchen eine bundesweit verpflichtende und klare Kennzeichnung, die die Qualität der Tierhaltung bei Lebensmitteln tierischer Herkunft sichtbar macht“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute bei der Veranstaltung „Kennzeichnung des Tierwohls“ in Mainz. „Der Einstieg über ein freiwilliges Label zum Tierwohl kann dabei nur ein erster Schritt auf dem Weg in die richtige Richtung sein. Wir werden uns deshalb für eine Stufenlösung hin zu einer verpflichtenden Kennzeichnung einsetzen“, so Höfken.
Die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach tiergerecht erzeugten Lebensmitteln steige und die Forderung nach Rückverfolgbarkeit und Transparenz werde lauter. Das bestätigt auch das Nutztiergutachten des Wissenschaftlichen Beirates des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Danach sind rund 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher bereit, rund 20 Prozent mehr für Tierwohl bei Frischfleisch zu bezahlen. „Unser Kaufverhalten spielt eine zentrale Rolle: Nur was gekauft wird, wird auf lange Sicht auch erzeugt. Die Menschen können sich jedoch nur bewusst für tiergerecht erzeugte Produkte entscheiden, wenn Tierschutzstandards auf Lebensmitteln ersichtlich sind“, erläuterte die Ministerin. Das belege das erfolgreiche Beispiel der Eierkennzeichnung. Außerdem solle eine Tierwohl-Kennzeichnung auch Angaben zur Herkunft des Fleischs umfassen.


Die Landesregierung setzt sich schon lange für eine Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Tierschutzstandards ein, wie zum Beispiel bei der Initiative zur Kennzeichnung der Haltungsform von Legehennen bei eihaltigen Lebensmitteln. Für die Landwirtschaft bringt ein Label eine höhere Wettbewerbsgerechtigkeit und eine Chance für mehr Tierschutz und Tierwohl im Stall. „Mit einer transparenten und verpflichtenden Tierwohl-Kennzeichnung kann eine Win-Win-Situation für Tiere, Landwirte und Verbraucherinnen und Verbraucher entstehen“, erklärte die Ministerin. Neben der Einführung eines einfachen und obligatorischen Tierwohl-Labels in Deutschland werde das Land einen Schwerpunkt auf Verbraucheraufklärung und Unterstützung zur tiergerechten Haltung legen, so Höfken.

Niedrigansteckende Vogelgrippe-Variante in Wörth bestätigt Verantwortung für Seuchenbekämpfung liegt beim Kreis

11.01.2017
Bei Proben aus einem Rassegeflügelbestand in Wörth, im Kreis Germersheim, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gestern Abend die niedrigansteckende Vogelgrippe-Variante des Typs H5 bestätigt. Am Wochenende hatte das Landesuntersuchungsamt bei mehreren Tieren aus dem Betrieb mit zum Teil seltenen Rassen das Geflügelpest-Virus nachgewiesen und den Verdacht auf Vogelgrippe festgestellt. Die Experten des Umweltministeriums haben die für Seuchenbekämpfung zuständige Kreisverwaltung auf die geltende Rechtslage wie auch auf die rechtlichen Bedingungen für Ausnahmemöglichkeiten hingewiesen, aber entgegen den Verlautbarungen aus dem Kreis keine Weisung gegeben. „Gerade im Hinblick auf seltene Rassen wollen wir, dass in den Kreisen die Möglichkeiten genutzt werden können, die Tiere nicht zu töten. Gleichzeitig müssen jedoch – insbesondere auch aus Tierschutzgründen - die Rasse- und Nutzgeflügelbestände im Kreis Germersheim und in ganz Rheinland-Pfalz geschützt werden und die gesetzlich vorgeschriebene Seuchenbekämpfung umgesetzt werden“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken.


Die Entscheidung über Anordnungen und  Maßnahmen liegt beim Kreis. Das Umweltministerium hat die oberste Fachaufsicht und überwacht die rechtskonforme Umsetzung gesetzlich vorgegebener Maßnahmen. Es müsse zudem die Entscheidung des Verwaltungsgerichts abgewartet werden. Das Land habe dem Kreis weitere Unterstützung bei fachlichen und rechtlichen Fragen angeboten.

Niedrigansteckende Vogelgrippe-Variante in Wörth bestätigt Verantwortung für Seuchenbekämpfung liegt beim Kreis

11.01.2017
Bei Proben aus einem Rassegeflügelbestand in Wörth, im Kreis Germersheim, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gestern Abend die niedrigansteckende Vogelgrippe-Variante des Typs H5 bestätigt. Am Wochenende hatte das Landesuntersuchungsamt bei mehreren Tieren aus dem Betrieb mit zum Teil seltenen Rassen das Geflügelpest-Virus nachgewiesen und den Verdacht auf Vogelgrippe festgestellt. Die Experten des Umweltministeriums haben die für Seuchenbekämpfung zuständige Kreisverwaltung auf die geltende Rechtslage wie auch auf die rechtlichen Bedingungen für Ausnahmemöglichkeiten hingewiesen, aber entgegen den Verlautbarungen aus dem Kreis keine Weisung gegeben. „Gerade im Hinblick auf seltene Rassen wollen wir, dass in den Kreisen die Möglichkeiten genutzt werden können, die Tiere nicht zu töten. Gleichzeitig müssen jedoch – insbesondere auch aus Tierschutzgründen - die Rasse- und Nutzgeflügelbestände im Kreis Germersheim und in ganz Rheinland-Pfalz geschützt werden und die gesetzlich vorgeschriebene Seuchenbekämpfung umgesetzt werden“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken.


Die Entscheidung über Anordnungen und  Maßnahmen liegt beim Kreis. Das Umweltministerium hat die oberste Fachaufsicht und überwacht die rechtskonforme Umsetzung gesetzlich vorgegebener Maßnahmen. Es müsse zudem die Entscheidung des Verwaltungsgerichts abgewartet werden. Das Land habe dem Kreis weitere Unterstützung bei fachlichen und rechtlichen Fragen angeboten.

Verdacht der Vogelgrippe des Typs H5 in einem Rassegeflügelbestand in Wörth – Höfken: Alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet

08.01.2017
Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat gestern Abend den Verdacht der Vogelgrippe des Typs H5 in einem Rassegeflügelbestand in Wörth bestätigt. Dabei handelt es sich nach bisher vorliegenden Ergebnissen vermutlich nicht um die aktuell kursierende hochansteckende Variante des Typs H5N8. Das LUA hat die Proben zur weiteren Untersuchung an das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf die Insel Riems geschickt. Mit Ergebnissen des FLI kann Mitte der Woche gerechnet werden.
„Wir haben die Kreisverwaltung Germersheim gestern Abend über den Verdacht informiert. Sie wird umgehend alle notwendigen Maßnahmen einleiten“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute. Rund 540 Tiere, zum Beispiel Enten und Gänse, müssen bedauerlicherweise zum Schutz der weiteren Rasse- und Nutzgeflügelbestände getötet werden. Außerdem wird ein Restriktionsgebiet um den betroffenen Bestand durch die Kreisverwaltung Germersheim errichtet. „Es hat nun oberste Priorität, mit den getroffenen Maßnahmen, die Rasse- und Nutzgeflügelbestände im Kreis Germersheim und in ganz Rheinland-Pfalz zu schützen“, so Höfken.
Das Umweltministerium hat die Kreise bereits im November letzten Jahres aufgefordert, die Aufstallung in Risikogebieten anzuordnen. Im Kreis Germersheim besteht die kreisweite Aufstallung seit dem 16. November 2016. Eine kreisweite Stallpflicht gilt außerdem in den Kreisen Ahrweiler, Neuwied, Mainz-Bingen, Mayen-Koblenz, Rhein-Lahn-Kreis, Vulkaneifel und Westerwald. Die Kreise Alzey-Worms, Cochem-Zell und der Rhein-Pfalz-Kreis haben die Aufstallung in einzelnen Risikogebieten angeordnet.
Um die Übertragung der Vogelgrippe zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel zu begrenzen, weist Umweltministerin Ulrike Höfken erneut darauf hin, dass alle Geflügelhalter die bundesweit verordneten Hygienemaßnahmen zur Biosicherheit unbedingt einhalten müssen. Wer einen toten Wildvogel entdeckt, sollte das Tier nicht anfassen, sondern der Verbandsgemeinde bzw. Stadt melden, so die Ministerin.
Weitere Informationen zur Vogelgrippe und zu den Biosicherheitsmaßnahmen sind auf der Webseite des Umweltministeriums abrufbar hier.

Vogelgrippe-Fälle in Koblenz und am Laacher See bestätigt

22.11.2016
Die Verdachtsfälle der Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz haben sich bestätigt. Das teilte Umweltministerin Ulrike Höfken heute mit. Das Landesuntersuchungsamt hatte bei verendeten Wildvögeln in Koblenz und am Laacher See das Geflügelpest-Virus H5N8 nachgewiesen. Weitere Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts ergaben jetzt, dass es sich um die hochansteckende Variante von H5N8 handelt.

 Höfken: „Es war zu erwarten, dass die Geflügelpest auch Wildvögel in Rheinland-Pfalz erreicht. Wir haben daher bereits im November die Kreise aufgefordert, die Aufstallung in Risikogebieten anzuordnen. Jetzt gilt es vor allem mit den Maßnahmen in den betroffenen Kreisen die Nutzgeflügelbestände im Land zu schützen.“

Im betroffenen Kreis Mayen-Koblenz besteht bereits seit Mitte November Stallpflicht für den gesamten Landkreis. Diese bleibt weiter bestehen. Auch im Kreis Ahrweiler gilt bis Ende Februar kreisweit eine Stallpflicht für Hühner, Gänse, Puten und weiteres Geflügel. Am Laacher See richtet der Kreis außerdem Restriktionsgebiete ein, mit Untersuchungspflichten und Handelseinschränkungen für Nutzgeflügel.

Eine kreisweite Stallpflicht galt bislang nur in den Kreisen Mayen-Koblenz, Germersheim und Mainz-Bingen. Nun wird neben Ahrweiler auch die Kreisverwaltung Neuwied vorsorglich die Stallpflicht auf den gesamten Kreis ausweiten. Die Kreise Alzey-Worms, Cochem-Zell, Westerwald sowie der Rhein-Pfalz-Kreis haben die Aufstallung in einzelnen Risikogebieten angeordnet.

Um die Übertragung der Vogelgrippe zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel zu verhindern, weist Umweltministerin Ulrike Höfken erneut darauf hin, dass alle Geflügelhalter die bundesweit verordneten Hygienemaßnahmen zur Biosicherheit unbedingt einhalten müssen. Wer einen toten Wildvogel entdeckt, sollte das Tier nicht anfassen, sondern der Kreisverwaltung melden, so die Ministerin.

Tierschutzbericht 2014/2015 - Mehr Schutz für Tiere - Ministerin Höfken legt Tierschutzbericht vor

21.12.2016
„In Rheinland-Pfalz ist der Tierschutz eine vielfältige Aufgabe: Mit dem Klagerecht für Tierschutzverbände haben wir Tieren eine Stimme gegeben. Auf Bundesebene konnten wir durchsetzen, dass endlich Schluss ist mit der tierquälerischen Käfighaltung von Legehennen. Den Kommunen haben wir ermöglicht, das Leid verwilderter Katzen zu mildern. Und wir machen den verantwortlichen Umgang mit Tieren zum Thema – zum Beispiel an Schulen“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken heute und legte den Tierschutzbericht für 2014 und 2015 im Ministerrat vor. Trotz wichtiger Erfolge bestehe weiter Handlungsbedarf, sagte Höfken. Sie forderte die Bundesregierung auf, bundesweit verpflichtend verbesserte Tierhaltungsbedingungen voranzubringen. „Schließlich steht Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz“, so Höfken.
Rheinland-Pfalz habe sich auf Bundesebene mit zahlreichen Initiativen zum Beispiel für bessere Haltungsbedingungen bei Legehennen oder Kaninchen oder für bessere Transportbedingungen stark gemacht, erläuterte Höfken. Leider seien viele Länder-Vorschläge für mehr Tierschutz von der Bundesregierung nicht aufgegriffen worden. „Ein großer Erfolg ist es jedoch, dass auf Initiative von Rheinland-Pfalz der Käfighaltungen von Hühnern endlich ein Ende gesetzt wurde“, betonte Höfken. 
„Die Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen Produkte aus Qualhaltung ab. Bei Eiern hat sich gezeigt, dass über die Tierhaltung an der Ladentheke entschieden wird“, so Höfken. Das Umweltministerium habe sich daher auch für eine bundeseinheitliche Kennzeichnung der Haltungsform bei eierhaltigen Produkten sowie bei Frischfleisch stark gemacht. Bundesagrarminister Schmidt hatte angekündigt, ein staatliches Tierwohllabel zur Kennzeichnung der Tierhaltungsform  beinzuführen. „Das ist längst überfällig. Nun müssen jedoch auch zielführende Taten folgen“, mahnte Höfken.
„Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz ist die Einführung des Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzverbände in Rheinland-Pfalz“, erklärte die Ministerin. Das Gesetz ermöglicht es Verbänden zum Beispiel schon bei der Genehmigung zur Tierhaltung mitzuwirken, beispielsweise bei großen Mastanlagen. Bei Verstößen gegen das Tierschutzrecht können sie klagen – etwa bei Tierversuchen an Wirbeltieren oder beim Schnäbelkürzen von Hühnern. Ein wichtiger Bestandteil sei die verbesserte Informations- und Mitwirkungsmöglichkeit, machte Höfken deutlich. 
Um Tierleid zu mindern, trage auch die Katzenschutzverordnung bei. Damit habe das Land den Kommunen Maßnahmen ermöglicht, um gezielt die unkontrollierte Fortpflanzung freilebender Katzen zu verringern. Viele der herrenlosen Katzen leiden an Unterernährung und Infektionskrankheiten.
„Die richtige Haltung und der Umgang mit Tieren will gelernt sein - am besten von Kindheit an“, so Höfken. Das Pilotprojekt „Umgang mit Hunden“ für Schülerinnen und Schüler der Orientierungsstufe soll ein besseres Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere schaffen und den Kindern Sicherheit im Umgang geben. .
Und natürlich stehe auch die Förderung des Ehrenamtes im Vordergrund der Tierschutzarbeit. „Unser Ziel ist es, die gesellschaftlichen Gruppen weiterhin für den Schutz der Tiere zu sensibilisieren. So konnten wir Vereine und Tierheime finanziell unterstützen und durch die Vergabe des Tierschutzpreises weitere Akzente für den Schutz der Tiere setzen“, berichtete Höfken.

Tiergesundheit - Drei Verdachtsfälle auf Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz - Land ist gut vorbereitet

20.12.2016
In Rheinland-Pfalz besteht in zwei Landkreisen bei insgesamt drei verendeten Wildvögeln der Verdacht auf Vogelgrippe. In Koblenz wurde eine tote Reiherente gefunden, zwei weitere am Laacher See im Kreis Ahrweiler. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat bei allen drei Tieren das Geflügelpest-Virus H5N8 nachgewiesen. Ob es sich dabei tatsächlich um die hochansteckende Variante oder die weniger krankmachende Variante dieses Subtyps handelt, muss nun durch eine Untersuchung im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems festgestellt werden. Das Ergebnis wird noch in dieser Woche erwartet.
Nach dem Auftreten der Vogelgrippe in mehreren Bundesländern sowie in europäischen Nachbarländern hatte das Umweltministerium vorgesorgt und bereits am 11. November 2016 die Kreisverwaltungen aufgefordert, die Anordnung einer Aufstallung von Geflügel in Risikogebieten zu prüfen. Im betroffenen Kreis Mayen-Koblenz besteht bereits seit Mitte November Stallpflicht für den gesamten Landkreis und auch im Kreis Ahrweiler besteht Stallpflicht für die Risikogebiete rund um den Laacher See und am Rhein. Im Kreis Ahrweiler wird die Stallpflicht nun auf das gesamte Kreisgebiet ausgeweitet. Die Kreisverwaltung hat bereits angekündigt, einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet rund um den Laacher See einzurichten. Der Kreis ordnet für die Restriktionsgebiete verschiedene Schutzmaßnahmen an, wie zum Beispiel die Untersuchung von Nutzgeflügelbeständen auf Vogelgrippe.
Eine kreisweite Stallpflicht gilt bislang in den Kreisen Mayen-Koblenz, Germersheim und Mainz-Bingen. Die Kreise Alzey-Worms, Cochem-Zell, Neuwied, Westerwald sowie der Rhein-Pfalz-Kreis haben in den letzten Wochen die Aufsstallung in einzelnen Risikogebieten angeordnet. Um die Übertragung der Vogelgrippe zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel zu verhindern, weist Umweltministerin Ulrike Höfken darauf hin, dass weiterhin alle Geflügelhalter die Biosicherheitsmaßnahmen, also Hygienemaßnahmen, einzuhalten haben. „Wir sind aufgrund der Vogelgrippe-Verdachtsfälle in unserem Bundesland sehr besorgt. Alle ergriffenen Maßnahmen haben vordringlich das Ziel, ein Übergreifen auf die Hausgeflügelbestände zu verhindern“, so Höfken. Die Ministerin appellierte an die Tierhalter im Land, bei Auffälligkeiten oder Todesfällen einen Tierarzt hinzuzuziehen.
Weitere Informationen zu den Themen Tiergesundheit und Tierseuchenbekämpfung sind auf der Webseite des Umweltministeriums abrufbar hier.


Vogelgrippe – Rheinland-Pfalz trifft Vorsorge

14.11.2016
Aufgrund des aktuellen Auftretens der Aviären Influenza (Vogelgrippe) in mehreren Bundesländern sowie europäischen Ländern hat das Umweltministerium bereits am 11.11.2016 die Kreisverwaltungen aufgefordert, die Anordnung einer Aufstallung von Geflügel in Risikogebieten zu prüfen. Gebiete mit einem erhöhten Infektionsrisiko für Hausgeflügel sind zum Beispiel Zugvogel-Rastgebiete oder Gebiete mit Wasservögel-Vorkommen, wie am Rhein, sowie der Umkreis von großen Geflügelbetrieben. Deshalb hat der Kreis Alzey-Worms angekündigt, die Aufstallung in Risikogebieten anzuordnen. Als Aufstallung gilt das Halten in geschlossenen Ställen oder in sogenannten Wintervolieren, also in Ausläufen mit Abdeckung nach oben und seitlicher Sicherung gegen das Eindringen von Wildvögeln. Aktuell wurde in Rheinland-Pfalz noch kein Fall eines Ausbruchs der Aviären Influenza bei Wild- oder Hausgeflügel festgestellt. Alle bisher erhobenen Proben waren negativ. Angesichts der Häufung der Virusnachweise bei Wildvögeln sowie der Ausbrüche in Geflügelbetrieben einiger Bundesländer, rät das Umweltministerium jedoch zur Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen.
Alle Geflügelhalter sind ohnehin gesetzlich verpflichtet, ihre Tiere nur an Stellen zu füttern, die für Wildvögel unzugänglich sind und die Tiere nicht mit Wasser zu tränken, zu dem auch Wildvögel Zugang haben. Ebenso muss Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Darüber hinaus werden Geflügelhaltern unter anderen folgende, sogenannte Biosicherheitsmaßnahmen empfohlen:

  • Kontakte mit Wildvögeln vermeiden. Möglichst aufstallen oder in überdachten Ausläufen halten.
  • Oberflächenwasser in Ausläufen entfernen oder abdecken, Tränken im Freien entfernen, kein Zugang zu natürlichen Gewässer gestatten
  • Fütterung nur in geschützten Stallbereichen, kein Grünfutter o.ä. verfüttern
  • Keine fremdem Geflügelbestände aufsuchen, Besucherkontakte vermeiden
  • Unnötiges Betreten des Geflügelbestandes vermeiden
  • Möglichst kein Geflügel transportieren
  • Auf Ausstellungen, Schauen oder Börsen mit Geflügel verzichten
  • Tierkadaver sicher und vor Wildtieren geschützt lagern
  • Direkten Kontakt zu verendeten oder kranken Wildvögeln vermeiden

Wer bei seinen Tieren Auffälligkeiten oder vermehrt Todesfälle feststellt, sollte dies vom Tierarzt prüfen lassen.
Fälle von Infektionen mit aviärer Influenza des Typs H5N8 beim Menschen sind bisher nicht bekannt.

Griese: Landesweite Tierseuchen-Übung erfolgreich abgeschlossen

10.11.2016
Am 7. und 8. November fand eine gemeinsam mit dem Saarland und Luxemburg eine bundesweit einmalige, landesweite Tierseuchen-Übung zur Maul- und Klauenseuche statt. An 18 simulierten, spontan landesweit eingespielten Ausbrüchen übten 600 Einsatzkräfte in den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben und in sieben Krisenzentren den Ernstfall.  „In Zeiten der Spezialisierung der Tierhaltung und dadurch bedingten hohen Transportintensität von Tieren und Futtermitteln besteht immer die Gefahr des Ausbruchs einer Tierseuche. Für den Fall der Fälle müssen wir vorbereitet sein und deshalb sind derartige Übungen so wichtig“, unterstrich Umweltstaatssekretär Thomas Griese anlässlich der Abschlussveranstaltung in Vallendar. „Wie spontan Tierseuchen auftauchen und wie schnell die Verantwortlichen Regeln zur Eindämmung der Epidemie erlassen müssen, zeigt aktuell der Ausbruch der Geflügelpest in Schleswig-Holstein und am Bodensee“, so Griese.
„Die Strukturen und Abläufe in und zwischen den regionalen Krisenzentren und dem Landestierseuchenkrisenkoordinationszentrum im Umweltministerium konnten deutlich verbessert werden. Die Datenübermittlung von Beobachtungs- und Sperrgebieten über eine zentrale Plattform funktionieren vorbildlich. Katastrophenschutz und Veterinäre arbeiten immer schneller und effektiver vor Ort bei den infizierten landwirtschaftlichen Betrieben“, so Griese: „Somit ist die Tierseuchen-Übung erfolgreich abgeschlossen worden.“ Optimierungspotential bestünde allerdings im schnelleren Datenaustausch mit den Molkereien, welche Betriebe betroffen seien und wo sich die Sperrgebiete befänden.
Umweltstaatssekretär Griese bedankte sich bei allen Einsatzkräften, Veterinären, Mitarbeitern der Verwaltungen und den 20 Experten aus anderen Bundesländern für ihr Engagement. „Besonders danken möchte ich aber den Landwirten, die ihre Betriebe freiwillig zur Verfügung gestellt haben und somit diese Übung erst ermöglichten“, betonte Griese.
An der Übung nahmen zwölf freiwillige landwirtschaftliche Betriebe, zwei Molkereien, die Tierkörperbeseitigungsanstalt, Amtstierärzte, Katastrophenschutz, Feuerwehren und Vertreter des Veterinärwesens der Kreisverwaltungen teil. Geübt wurde die Organisation im Krisenzentrum sowie praktisch vor Ort an Verdachtsfällen oder Tieren, die simuliert infiziert sind. Die Maul- und Klauenseuche ist eine der am meisten gefürchteten Tierseuchen. Sie breitet sich schnell aus und kann Schafe, Schweine, Rinder und Ziegen gleichzeitig befallen. Alle drei Jahre organisiert das Umweltministerium Echtzeit-Übungen zur Bekämpfung von Tierseuchen. Die Tierseuchen-Übung findet in sechs Regionalverbünden statt. Darin sind Landkreise zusammengeschlossen, um personelle Ressourcen besser nutzen zu können.

Höfken: Staatliches Tierwohl-Label längst überfällig – Bundesminister muss der Ankündigung nun Taten folgen lassen

26.09.2016
Zur Ankündigung von Bundesagrarminister Schmidt, ein staatliches Tierwohllabel einzuführen, erklärte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken: „Es ist längst überfällig, die Qualität der Tierhaltung bei Lebensmitteln tierischer Herkunft bundesweit verbindlich und klar zu kennzeichnen. Nur wenn Tierschutzstandards auf Lebensmitteln ersichtlich sind, können sich die Menschen bewusst für tiergerecht erzeugte Produkte entscheiden.“ Letzte Woche erst sei der Tierschutzbund aus der Brancheninitiative „Initiative Tierwohl“ ausgetreten, die die Produkte aus besserer Haltung nicht kennzeichnet. Rheinland-Pfalz habe dies von Beginn an kritisiert. Endlich reagiere Minister Schmidt auf die lang gestellte Forderung von Verbänden, Expertengruppen und auch der Länder nach einem verpflichtenden Tierschutzlabel. Nun aber müsse der Minister den Ankündigungen auch Taten folgen lassen, forderte Höfken. Rheinland-Pfalz habe gemeinsam mit anderen Ländern bereits Vorschläge erarbeitet, wie eine Kennzeichnung der Tierhaltungsform umzusetzen ist, führte die Ministerin an.
Angesichts der eklatanten Verstöße gegen den Tierschutz, wie sie gerade erst aus den Ställen von führenden Bauernverbands-Vertretern bekannt wurden, werde deutlich, dass mehr für den Tierschutz in der Nutztierhaltung getan werden muss. „Den Preis für billiges Fleisch zahlen die Tiere und Bauern, die tiergerechte Haltung praktizieren. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind längst nicht mehr bereit diesen Preis des Tierleids mitzutragen. Dazu gehören neben mehr Transparenz auch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen für die Tierhaltung. Schließlich steht Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz“, so Höfken.


Tierseuchen-Bilanz: 2015 und 2016 bisher keine großen Ausbrüche

21.09.2016
Die Tierseuchensituation in Rheinland-Pfalz gibt weiterhin keinen Anlass zur Sorge. Im Jahr 2015 und im ersten Halbjahr 2016 hat es keine Ausbrüche von gefährlichen Tierseuchen gegeben. Allerdings wurde eine Reihe von anzeigepflichtigen Tierseuchen und meldepflichtigen Tierkrankheiten nachgewiesen“, zog Umweltministerin Ulrike Höfken heute Bilanz der Tierseuchenbekämpfung“. Einen Grund zur Entwarnung gebe es daher nicht. Im Gegenteil: „Wir müssen gefährliche Tierseuchen stets im Blick halten, um ein Wiederaufflammen bekannter oder das Auftreten neuer Krankheiten rechtzeitig zu erkennen“, betonte die Ministerin. Das gelte vor allem für sogenannte Zoonosen, also Krankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind.
Das Landesuntersuchungsamt (LUA) überwacht kontinuierlich den Gesundheitsstatus der Tierbestände und bei Wildtieren in Rheinland-Pfalz. Im vergangenen Jahr wurden 309.266 Proben untersucht. Dazu gehören gezielte Proben zur Feststellung von Erkrankungs- und Todesursachen sowie Untersuchungen im Rahmen von staatlichen Monitoringprogrammen. Das Lebensmittel- und Veterinäramt der EU hat das LUA Ende 2015 geprüft und eine hohe Qualität der Untersuchungsergebnisse bescheinigt.
Die sogenannte Chinaseuche, die „Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen“ (RHD) hat besonders in diesem Jahr zu vielen Todesfällen bei Haus- und  Wildkaninchen geführt. Neben dem bekannten RHD-Virus 1 wurde in den vergangenen beiden Jahren zunehmend der RHD-Virus 2 nachgewiesen. Die für den Menschen ungefährliche Tierseuche wird durch direkten Kontakt der Tiere, kontaminierte Materialien oder durch stechende Insekten übertragen. Haus- und Wildkaninchen sterben innerhalb von zwei Tagen an Leberveränderungen und einer Störung der Blutgerinnung. Die Seuche ist weder anzeige- noch meldepflichtig. „Impfungen können die Tiere schützen“, erklärte Höfken. Impfstoffe gegen das RHD-Virus 1 sind in Deutschland zugelassen. Impfstoffe für die Variante 2 können die Tierärzte nach Genehmigung nutzen.
Für Menschen ungefährlich, für Hunde, Katzen und für Rinder tödlich: Zum ersten Mal seit über sechs Jahren hat das LUA im Dezember 2015 wieder die Aujeszkysche Krankheit bei einem Jagdhund nachgewiesen. Das Tier wurde bei einer Jagd eingesetzt und hatte dabei Bisskontakt zu einem Wildschwein. Die Aujeszkysche Krankheit ist eine weltweit verbreitete Herpesvirusinfektion der Säugetiere. Hauptwirt ist das Schwein. In den Hausschweinebeständen in Deutschland konnte die Krankheit getilgt werden. Bei Wildschweinen tritt sie allerdings vereinzelt noch auf. Das auffälligste Symptom bei infizierten Hunden ist der Juckreiz an Stirn, Lippen, Wangen, Augen und Ohren. Eine Impfung gibt es für Hunde nicht. Bisskontakt bei der Jagd ist zwar nicht immer zu vermeiden, doch sollten Jäger ihre Hunde von erlegtem Schwarzwild fernhalten und entnommene Innereien nicht roh verfüttern, rät Ministerin Höfken. „Bei Hausschweinen in Freilandhaltung muss unter anderem sichergestellt sein, dass kein direkter oder indirekter Kontakt zu Wildschweinen möglich ist. Wird das Virus in einen Bestand eingeschleppt, drohen massive wirtschaftliche Schäden“, so die Ministerin.
Zum ersten Mal wurde 2015 in Rheinland-Pfalz die auf Menschen übertragbare Tierseuche Brucellose bei zwei Wildschweinen nachgewiesen. Brucellose kommt weltweit bei Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen vor. Der Erreger wird von Tier zu Tier übertragen. Menschen können sich durch Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen infizieren und mit Fieber reagieren. Auch der Genuss von nicht ausreichend erhitzten Lebensmitteln (Fleisch und Milch) birgt ein Infektionsrisiko. Positiv getestete Wildschweine gelangen nicht in die Lebensmittelkette. Höfken rät dennoch, vorsorglich die üblichen Hygienemaßnahmen,wie ausreichendes Garen, beim Umgang mit Wildfleisch zu beachten.
Der in Deutschland zuletzt häufiger vorkommende Erreger der Hasenpest ist 2015 und 2016 wieder in Rheinland-Pfalz bei Feldhasen festgestellt worden. Die Krankheit, die hauptsächlich bei Hasen und Wildkaninchen vorkommt, ist bei direktem Kontakt mit kranken Tieren auf den Menschen übertragbar. „Erkrankte Tiere sollten auf keinen Fall angefasst werden“, warnte Höfken.
Das bis 2011 noch unbekannte Schmallenbergvirus kursierte auch 2015 in Rheinland-Pfalz. Und auch 2016 gab es bisher zwei Nachweise. Das Virus befällt insbesondere Schafe, Ziegen und Rinder und wird von Mücken übertragen. Infizierte Tiere gebären häufig Nachkommen mit schwersten Missbildungen. „Eine Gefahr für den Menschen besteht jedoch nicht“, so Höfken. Ein zugelassener Impfstoff steht inzwischen zur Verfügung.
Im Jahr 2015 wurde bei insgesamt zwei Schafen aus der Eifel und dem Westerwald Scrapie nachgewiesen. Es handelte sich um die atypische Form der Krankheit, die bei einzelnen Tieren spontan auftritt. Eine Übertragung der atypischen Scrapie auf Menschen wurde bisher nicht nachgewiesen. Scrapie (auch Traberkrankheit genannt) ist eine tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns bei Schafen. Sie wird durch fehlgebildete Eiweiße (Prionen) hervorgerufen. Die äußeren Zeichen sind Verhaltens- und Gangstörungen mit starkem Juckreiz. Sie magern ab und verenden schließlich.
Erfolge beim Kampf gegen das Rinder-Herpesvirus: Die EU hat Rheinland-Pfalz im Juli 2016 offiziell als frei von Rinder-Herpesvirus anerkannt. Der Erreger kann große tiergesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichten, für den Menschen ist er ungefährlich. Bei Rindern verursacht das Virus akute und hochansteckende Entzündungen der Atemwege; auch Fehlgeburten und Infektionen der Fortpflanzungsorgane treten auf. Die Landwirte können jetzt beim Handel über die Landesgrenzen auf aufwändige Quarantänemaßnahmen verzichten und ihre BHV1-freien Tieren leichter in andere Mitgliedstaaten und Drittländer verkaufen.

Umweltministerin Ulrike Höfken bewilligt rund 100.000 Euro für Neubau eines Kleintierhauses im Tierheim Worms

09.09.2016
Um für aufgenommene Kaninchen oder Mehrschweinchen mehr Platz zu schaffen und damit deren Haltungsbedingungen deutlich zu verbessern, errichtet das Tierheim in Worms ein neues Kleintiergebäude mit Abgabe- und Quarantänestation sowie einem Außengehege. Hierfür stellt das rheinland-pfälzische Umweltministerium dem Tierschutzverein Worms Stadt und Land e.V. 100.500 Euro an Fördergeldern zu Verfügung. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten auf 226.000 Euro.
„Mit den vom Land bereit gestellten Mitteln für den Gebäudeneubau kann der Tierschutzverein Worms jetzt den dringend benötigten Raum für schutzbedürftige Kleintiere schaffen. Ausdrücklich danke ich allen  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne deren großes Engagement der Betrieb der Einrichtung undenkbar ist“, betonte Höfken.
Gleichzeitig wies die Ministerin darauf hin, dass die große Zahl an unterzubringenden Tieren im Land ein deutliches Zeichen für die Überforderung vieler Halter sei, die  nicht über die erforderliche Sachkunde verfügten. „Ich appelliere daher an alle, die ein Tier halten wollen, sich ihrer großen Verantwortung bewusst zu sein“.
Im Rahmen der Förderung von Tierheimen hat das Land den Tierschutzverein Worms in den vergangenen Jahren mit insgesamt rund 135.000 Euro unterstützt.

Höfken: Rheinland-Pfalz ist frei vom Rinder-Herpesvirus

21.07.2016
Nach fast 20 Jahren staatlicher Bekämpfung gilt Rheinland-Pfalz jetzt als frei von der Tierseuche „Rinder-Herpesvirus“ (Bovines Herpes Virus = BHV1). Die Europäische Union hat dies mit ihrem Durchführungsbeschluss (EU) 2016/1101 vom 5. Juli 2016 bestätigt. Der Beschluss tritt nun für Deutschland in Kraft. „Ich danke allen Rinderhaltern, der Landwirtschafts- und Veterinärverwaltung, sowie der Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz für ihre aktive Mitarbeit und Unterstützung bei der erfolgreichen Bekämpfung der Tierseuche“,  sagte Umweltministerin Ulrike Höfken. Sie wies darauf hin, dass mit der Anerkennung der Freiheit von Rinderherpes durch die EU, nun auch Auflagen für die Vermarktung von Rindern in seuchenfreie Gebiete entfallen. „Unsere Landwirte können zukünftig beim Handel über die Landesgrenzen auf aufwändige Quarantänemaßnahmen verzichten. Zudem haben sie Marktvorteile beim Verkauf von BHV1-freien Tieren in andere Mitgliedstaaten und Drittländer“, erklärte Höfken.

Das Ministerium empfiehlt den Landwirten darauf zu achten, dass nur Rinder mit korrekter und vollständiger BHV1-Gesundheitsbescheinigung zugekauft werden, um den eigenen Status nicht zu gefährden. Derzeit noch nicht frei von Rinderherpes sind die an Rheinland-Pfalz angrenzenden Länder Frankreich, Luxemburg und Belgien sowie die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen.

Das Rinderherpes-Virus kann große tiergesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichten. Bei Rindern verursachte es akute und hochansteckende Entzündungen der Atemwege. Auch Fehlgeburten und Infektionen der Fortpflanzungsorgane treten auf.

Tiergesundheit - Höfken rät zur Impfung von Pferden gegen den Herpesvirus

15.07.2016
Eine Pferdekrankheit auf einem Reiterhof in Hessen sorgt aktuell für Besorgnis unter Pferdehaltern. Dabei könnte es sich um eine Infektion mit Pferdeherpesviren handeln, den sogenannten Equinen Herpes Viren EHV. Pferdeherpesvirusinfektionen sind weder anzeigepflichtig noch meldepflichtig. Deshalb werden von den Veterinärämtern keine Sperr- und Quarantänemaßnahmen angeordnet. „Pferdehalter können Ihre Tiere jedoch durch einige Maßnahmen schützen“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken heute. Höfken rät Pferdehaltern vor allem eine Impfung der Tiere. Dabei sei es wichtig, dass alle Pferden eines Stalles geimpft sind und nicht nur einzelne Tiere. Nur so könne die Gefahr der Infektion deutlich gesenkt werden, denn auch geimpfte Pferde können das Virus übertragen. Für Menschen sind Pferdeherpesviren ungefährlich.

Weitere wirksame Schutzmaßnahmen sind das Vermeiden von zahlreichen Kontakten zu Pferden aus anderen Ställen, zum Beispiel auf Pferdesportveranstaltungen oder Pferdemärkten. Auch allgemeine Hygienemaßnahmen, wie die individuelle Verwendung von Putzzeug, Wassereimern, Trensen und Sätteln werden empfohlen. Zur Vermeidung der Übertragung der Infektion von Tier zu Tier sollten sich auch Menschen nach dem Kontakt mit Pferden waschen und die Kleidung und das Schuhwerk wechseln, bevor sie einen anderen Pferdebestand betreten.

Höfken weist darauf hin, dass in diesem Jahr Lieferengpässe für in Deutschland oder EU-weit zugelassene EHV Impfstoffe bestehen. Das Umweltministerium genehmigt Tierärzten daher kurzfristig auf formlosen Antrag den Einsatz von BHV1 Impfstoffen mit Zulassung in anderen EU-Mitgliedstaaten. „Es ist mir aus Gründen der Gesundheit der Tiere und des Tierschutzes wichtig, dass ein flächendeckender Impfschutz der Tiere sichergestellt wird“, betonte die Umweltministerin.
Die Übertragung des EHV erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt der Tiere (Tröpfcheninfektion). Wie für Herpesviren typisch, scheiden infizierte Tiere das Virus besonders in Stresssituationen oder bei einer Schwäche des Immunsystems aus. Nach einer recht kurzen Inkubationszeit von 12 bis 48 Stunden tritt Fieber auf. Danach können sich Symptome wie Husten oder Nasenausfluss entwickeln. Stuten können vor allem im letzten Drittel der Trächtigkeit Fehlgeburten erleiden. Eine Infektion kann aber auch unbemerkt bleiben – je nach Aggressivität des Virus-Stammes.

Da Menschen nicht am Pferdeherpesviruserkranken können, stehe jedoch dem Sommerurlaub auf dem Reiterhof oder der Reiterfreizeit nichts entgegen, sagte Höfken im Hinblick auf die anstehenden Ferien.

Landesregierung fördert: Geschäftsgebäude wird zu Tierheim - Umweltministerin Ulrike Höfken bewilligt rund 76.000 Euro für Tierschutzverein Weitefeld

16.06.2016

Für den Umbau eines in Weitefeld bislang gewerblich genutzten Gebäudes in ein Tierheim hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium dem Tierschutzverein Altenkirchen jetzt 76.342 Euro zur Verfügung gestellt.

In den Räumen, die noch in diesem Jahr umgebaut werden, sollen ein Hundezwinger sowie ein Katzenraum entstehen. Weiterhin wird durch die Errichtung geeigneter Käfige die Unterbringung anderer Kleintiere wie beispielsweise Kaninchen möglich gemacht werden. Vorgesehen ist außerdem der Einbau von Quarantänekäfigen und die Schaffung eines Quarantänebereichs.

„Mit den vom Land bereit gestellten Mitteln für den Gebäudeumbau kann der Tierschutzverein Altenkirchen jetzt die dringend notwendige Aufnahmemöglichkeit für Tiere im Norden des Landkreises Altenkirche schaffen. Ausdrücklich danke ich allen  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne deren großes Engagement der Betrieb der Einrichtung undenkbar ist, betonte Höfken.

Gleichzeitig wies die Ministerin darauf hin, dass die große Zahl an unterzubringenden Tieren im Land ein deutliches Zeichen für die Überforderung vieler Halter sei, die  nicht über die erforderliche Sachkunde verfügten. „Ich appelliere daher an alle, die ein Tier halten wollen, sich ihrer großen Verantwortung bewusst zu sein“.

Veröffentlichung der Sechsten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Nach der Sechsten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vom 14. April 2016 (BGBl. I S. 758) dürfen Legehennen nur noch bis Ende 2025 in Kleingruppenkäfigen gehalten werden, in Härtefällen bis Ende 2028.

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