Griese: „Gimbweiler vorbildlich bei der Wärmewende“

In Gimbweiler nimmt Staatssekretär Thomas Griese den ersten Spatenstich für neues Nahwärmenetz vor / Umweltministerium fördert Teilprojekt mit 150.000 Euro

„Der weltweite Klimawandel ist eine der größten Herausforderung unserer Zeit. Um diesen erfolgreich meistern zu können, bedarf es einer erfolgreichen Energiewende in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität. Gerade bei der Wärmewende kommt den Kommunen eine Schlüsselfunktion zu“, betonte Umweltstaatssekretär Thomas Griese heute in Gimbweiler. In der Gemeinde im Landkreis Birkenfeld nahm er gemeinsam mit Ortsbürgermeister Martin Samson den ersten Spatenstich für das neue Nahwärmenetz vor.

Gefördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutz-Initiative wird in der Anlage zukünftig Wärme auf der Basis von erneuerbaren Energien durch zwei Hackschnitzelkessel und eine große solarthermische Freiflächenanlage erzeugt. Die vom Bund dabei lediglich mit einem Kredit geförderten Hausübergabestationen und -anschlussleitungen werden seitens des Landes mit 150.000 Euro unterstützt. Insgesamt können so nach Abschluss der Arbeiten mehr als 80 Gebäude, darunter eine Sporthalle und ein Mehrgenerationenhaus, effizient versorgt werden.

In seiner Ansprache machte Griese deutlich, dass der Wärmebereich bislang zu wenig zur Energiewende beigetragen habe. Dabei sei dieser Sektor in Deutschland allein für 40 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Und auch bei der Betrachtung des Energieverbrauchs spiele der Wärmesektor eine bedeutende Rolle.

„56 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland und 58 Prozent in Rheinland-Pfalz entfallen auf den Bereich Wärme und Kälte. Der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt im Wärmebereich in Deutschland bei 13 Prozent und hier im Land bei 11 Prozent. Um unsere Energiewende-Ziele zu erreichen, haben wir daher in dieser Wahlperiode den Fokus auf den Wärmesektor gelegt“, so der Staatssekretär.

Die Landesregierung hat bereits im Februar 2017 das Wärmekonzept vorgelegt. Das Gelingen der Wärmewende sei dabei eng an die erfolgreiche Umsetzung vor Ort geknüpft – Städte und Gemeinden seien hier die Schlüsselakteure, so Griese weiter: „Bei der Umsetzung von Projekten zur nachhaltigen Wärmeversorgung stehen wir den Akteuren vor Ort mit der Energieagentur beratend zur Seite und unterstützen sie bei der Nutzung der zahlreichen Förderprogramme – zum Beispiel bei der Umstellung der Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien oder bei der Planung einer energetischen Sanierung von Schul- und Verwaltungsgebäuden.“

Der jetzt entstehende Nahwärmeverbund sei ein weiteres Paradebeispiel dafür, wie gerade in den Kommunen der Nationalparkregion die Energiewende insgesamt vorangetrieben werde, so der Staatssekretär. „Hier in Gimbweiler wird der Strom aus vier Windrädern gewonnen, die Straßenbeleuchtung wurde auf energiesparende LED-Leuchten umgerüstet. Außerdem gibt es eine Photovoltaik-Freiflächenanlage, die zu zwei Dritteln auf Gemeindegebiet steht. Auch im Bereich der Mobilität geht die Gemeinde durch die vorgesehene Einrichtung einer öffentlichen Ladesäule und die Anschaffung eines kommunalen Elektrofahrzeugs vorbildlich voran“, so Griese abschließend.