Höfken: Wissenschaft unterstützt rheinland-pfälzische Ernährungspolitik

Wissenschaft und Politik setzen sich in Rheinland-Pfalz gemeinsam für eine nachhaltige Ernährung ein: Mit den renommierten Ernährungswissenschaftlern Dr. Karl von Koerber (München) und Dr. Markus Keller (Gießen) hat die rheinland-pfälzische Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken am Mittwoch in Mainz eine gemeinsam erarbeitete Broschüre zur nachhaltigen Ernährung vorgestellt.

Wissenschaft und Politik setzen sich in Rheinland-Pfalz gemeinsam für eine nachhaltige Ernährung ein: Mit den renommierten Ernährungswissenschaftlern Dr. Karl von Koerber (München) und Dr. Markus Keller (Gießen) hat die rheinland-pfälzische Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken am Mittwoch in Mainz eine gemeinsam erarbeitete Broschüre zur nachhaltigen Ernährung vorgestellt. „Was wir täglich essen, wirkt sich nicht nur auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus, sondern auch auf die Umwelt, das Klima und die Welternährung“, so Höfken: „Dass  jeder Einzelne durch sein Ernährungsverhalten zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Überwindung des Hungers auf der Erde beitragen kann, zeigt die neue Broschüre. Gleichzeitig  schafft sie ein wissenschaftliches Fundament für unsere Ernährungspolitik und belegt, dass wir mit der Initiative ‚Rheinland-Pfalz isst besser‘ für mehr Ernährungsbildung im Land auf dem richtigen Weg sind.“

Die Ernährungswissenschaftler von Koerber und Keller hoben hervor, dass Rheinland-Pfalz in Deutschland eine ernährungspolitische Vorreiterrolle spiele. „Nachhaltige Ernährung bedeutet, dass wir wieder lernen, respektvoll mit unserem Essen umzugehen, Lebensmittel wertzuschätzen und eine Kultur des bewussten Essens zu entwickeln. Die Initiative ‚Rheinland-Pfalz isst besser‘ nimmt die Leute auf diesem Weg an die Hand und ist deshalb der richtige Ansatz“, sagte Markus Keller. Karl von Koerber wies darauf hin, dass die Ernährung einen deutlich höheren Anteil am Klimawandel habe als viele Menschen annehmen: „Damit die Verbraucher ihr Ernährungsverhalten zugunsten des Klimaschutzes, der Welternährungssicherung und der eigenen Gesundheit ändern, ist mehr Wissen und mehr öffentliche Auseinandersetzung über die Auswirkungen unserer Ernährung notwendig. Die Politik in Rheinland-Pfalz trägt dazu bei, diesen Prozess voran zu treiben.“

Bis zu einem Drittel der weltweit benötigten natürlichen Ressourcen werde für die Ernährung aufgezehrt, erklärte Ministerin Höfken. Durch Pestizide und Nitrat belastete Gewässer, zunehmende Flächenkonkurrenz und der Anstieg der Treibhausgase seien globale Folgen der Lebensmittelproduktion, die auch in Rheinland-Pfalz spürbar seien. „Die weltweite Tierhaltung zur Herstellung von Fleisch, Milch und Eiern verursacht mehr Treibhausgase als der weltweite Verkehr“, so Höfken. Zudem wirke sich der Import von Nahrungs- und Futtermitteln aus Übersee negativ auf die Ernährungssituation und die Umwelt der armen Länder aus.

Die neue Broschüre „Nachhaltige Ernährung - Was unser Essen mit Klimaschutz und Welternährung zu tun hat“ trage dazu bei, diese Herausforderungen zu meistern. Sie  richte sich an Verbraucherinnen und Verbraucher wie auch an Schulen, Kitas und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. In einem theoretischen Teil werden die von Dr. von Koerber entwickelten „Fünf Dimensionen einer Nachhaltigen Ernährung“ vorgestellt. Der zweite Teil enthält  praktische Tipps für gutes Essen, zum Beispiel zum klimafreundlichen Haushalten, zum fairen Einkauf, zum frisch Kochen mit weniger Fleisch oder zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Höfken wies darauf hin, dass die vor zwei Jahren gestarteten Initiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ inzwischen mehr als 20 Projekte mit hunderttausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern umfasse. Die Landesregierung habe das Schulobst-Programm und das Beratungsangebot der Vernetzungsstelle Schulverpflegung auf Kitas ausgeweitet sowie ein Coaching-Projekt für Kitas mit dem Schwerpunkt Ernährung auf den Weg gebracht. Zudem wurden die Projekte „Kochschule vor Ort“ und „Was ist unser Essen wert?“ gestartet. Der Kochbus des Ernährungsministeriums mache auf jährlich rund 60 Vor-Ort-Terminen ernährungspolitische Themen konkret.

Die Broschüre „Nachhaltige Ernährung“ kann hier heruntergeladen und bestellt werden.

Terminhinweis: „Bio: Gut für Umwelt und Gesundheit“ heißt es am 17. Juni um 16 Uhr in der Veranstaltungsreihe des Umweltministeriums „Mittwochs im MULEWF“. Einer Studie der Universität Newcastle zufolge enthalten Biolebensmittel erheblich weniger Schwermetalle und Pestizide aber mehr gesundheitsfördernde Antioxidantien. Carlo Leifert, der Leiter der Studie, wird seine Ergebnisse präsentieren und zur Diskussion stellen.