Umweltministerium informiert: Wolf im Westerwald nachgewiesen – Damwildriss in Leutesdorf

Das Ergebnis einer genetischen Beprobung an einem Damwildriss in Leutesdorf bei Neuwied lässt eindeutig auf einen Wolf schließen – das belegt die DNA-Untersuchung der Wildtiergenetik des Senckenberginstituts. Das getötete Damtier wurde am Nachmittag des 17. März über die zentrale Hotline gemeldet. Der Riss des tragenden Alttiers erfolgte wahrscheinlich in der Nacht vom 16. auf den 17. März innerhalb eines Damwildgeheges.

Ein zweites Tier ist bislang verschwunden. Undichte Stellen am Zaun wurden vom Halter anschließend ausgebessert und DNA-Proben durch die Stiftung für Natur und Umwelt erhoben. Der Eingang der Proben beim Labor der Wildtiergenetik vom Senckenberginstitut wurde am 22. März bestätigt und das Ergebnis am Samstag, den 21. April mitgeteilt. Inwieweit es sich bei dem nachgewiesenen Wolf um ein bereits in Rheinland-Pfalz nachgewiesenes Individuum aus dem Jahr 2016 handelt, wird derzeit noch vom Senckenberginstitut geprüft.

Außerdem steht noch das Ergebnis einer weiteren DNA-Untersuchung aus: Am 11. April wurde von einem Jagdpächter bei Leutesdorf ein totes Reh gefunden. Das Untersuchungsergebnis vom Landesuntersuchungsamt in Koblenz schloss nach einer Sektion einen Wolf nicht aus; der Großkarnivoren-Beauftragte leitete eine Probe zur DNA-Bestimmung an das Senkenberginstitut weiter.

Rheinland-Pfalz setzt beim Thema Wolf konsequent auf Vorsorge und hat mit dem Wolfsmanagementplan bereits im Jahr 2015 eine wichtige Grundlage im Umgang mit dem Wolf gelegt. Außerdem hat das Land im März dieses Jahres ein gemeinsames Vorgehen zum Herdenschutz und Wolfsmanagement mit Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland beschlossen. Die Kooperation umfasst die fachliche und länderübergreifende Zusammenarbeit bei Fang und Besenderung von Wölfen, den Umgang mit auffälligen Tieren sowie einem regelmäßigen Informationsaustausch.

Nach Vorlage der Individuenbestimmung und des noch ausstehenden DNA-Ergebnisses werden zeitnah Gespräche mit den Akteuren stattfinden. Außerdem befindet sich derzeit ein Termin für den nächsten Runden Tisch Großkarnivoren in Planung.

Zum Hintergrund:

Bisher wurden in sieben Fällen Wölfe in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, die wahrscheinlich auf fünf oder sechs einzelne Wolfsindividuen zurückzuführen sind:

• 2012 getöteter Wolf im Westerwald

• 2015 genetischer Nachweis an Rehriss im Wasgau

• 2016 zwei genetische Nachweise und ein Fotonachweis im Bereich Westerwald/Neuwied. Es ist wahrscheinlich, dass ein genetischer Nachweis und der Fotonachweis aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe von ein und demselben Tier stammen.

• 2017 Bildnachweis eines Wolfs bei Neuwied

• 2018 genetischer Nachweis im Westerwald.

Der im Jahr 2015 beschlossene Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz sieht die Möglichkeit für Präventions- und Ausgleichsmaßnahmen vor. So werden Schäden an Nutztieren zu 100 Prozent von der Landesregierung übernommen, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann. Für alle Fälle im Umgang mit Wölfen hat das Umweltministerium eine zentrale Hotline eingerichtet unter der Telefonnummer 06306 911199 oder per E-Mail an wolf(at)snu.rlp.de.

Weitere Informationen zum Managementplan sind online abrufbar unter:
https://mueef.rlp.de/fileadmin/news_import/Wolfmanagmentplan.pdf