Afrikanische Schweinepest (ASP)

Wildschwein

© Landesforsten

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen. Sie wird durch ein Virus hervorgerufen, durch ein anderes Virus als bei der Klassischen Schweinepest. Als Überträger der ASP sind erkrankte Schweine, aber auch virushaltige Tierkadaver, Schlacht- bzw. Speiseabfälle anzuführen.
Die klinischen Anzeichen sind unspezifisch und umfassen hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemwegs- und Magen-Darm-Probleme, Blaufärbungen (insbesondere bei Erregung), Festliegen, aber auch plötzliche Todesfälle.
Die klinischen Symptome lassen sich nicht von denen der Klassischen Schweinepest unterscheiden. Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest gibt es keinen Impfstoff zum Schutz der Wildschweine und Hausschweine.

Verbreitung

In Rheinland-Pfalz bzw. in Deutschland ist die Tierseuche bisher noch nicht aufgetreten. In den baltischen Staaten, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien traten jüngst Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wild- und / oder Hausschweinenschweinen auf. Außerdem meldeten Russland, Weißrussland sowie die Ukraine Fälle. Das aktuelle Seuchengeschehen wird beobachtet, um im Falle einer Ausbreitung nach Deutschland schnell handeln zu können.
Auch auf der Insel Sardinien (Italien) tritt die Tierseuche immer wieder auf.

Information für den Bürger

Eine Gefahr der Übertragung auf den Menschen und andere Tierarten besteht nicht. Diese können aber als Überträger, sog. Vektoren fungieren. Ein besonders großes Risiko stellt die Verschleppung des Virus durch den Menschen dar. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Seuche auch durch infizierte Speiseabfälle, welche z.B. an Raststätten für Wildtiere zugänglich sind, verbreitet werden kann. Im ungünstigen Fall reicht bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot aus, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen. Sie können also aktiv zu einer Eindämmung der Seuche beitragen, indem Sie Reste von Lebensmitteln nur in verschlossene Abfallbehältnisse entsorgen. Am Sichersten ist es, erst gar keine Lebensmittel, die Teile von Haus- oder Wildschwein enthalten, aus den betroffenen Ländern - wie zum Beispiel Polen, Ungarn oder Rumänien - nach Deutschland einzuführen.


Information für den Jäger

Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes im Baltikum, Polen, der Tschechischen Republik sowie an den EU-Grenzen von Weißrussland ist insbesondere die Jägerschaft aufgefordert, das Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und entsprechende Proben (u. a. Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) zu nehmen und im Landesuntersuchungsamt auf Klassische wie Afrikanische Schweinepest untersuchen zu lassen. Informationen erteilt das zuständige Veterinäramt der Kreisverwaltung. Jagdtrophäen dürfen aus den betroffenen Regionen nur nach entsprechender Behandlung mitgebracht werden. Die Mitnahme von (Wild-)Schweinefleisch ist verboten. Gegenstände mit Kontakt zu Wildschweinen, wie beispielsweise Schuhe, Kleidung und Messer müssen ordentlich gereinigt und desinfiziert werden. Ein getrockneter Blutstropfen kann ausreichen, um die hiesige Schwarzwildpopulation mit ASP zu infizieren.

Information für den landwirtschaftlichen Tierhalter

Wie bei der Klassischen Schweinepest ist die Tierseuche durch eine hohe Krankheits- und Sterblichkeitsrate gekennzeichnet.
Daher sind vor allem Schweinehalter, die gleichzeitig auch Jäger sind, zur allergrößten Vorsicht aufgerufen. Sie müssen sich der Gefahr der möglichen Übertragung des Erregers durch Jagden, Jagdreisen sowie der Mitnahme von Trophäen aus infizierten Gebieten im Klaren sein.
Eine Verfütterung von Speiseresten oder Küchenabfällen an Schweine ist verboten.
Bei einem rasanten Krankheitsverlauf bzw. beim Auftreten akuter Symptome, die nicht klar einer anderen Erkrankung zugeordnet werden können und insbesondere auf Antibiotikagabe nicht ansprechen, sind Proben zur Abklärung einer möglichen Infektion durch klassische bzw. afrikanische Schweinepest vom Tierarzt zu nehmen und an das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz in Koblenz zu schicken.
Parallel ist das Veterinäramt der zuständigen Kreisverwaltung zu informieren.